Zuwanderungsalarm vor 14 Jahren

Mag 29 • Dall'UDC, Dalla Svizzera, Deutsche Seite, L'opinione, Prima Pagina • 180 Views • Commenti disabilitati su Zuwanderungsalarm vor 14 Jahren

Liebe Leserinnen und Leser

Im Jahr 2012 erreichte die Schweiz bevölkerungsmässig die 8-Millionen-Grenze. Politiker von SP, Grünen und Grünliberalen schlugen damals Alarm. Heute, bei 9,15 Millionen, ist für sie alles kein Problem mehr.

«8 Millionen sind genug!» So titelte die Zeitung «Sonntag» von CH Media am 5. August 2012. Und darunter stand: «Politiker sehen Handlungsbedarf bei der Zuwanderung.» Was war geschehen? Die Schweiz drohte damals, die 8-Millionen-Grenze zu überschreiten. Dass die SVP vor der Massenzuwanderung warnte, überrascht nicht. Überaus aufschlussreich sind aber die Äusserungen der Politiker linker Parteien.

Da war zum Ersten SP-Nationalrätin Jacqueline Badran, heute eine Bekämpferin der Nachhaltigkeitsinitiative. Der «Sonntag» fragte Badran 2012, wie viele Einwohner die Schweiz ertrage.
Damals antwortete Badran wörtlich so: «8 Millionen Einwohner. Mehr Menschen wären technisch zwar machbar, aber nicht wünschbar. Das wäre mit hohen Folgekosten aller Art verbunden und erst noch extrem unsolidarisch mit Europa.» Und heute? Bei 9,15 Millionen findet dieselbe Badran 10 Millionen und noch mehr unproblematisch und sagt: «Ohne Zuwanderung würde die Schweiz bei der heutigen Geburtenrate in 75 Jahren auf 5,7 Millionen schrumpfen. Und schrumpfen will niemand.»

Martin Bäumle meinte 2012: «Bei einer nachhaltigen Gesellschaft […] wären sicher auch 10 Millionen verkraftbar. Mit der heutigen Verschwendungsgesellschaft sind schon 6 Millionen langfristig nicht nachhaltig.» Heute, 2026, bei 9,15 Millionen Einwohnern bekämpft derselbe Bäumle die Begrenzung auf 10 Millionen Einwohner. Wohlverstanden, genau jene 10 Millionen-Grenze, die er früher als gerade noch knapp verkraftbar bezeichnet hat!
 
2012 antwortete der grüne Nationalrat Balthasar Glättli auf die Frage, wie viele Einwohner unser Land erträgt, wörtlich so: «2,5 Millionen. Jedenfalls solange unser ökologischer Fussabdruck so gross und die Wirtschaft so ungrün bleibt wie heute.» Doch heute, bei 9,15 Millionen Einwohnern, bekämpft derselbe Glättli die Begrenzung auf 10 Millionen Einwohner.

Meine Damen und Herren, das waren die heutigen «Sümpfe von Bern» nach dem Politiker-Motto: «Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern». Nur: Für Themen wie Zuwanderung, Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind solche Politiker nicht mehr glaubwürdig.

Mit freundlichen Grüssen aus den Sümpfen von Bern

Thomas Matter, Nationalrat, Meilen (ZH)

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