Solidarität vs. Selbstverantwortung: Wir sind die Dummen!

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Patanegra

Schweinereien

Wer selbstverschuldet nach seiner Pensionierung mangels Altersvorsorge in eine unbequeme Lage gerät, sollte dafür nicht noch belohnt werden

Klare Ausgangslage

Die Ausgangslage ist klar: Nach der Pensionierung, wenn wir nicht mehr arbeiten und keinen Lohn mehr kriegen, bestreiten wir unseren Lebensunterhalt aus drei Einkommensquellen: Der AHV (1. Säule), unserem in die Pensionskasse einbezahlten Kapital (2. Säule) und aus unserer privaten Vorsorge, d.h. unseren Ersparnissen (3. Säule). Das bekannte 3-Säulen-Prinzip.

In die AHV haben wir in unserem gesamten Arbeitsleben zwangsweise mittels Lohnabzügen einbezahlt. Dies auch zumeist in die Pensionskasse. Die Beträge wurden vom Lohn abgezogen. Zudem haben wir uns vielleicht für die Verbesserung unserer Altersvorsorge zusätzlich mit freiwilligen Beiträgen in die Pensionskasse eingekauft oder in 3a- oder 3b-Einrichtungen einbezahlt. Schliesslich haben wir zeitlebens gespart, um dann für das Alter genügend Geld beiseite zu haben.

Ausreichende Altersvorsorge mit Konsumverzicht ? Dieses Konzept ist total überholt

Um das nötige Alterskapital zu sichern, haben wir nicht nur viel einbezahlt, sondern auch auf vieles verzichten müssen. Wir haben unsere schwer verdienten Batzen lieber beiseite gelegt, als sie für zwar sehr angenehme, aber verzichtbare Dinge auszugeben. Dies, um im Alter nicht in eine Notlage zu geraten und um nicht der Allgemeinheit zur Last zu fallen.

Dieses Konzept erweist sich zunehmend als falsch. Wer dies tut, ist heutzutage der Dumme. Denn punkto Balance zwischen Solidarität und Selbstverantwortung wird es immer kritischer. Hier die Gründe:

Die AHV (1. Säule) ist sakrosankt, steckt aber bekanntlich in einer Krise, denn bald wissen wir nicht mehr, wie wir sie finanzieren können (auch aus rein demographischen Gründen). Sie ist äusserst sozial angelegt, denn alle zahlen prozentual zu ihrem Einkommen ein (die Gutverdienenden ein Mehrfaches der Weniger Verdienenden) und alle erhalten dieselbe Rente.

Ein gravierender Systemfehler

Nun gerät neben der AHV auch die 2. Säule unter Druck, weil ab 2021 die Ergänzungsleistungen (EL) ausgebaut werden. Der Staat zahlt die EL, wenn die Altersrente nicht zur Deckung der lebensnotwendigen Kosten reichen. Doch wer soll diese Leistungen erhalten ? Wie die NZZaS (Ausgabe vom 1.12.2009) anhand eines Beispielfalles errechnet hat, erhält sie sogar ein Ehepaar, das zusammen genommen 85’000 und 44’000 Fr. pro Jahr verdient und jahrelang in ihre Pensionskasse einbezahlt hat. Denn nach Abzug der Steuern verbleibt ihnen ein Einkommen von 5’127 Fr., während ihnen die EL im Ruhestand ein höheres Einkommen von 5’187 Fr. pro Monat garantieren. Sogar wenn sie überhaupt nichts für die Pensionskasse gespart hätten, kämen sie auf diese Summe, wenn man die für EL-Bezüger geltende Regelung für Mietzinsreduktionen, die Übernahme der Krankenkassenprämien, Krankheits- und Zahnarztkosten, Radio- und TV-Gebühren etc. berücksichtigt. Zudem sind EL von der Steuer befreit. Fazit der NZZaS: Selbst wenn jemand nie gearbeitet hat, kommt er dank den EL im Ruhestand auf das gleiche Einkommen wie derjenige mit 80’000 Fr. Jahreslohn. So ist es denn auch nicht falsch, von einem „gravierenden Systemfehler“ zu sprechen, denn auf dem Spiel steht das Prinzip der Eigenverantwortung.

Es kommt noch schlimmer, wenn man die 3. Säule (die private Vorsorge, d.h. das Sparen) dazurechnet

Warum soll denn jemand noch (für das Alter) sparen, wenn die Sparzinsen bei 0 (teilweise gar negativ) liegen und der Staat ausreichender für ihn sorgt als wenn er gespart und auf Konsum verzichtet hätte ? Arbeit und Konsumverzicht werden nicht mehr nur nicht belohnt, sondern geradezu bestraft.

Wer hingegen sein Leben in vollen Zügen geniesst, sein Geld – statt zu Sparen – in vollen Händen für all seine Annehmlichkeiten (Ferien im Ausland, schöne Autos, Luxusbekleidung, unnötige Handys und vielen anderen teuren Extras) ausgibt und schon Mitte des Monats finanziell blank ist, dem werden nicht nur die Krankenkassenprämien bezahlt und die Steuern erlassen etc., sondern nun wird ihm auch noch eine fürsorgliche Altersrente garantiert. Wer heutzutage noch spart, ist der wirklich Dumme. Er bezahlt teuer für all jene, die es sehr viel lockerer nehmen !

Solidarität vs. Eigenverantwortung, bzw.: „Chi è causa del suo mal, pianga sè stesso“)

Unsere Solidarität mit den Notleidenden ist ein auf 1291 zurückgehendes, hehres helvetisches Prinzip: Einer für alle, alle für einen. Doch dieses Prinzip beruhte implizit stets auf Gegenseitigkeit und setzte punkto Hilfe die Eigenverantwortung des in Not Geratenen voraus, der vorerst mal selber dafür zu sorgen hatte, nicht in Notlage zu geraten. Nur in jenen Fällen, in denen jemand ohne Selbstverschulden in Notlage geriet (Unfälle, wetterbedingte grosse Schäden etc.), galt die Solidarität. Ansonsten galt das Prinzip „Chi è causa del suo mal, pianga sè stesso“ (wer selber schuld ist an seiner Misère, schaue selbst, damit zurecht zu kommen).

Ich persönlich stehe voll und ganz zu diesem Solidaritätsprinzip alter Prägung. Wer unverschuldet in Not gerät, dem soll geholfen werden. Aber bin schon der Ansicht, dass es heutzutage allzu viele Leute gibt, die nur noch ausschliesslich einseitig nach dem Prinzip „alle für einen“ (das heisst alle anderen für sie persönlich) leben. Und leider gibt unser Staat sozialistischer Prägung mehr und mehr der Phalanx von Parasiten Recht, die unser System schamlos ausnutzen.

Mit einer krass unkritischen Übergewichtung des Faktors Solidarität in der Waagschale zur kaum noch eingeforderten Gewichtung des Faktors Eigenverantwortung riskiert Bundesbern den Kollaps unseres Sozialsystems. Eine staatlich verordnete überstrapazierte Solidarität zerstört den Solidaritätsgedanken.

Das alles meine ich sehr ernst, denn wenn man zu dem allem die heute auf  Ausländer, Migranten und “Flüchtlinge“ grosszügig ausgedehnte  Luxus-Solidarität in Betracht zieht (was ich hier bewusst nicht gemacht habe), kann einem nur Angst und Bange werden um unser Land.

 

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