Unsere tägliche Ökopropaganda gib uns heute!

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Aus dem Nebelspalter vom 6. August 2023 ein interessanter Artikel von Alex Reichmuth

Alex Reichmuth

Samstag, 5. August: Die «Tagesschau», das Flaggschiff von SRF, macht in der Hauptausgabe um 19.30 Uhr mit einem Beitrag über das Welt-Pfadfinder-Treffen in Südkorea auf. Es geht dabei aber nicht um die Bedeutung des Anlasses (über 40’000 Teilnehmer aus 158 Ländern), sondern um die «eindrücklichen Temperaturen», unter denen die Pfadfinder zu leiden hätten. In ihren Zelten fühle es sich an wie in einer Sauna. «Hundertschaften mit Hitzeproblemen» hätten bereits medizinisch behandelt werden müssen, und einige Delegationen seien ins Hotel geflüchtet.

«Südkorea erlebt Temperaturen von weit über 30 Grad», wird düster gemahnt. Eine Schweizer Teilnehmerin hält im Beitrag zwar fest, dass sie eine vorzeitige Abreise «nicht so cool» fände, da sie sonst etwas verpassen würde. Doch die Botschaft der Redaktion an das Publikum ist klar – auch wenn es nicht explizit gesagt wird: Der Klimawandel ist schlimm und führt nun auch in Südkorea zu Hitzewellen[1].

Das Beispiel ist kein Einzelfall. Die SRF-«Tagesschau» berichtet regelmässig in alarmistischer Weise über Umweltthemen. Der «Nebelspalter» hat die Hauptausgaben der Sendung während der letzten Wochen verfolgt – und liefert hier ein Protokoll der Ökopropaganda:

Dienstag, 11. Juli. Die hohen Temperaturen in der Schweiz sind für die «Tagesschau»-Redaktion der Grund, ausführlich über die Probleme vieler Leute mit der Hitze zu berichten. Diese werde «zur Herausforderung für ältere Menschen», heisst es. Man erfährt von den Bewohnern eines Heimes, wie sie mit der Wärme umgehen. Sie gehen beispielsweise am Morgen statt am Nachmittag spazieren. Laut der Heimleiterin hätten viele Bewohner «Angst, an die Wärme zu kommen». Das tönt alles wenig spektakulär für die «Tagesschau», aber offenbar geht es der Redaktion darum, eine Botschaft zu vermitteln: Der Klimawandel ist schlimm[2].

Freitag, 14. Juli. Die «Tagesschau» berichtet in einem grossen Beitrag darüber, dass es «Firmen und Organisationen» gebe, die ihren Mitarbeitern zusätzliche Ferientage zugestehen. Mehr Frei-Tage erhalte, wer mit dem Zug statt mit dem Flugzeug in die Ferien verreise. Damit würde die längere Reisezeit kompensiert. Als Beispiele werden nur die Stiftung B Lab Switzerland (25 Angestellte), die selber im Ökosektor tätig ist, und das Dienstleistungsunternehmen Loyco (120 Angestellte) angeführt. Deren Mitarbeiter zeigen sich begeistert über die Zusatzferien. Zu Wort kommt zwar auch der Wirtschaftspsychologe Christian Fiechter, der sich skeptisch äussert. Er warnt, davor, dass sich die Betroffenen in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt fühlen können und dadurch die Mitarbeiterzufriedenheit sinkt. Doch die Botschaft des Beitrags ist klar: Es muss alles gegen den schlimmen Klimawandel getan werden, sodass selbst grenzwertige Ferienangebote sinnvoll sind[3].

