Angst herrscht!

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Eros N. Mellini

Editorial

60er Jahre – In 10 Jahren gibt es kein Erdöl mehr!

70er Jahre – In 10 Jahren erleben wir eine neue Eiszeit!

80er Jahre – Der saure Regen wird innert 10 Jahren alle unsere Ernten zerstören!

90er Jahre – Die Ozonschicht ist innert 10 Jahren zerstört!

00er Jahre – In 10 Jahren werden all unsere Eisschichten verschwunden sein!

2000 – Das dritte Jahrtausend (Y2K) wird alles zerstören!

2001 – Das Anthrazen wird uns alle umbringen!

2002 – Das Nil-Virus wird uns alle umbringen!

2003 – Das SARS wird uns alle umbringen!

2005 – Die Vogelgrippe wird uns alle umbringen!

2006 – Das E.Coli wird uns alle umbringen!

2008 – Die Finanzkrise wird alles zerstören!

2009 – Die Schweinegrippe wird uns alle umbringen!

2012 – Weltuntergang gemäss dem Kalender der Mayas. Niemand wird

überleben!

2013 – Nordkorea wird den Dritten Weltkrieg auslösen. Wir werden alle sterben!

2014 – Das Ebola wird uns alle umbringen!

2015 – Der ISIS wird uns alle umbringen!

2016 – Das Zika-Virus wird uns alle umbringen!

2019 – Das CO2 wird die ganze Welt zerstören!

2020 – Das Coronavirus wird uns alle umbringen!

Seit 60 Jahren oder vielleicht mehr werden wir mit derart apokalyptischen Voraussagen bombardiert, so dass diese gar die schlimmsten Weissagungen von Nostradamus als harmlose Horoskope unserer Sonntagszeitungen erscheinen lassen. Aber was ist all ihnen gemeinsam?

Vorweg: Keine von ihnen ist eingetroffen

Nebst jenen Voraussagen, die nun wirklich überhaupt nicht eingetroffen sind und die mehr göttlicher Verdammnis als menschlichen Voraussagen entsprechen – so zum Beispiel das Ende des Erdöls, der Maya-Kalender oder der Dritte Weltkrieg wegen Kim Yong Un – haben die übrigen sicher den einen oder anderen auch grösseren Schaden angerichtet, sind aber weit davon entfernt, sich für das Überleben des Planeten oder schon nur der Menschen fatal auszuwirken.

Sie haben uns Unsummen gekostet

Auch ist es diesen Delirien gemeinsam, dass sie uns mit unaufhaltsamer Regelmässigkeit heimsuchen. Denn die Tendenz, diesen Phänomenen mittels Steuern, Gebühren und Preiserhöhungen zu begegnen, hat dazu geführt, dass die Lebenshaltungskosten stiegen und immer höher zu werden drohen. Statt den Mund voll zu nehmen mit grossen Worten und sich die Mission anzumassen – die ihnen übrigens niemand übertragen hat – die Welt zu retten, sollten die verschiedenen Regierungen die weitaus wichtigere Aufgabe wahrnehmen, für das Wohl ihrer Bürgerinnen und Bürger zu sorgen. Um die Welt zu «retten» mittels Milliarden der den Steuerzahlern auferlegten Franken, vernachlässigen sie es, mittels eines weitaus kleineren Mitteleinsatzes dafür zu sorgen, vor der eigenen Türe zu kehren.

Warum lassen wir uns derart manipulieren?

Eine Antwort darauf zu finden ist schwierig, wahrscheinlich gibt es mehr als nur eine. Interessant scheint uns jene unlängst vorgebrachte, wonach dieser Verhaltensweise ein «schlechtes Gewissen» und zwecks Kompensation eine einfach zu bewerkstelligende «Selbstentschuldigung» zugrunde liegt mittels bescheidener finanzieller Einbussen (die übrigens, wenn zusammengerechnet, gar nicht so bescheiden sind). Es handelt sich um ein uns wissentlich und heimtückisch eingeimpftes «schlechtes Gewissen» seitens von Leuten, die mit den daraus resultierenden Folgen ihre eigenen finanziellen, politischen oder andere Interessen verfolgen. Es ist eine Art neue Form von Ablasshandel. Man beschuldigt sich für wer weiss was, um dadurch ohne Einwände Reparationszahlungen in Form von ad-hoc-Steuern in Kauf zu nehmen. Und es handelt sich nicht um harmlose Bussgänge in Form von zwei Vaterunser und drei Avemaria, die uns der Priester nach der Beichte auferlegt, sondern um steuerliche Belastungen, die uns mehr und mehr verarmen lassen und uns das Leben erschweren. Dies geschieht Schritt um Schritt, denn man will ja nicht auf einmal das Huhn schlachten, das goldene Eier legt. Aber die Folgen dieser zunehmenden «freiwilligen» Aderlässe sind dieselben.

Nicht nur finanzielle Motive

Diese Methode – d.h. uns Schuldgefühle einzuimpfen, um «Nachsicht einzukaufen» in Form von verschiedenartigsten Konzessionen – wurde hervorragend ausgenutzt von der Linken, die ihre Daseinsberechtigung schon immer mit dem Geld der anderen finanzierte. Aber mit der Zeit hat sie festgestellt, dass dies auch in den nicht rein finanzpolitischen Sektoren funktioniert, obschon alles in allem auch diese nicht immer frei sind von pekuniären Interessen.

So zum Beispiel bei der auf die Spitze getriebenen übertriebenen Antirassismusgesetzgebung (Art. 261bis StGB), die auf unbegründete Schuldgefühle hinzielt im Hinblick auf das, was andere in der Vergangenheit getan oder unterlassen haben. Oder mit Frauenquote, um «zu bezahlen» für einstige Männerherrschaft. Oder mit der Homo-Ehe, um einstige Ausgrenzungen «gutzumachen».

Eine in gut und böse geteilte Welt

Diese Gehirnwäsche hat – von den meisten Leuten unbemerkt, weil als absolut spontan deklariert – dazu geführt, dass sich die öffentliche Meinung zweigeteilt hat, ohne jegliche Grautöne, entweder schwarz oder weiss, entweder die «Einkäufer von Nachsicht» (die Guten) oder die neuen «Martin Luthers» (die Bösen), die jegliche Schuld von sich weisen oder sich zumindest nicht beeinflussen lassen. Unter den Guten findet man natürlich die weniger Begüterten, die kaum oder gar keine Steuern zahlen, und die deshalb eine höhere Steuerlast für die Reichen begrüssen, um dann danach dank der Umverteilungsmechanismen davon zu profitieren. Unter den gegnerischen Bösen findet sich hingegen ein wachsender Anteil von Mittelständischen, deren Löhne Mal für Mal an Kaufkraft verlieren, und die langsam die Augen öffnen und die Absurdität dieses «kathartischen Masochismus» erkennen.

Schlussfolgerungen

In Tat und Wahrheit werden wir alle einmal sterben, das ist unvermeidlich, aber nicht alle zusammen und nicht unbedingt aus den einleitend skizzierten Gründen. Und unserem unausweichlichen Ende entgehen wir sicherlich nicht durch «Nachlasszahlungen». Diese werden es uns vielmehr zusehends schwerer und mühsamer zu machen, um den uns vom Schicksal beschiedenen Lebensweg zu Ende zu führen.

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