Personalauswahl

Apr 30 • Deutsche Seite, L'opinione, Prima Pagina • 268 Views • Commenti disabilitati su Personalauswahl

Satire

Nehmen wir mal an, in einer privaten Unternehmung oder einem Verwaltungsbetrieb würde im 5köpfigen Leitungsgremium infolge der bevorstehenden Pensionierung eines seiner Mitglieder ein Posten frei und müsse neu ausgeschrieben werden. Die Leitung diskutierte an einer Direktionssitzung das Anforderungsprofil der Stelle für den Ausschreibungstext. Der Personalchef sei dabei zugegen, um seinen Vorschlag zu unterbreiten, weiter auch ein PR-Berater.

Hier die Diskussion:

Personalchef: „Hier also mein Textvorschlag: „Unser(e) künftige(r) Abteilungschef/Chefin muss eine Ausbildung in xy haben und über eine Erfahrung verfügen in yz….“

Der beigezogene PR-Berater: „Halt mal, stopp ! Dieser Text ist sexistisch. Es muss vielmehr heissen: ‚Unsere künftige AbteilungschefIN’ muss…., allenfalls ‚Chef/-IN’ oder etwas mit der Sternchenlösung  wie Chef**-in oder zumindest Chef-In* oder so etwas; denke Dir etwas Besseres aus. Denn es sind ja in der Direktion derzeit fünf Männer, und ohne die Wahl einer Frau, wer immer das sein möge, werden wir von den feministischen NGO’s à la MeToo öffentlich gegrillt“.

Personalchef: „OK, klar, mache ich. Aber sind dann auch die Transsexuellen mit eingeschlossen (ich meine all jene Leute, die sich so irgendwie als etwas zwischen Mann und Frau verstehen, also nicht so recht wissen, ob sie mal Mann oder Frau waren oder sich jetzt zu sein glauben oder was sie denn eigentlich gerne sein möchten ?)“.

PR-Berater: „Verfasse einen neuen möglichst neutralen Text, der für all jene gut geht, die nicht so recht wissen, was sie eigentlich sind, können oder wollen; und da

gibt’s übrigens noch ein weiteres Problem. Dein Textvorschlag ist nicht nur sexistisch, sondern auch rassistisch. Denn in der Direktion sitzen ja derzeit skandalöserweise fünf weisshäutige Männer, zudem alles Alte. Es wäre längst fällig, zumindest einen davon durch eine dunkelhäutige Person zu ersetzen. Ansonsten werden wir von den internationalen Antirassismus-NGO’s nicht nur grilliert, sondern gar karbonisiert. Du musst  deinen Text mit: „Dunkelhäutige Bewerbungen sind besonders willkommen“ ergänzen. Schliesslich: Die Kandidaten/(-innen) sollten jung und dynamisch sein, mit über 35jährigen ist nicht mehr viel anzufangen. Ratsam wäre auch, einen Leistungsausweis über Teilnahmen an Klimaschutz-Demos vorauszusetzen“.

Personalchef: „OK. Aber die ausbildungsmässigen und beruflichen  Erfordernisse im Anforderungsprofil, kann ich die denn so belassen wie sie sind…?“.

PR-Berater: „Selbstverständlich, denn die spielen bei der Wahl keine grosse Rolle“.

Zwei Monate später präsentiert der Personalchef seiner Direktion die Liste der eingegangenen Kandidaturen. Sie ist punkto dem geforderten fachlichen Anforderungsprofil der Kandidierenden äusserst dürftig. Dennoch wurde mit 5:0 Stimmen der Direktionsmitglieder aus „political correctness“ eine Person gewählt.  Raten Sie mal, was für eine(n).

Ronco

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