Warum Konkurrenz unterdrücken?

Nov 30 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 679 Views • Commenti disabilitati su Warum Konkurrenz unterdrücken?

Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Konkurrenz gehört zu unserem Leben. In einer demokratischen Politik ist sie nicht wegzudenken: Jede Partei schlägt ihre Rezepte vor und der Stimmbürger hat die freie Wahl, wem er mehr vertraut. Im Sport geht es ebenso um Konkurrenz: Jeder Wettkampf hat zum Ziel, in fairer Konkurrenz die Teilnehmer zu Höchstleistungen anzuspornen und dabei Sieger und Verlierer zu ermitteln. In der Wirtschaft ist Konkurrenz ein notwendiger Wettbewerb, der den Kunden nur Vorteile bringt. Nur so kann garantiert werden, dass Produkte und Leistungen ständig verbessert werden. Wenn der Staat Bau- oder andere Projekte hat, so schreibt er diese landesweit, manchmal sogar international aus. Jeder kann an der Ausschreibung teilnehmen, damit aus verschiedenen Vorschlägen das geeignete ausgewählt werden kann. Sogar im Bereich der Staatsbetriebe ist eine Konkurrenz möglich: Meine Pakete kann ich heute entweder mit der Post versenden oder auch mit einem der privaten Anbieter wie DHL oder DPB.

In einem Bereich aber harzt es mit dem freien Angebot: In diesen Tagen haben wir leider feststellen müssen, dass Konkurrenz manchmal durch den Staat unterbunden wird. Es geht um die freie Wahl der Tessiner, mit welchem Verkehrsmittel sie den Flughafen Malpensa erreichen wollen. In diesen Monaten ist es noch möglich, entsprechend dem Flugplan und den persönlichen Präferenzen die Fahrt mit einem TILO-Zug oder mit dem Linien-Bus von GIOSY TOURS zu unternehmen. Der eine schätzt die kürzere Fahrzeit oder den passenderen Fahrplan des Busses, der andere bevorzugt den Transport mit dem Zug, weil man hier mehr Bewegungsfreiheit hat. So könnte es doch weiterhin bleiben: Die beiden Unternehmen – TILO und GIOSY TOURS – decken das Transportbedürfnis in gegenseitiger Konkurrenz ab, verbessern laufend ihr Angebot und stellen sich dem freien Wettbewerb. Der Fahrgast soll weiterhin die Wahlmöglichkeit haben das für ihn bessere Angebot zu wählen. Wenn eines Tages sich die Mehrheit der Passagiere für den Zug entscheidet, so ist das zu akzeptieren. Der Staat darf aber nicht im Voraus ein Angebot vom freien Markt ausschliessen. Genau das hat aber der Bundesrat getan, als er auf Ende Jahr dem Busunternehmen die Konzession entzogen hat mit dem seltsamen Argument, dass wegen der grossen getätigten Investitionen auf dieser Strecke kein Busunternehmen der Eisenbahn Konkurrenz machen dürfe.

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