Samstag, 15. Juli. Die «Tagesschau» macht die Sendung mit einem langen Beitrag über die Hitze auf, die nun auch Südeuropa erfasst habe. Alle Länder von Spanien über Italien, Griechenland, Bulgarien bis in die Türkei seien betroffen. In der Türkei hätten Dutzende von Menschen wegen Hitzeschlag behandelt werden müssen. Ein Grieche relativiert die Aufregung: «Hohe Temperaturen haben wir doch jeden Sommer, mal ein weniger höher, mal ein wenig tiefer.» Es sei alles okay. Doch den Zuschauern wird gesagt, dass nächste Woche in Italien Rekordwerte von bis zu 48 Grad erwartet würden. Auch diesmal ist die Botschaft des Beitrags klar: Der Klimawandel ist schlimm. Gleich anschliessend folgt ein Bericht über den kilometerlangen Stau am Gotthard Richtung Süden. Offenbar scheint die angeblich unerträgliche Hitze in Italien die Ferienhungrigen nicht abzuschrecken[4].

Donnerstag, 20. Juli. Erneut ist die Hitze der «Tagesschau»-Redaktion einen Beitrag wert. Die Sendung rapportiert, dass das Bundesamt für Gesundheit die Zahl der Hitzetoten ab sofort jedes Jahr erfasse statt wie bisher nur sporadisch. Der Bund möchte mit den Daten analysieren, «welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Gesundheit hat», heisst es. Denn 2022 habe es in der Schweiz 474 Hitzetote gegeben. Wieder bekommen die Zuschauer Statements aus einem Pflegeheim zu hören, wie alte Menschen am besten mit der Hitze umgehen können. Die Botschaft des Beitrags: Der Klimawandel ist schlimm[5] e [6].

Mittwoch, 2. August. Die «Tagesschau» berichtet in einem langen Beitrag darüber, dass heute «Erdüberlastungstag» sei. Für den Rest des Jahres würden wir zu viele Ressourcen verbrauchen und sozusagen auf Pump leben. Es würden «mehr Bäume gerodet, als nachwachsen, und mehr Fische gefischt, als reproduziert werden». Der Idee der «Erdüberlastung» liegt das Konzept des ökologischen Fussabdrucks zugrunde. Dieses geht zurück auf Mathis Wackernagel, einen Vordenker der Umweltbewegung, der in der Sendung gleich auch kommentieren darf: «Die Zukunft kommt schneller auf uns zu, als sich unsere Infrastruktur an die Zukunft anpasst. Das wird gefährlich.» Zwar habe die Schweiz ihren Ressourcenverbrauch etwas reduziert, auf noch 2,7 Welten, so Wackernagel. Aber das sei «viel zu langsam». Die Botschaft des Beitrags: Die westliche Lebensweise ist schlimm für die Umwelt[7].

Freitag, 4. August. Da die Hitze in Europa Pause macht, berichtet die «Tagesschau» über eine andere Umweltangst: die vor radioaktiver Strahlung. Japan wolle demnächst mit der Einleitung von Kühlwasser aus der «Atomruine Fukushima» ins Meer beginnen. Bereits tausend Tanks seien voll, und täglich komme neues Kühlwasser hinzu. Trotz Reinigung enthalte dieses radioaktives Tritium. In der Reportage kommen Fischer eines Fischmarkts an der Küste von Fukushima vor, die sich fürchten – nicht nur vor der Strahlung, sondern auch davor, dass ihre Ware wegen der Angstmacherei unverkäuflich werde. Ein Vertreter einer Umweltorganisation betont, dass die Gesundheit von Menschen wegen des Kühlwassers in Gefahr sei. Zwar wird im Beitrag erwähnt, dass laut dem übereinstimmenden Urteil von Fachleuten keinerlei Risiken bestehen. Es kommen aber trotzdem ausschliesslich besorgte Stimmen zu Wort. Die Botschaft des Beitrags: Atomkraft ist gefährlich[8].

Sonntag, 6. August. In einem grossen «Tagesschau»-Beitrag geht es um das Menuhin-Festival für klassische Musik in Gstaad. Grund für die Berichterstattung ist aber einzig eine Inszenierung von Patricia Kopatchinskaja. Die Geigerin hat Beethovens sechste Symphonie zu einem Mahnmal gegen die Zerstörung der Welt umfunktioniert. Sie wolle damit «das Publikum schockieren und erschüttern», sagt diese. So werden in der Aufführung die Klänge des Orchesters von Motorsäge-Geräuschen übertönt, wegen der Abholzung des Regenwaldes. Und es ist eine Videoleinwand zu sehen, auf der eine hinweg schmelzende Welt dargestellt ist. Festivaldirektor Felix Müller möchte mit klassischer Musik zur Klimadebatte beitragen, erfährt man im Beitrag. «Wir wollen als Kulturinstitution unserer Verantwortung gerecht werden», gibt dieser zu Protokoll. Die Botschaft des Beitrags: Die Zerstörung der Welt und insbesondere der Klimawandel sind schlimm[9].

Fazit: SRG-Generaldirektor Gilles Marchand hat am letzten Wochenende gegenüber dem «Sonntagsblick» behauptet, die Volksinitiative zur Reduktion der Rundfunkgebühren auf jährlich 200 Franken sei «eine Attacke auf die Schweiz und ihre Vielfalt»[10]. Von Vielfalt kann bei der Berichterstattung der SRF-«Tagesschau» aber keine Rede sein: Es wird zu Umweltthemen ausnahmslos im Sinne links-ökologischer Kreise berichtet. Die dabei vermittelte Botschaft ist fast immer dieselbe: Der Klimawandel ist schlimm.

Nie würde es der Redaktion in den Sinn kommen, die Zuschauer darüber zu informieren, dass die Zahl der Kältetoten diejenige der Hitzetoten bei weitem übersteigt[11] oder dass die Probleme mit Waldbränden gemäss übereinstimmenden wissenschaftlichen Resultaten in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen sind[12]. Und wir sprechen hier wohlverstanden nicht von einem privaten Medium, das selbstverständlich einseitig berichten darf. Sondern es geht um Fernsehen mit einem öffentlichen Leistungsauftrag, das mit obligatorischen Gebühren finanziert ist und darum zu politischer Ausgewogenheit verpflichtet wäre – eigentlich.


[1] https://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-05-08-2023-hauptausgabe?urn=urn:srf:video:1953f91b-c0e9-4886-b3ae-e38289c3ca21

[2] https://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-11-07-2023-hauptausgabe?urn=urn:srf:video:19615b96-62bf-4a19-b60b-6f5957404a15

[3] https://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-14-07-2023-hauptausgabe?urn=urn:srf:video:4886ed45-f263-4423-95a5-335eb2deb043

[4] https://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-15-07-2023-hauptausgabe?urn=urn:srf:video:df9f1a08-d79f-4b2d-b53c-97ff6d02e21d

[5] https://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-20-07-2023-hauptausgabe?urn=urn:srf:video:b761d21e-07f9-4399-a365-48f473c32252

[6] https://www.nebelspalter.ch/der-roehrenblick-des-bundes-auf-die-negativen-folgen-des-klimawandels

[7] https://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-02-08-2023-hauptausgabe?urn=urn:srf:video:270cb7cf-8ed0-4b54-861b-cb351c436cc3

[8] https://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-04-08-2023-hauptausgabe?urn=urn:srf:video:c4fc76b7-95c0-4b6c-b2b5-bc910af9ae22

[9] https://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-06-08-2023-hauptausgabe?urn=urn:srf:video:92af2307-1ad5-4b6e-8581-46904e8e22d7

[10] https://www.blick.ch/politik/srg-chef-lanciert-kampf-gegen-halbierungs-initiative-das-ist-eine-attacke-gegen-die-schweiz-id18812763.html

[11] https://www.nebelspalter.ch/der-roehrenblick-des-bundes-auf-die-negativen-folgen-des-klimawandels

[12] https://www.nebelspalter.ch/die-waldbrand-hysterie-fuellt-das-sommerloch

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