Was sollen wir am 1. August feiern?

Lug 26 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 137 Views • Commenti disabilitati su Was sollen wir am 1. August feiern?

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Am 1. August auch dieses Jahres feiern wir unseren Nationalfeiertag, die Gründung der Eidgenossenschaft von 1291. Ich habe mich gefragt, ob es denn überhaupt etwas zu feiern gibt, und wenn ja, was.

Geeinte Gegenwehr gegen äussere Bedrohung

Die Gründung der Eidgenossenschaft erfolgte als Reaktion der Urschweizer auf Unterdrückungsversuche und Strafmassnahmen einer ausländischen Macht.

Man hat damals nicht klein beigegeben, hat sich trotz sehr unterschiedlicher eigener Interessenlagen irgendwie zusammengerauft, und danach mehrfach gemeinsam für Freiheit und Unabhängigkeit gekämpft: In blutigen Kriegen, die man dank sehr grossem Mut, strategisch-taktischer Klugheit und guten eigenen Fähigkeiten dann auch soweit gewann, dass man sich dadurch die Freiheit und Unabhängigkeit des Landes sichern konnte, von der wir noch heutzutage gut leben. Das Fazit: 1. wurden wir damals schwer bedroht, und 2. haben wir uns erfolgreich dagegen gewehrt.

Die Verhältnisse haben sich heute, nach 728 Jahren des Bestehens der Eidgenossenschaft, nur in einem der beiden Dinge verändert. Die Bedrohung ist geblieben…

Denn erstens hat die Bedrohung durch ausländische Mächte keineswegs abgenommen, auch wenn sie sich derzeit nicht mehr direkt militärisch, sondern ausgeprägt politisch und wirtschaftlich äussert (die Gelüste auf Vereinnahmung der Schweiz sind seit 1291 geschichtsnotorisch). An Beispielen neuerer solcher teils bereits erfolgreicher Knechtungsversuche fehlt es denn auch nicht: Seitens USA, irgend welcher internationalen Organisationen und vor allem der Europäischen Union mit ihrem mörderischen Rahmenvertragsobligatorium, das uns vollends entmachten würde.

…aber die Abwehrbereitschaft tendiert gegen null

Aber, zweitens, ist die Abwehrbereitschaft der einst geeinten Schweiz gegen solche Angriffe in neueren Zeiten von klein auf null gesunken. Dies aus folgendem Grund: Wenn man sich früher zusammenraufte, um solche Angriffe gemeinsam abzuwehren, wenn man also früher die Eigeninteressen im Bedrohungsfall hinter die Interessen der Gesamtheit stellte, ist das eben heute anders. Da denkt jeder nur noch für sich. Der Beispiele für diese eigennützige politische und wirtschaftliche Haltung gibt es in der jüngsten Vergangenheit nur allzu viele. Sie haben alle etwas gemeinsam: Sie haben die Stellung der Schweiz in der internationalen Gemeinschaft zunehmend geschwächt.

Das Beispiel Rahmenvertrag mit der EU

Und so beschränke ich mich aus aktuellem Anlass auf ein noch zu lösendes Problem, den Rahmenvertrag mit der EU. Was dieser vorsieht, ist ja sonnenklar. Die von der EU und gewissen inländischen Kreisen gewollte praktische Unterordnung der Schweiz unter die EU, also unter ihre jetzige und künftige Gesetzgebung und ihre Rechtsprechung durch den Europäischen Gerichtshof. Dafür stark dafür macht sich vorweg unsere auslandgesteuerte exportorientierte Gross-Wirtschaft mittels ihrer potenten Schweizer Verbände (und der FDP), denn diese Wirtschaftskreise befürchten im Ablehnungsfalle Einbussen für ihre Erträge und die Boni für ihre ausländischen Kader. Sie verfolgen einzig und alleine ihre Partikulärinteressen, ihnen ist die politische Unabhängigkeit und Freiheit der Schweiz völlig egal. Je weniger das Volk künftig zu sagen hat, umso besser. Grosse Hilfe im Kampf gegen den Rahmenvertrag ist auch von den gegenwärtig dagegen opponierenden Gewerkschaften nicht zu erwarten, denn auch sie verfolgen rein partikuläre und nicht Schweizer Interessen und werden dem Rahmenvertrag mit der EU zustimmen, sobald man ihnen dafür unternehmerseitig und erwartungsgemäss die nötigen Zugeständnisse macht. Von der dahinter stehenden SP ganz zu schweigen, die als Ziel den EU-Beitritt der Schweiz ja in ihrem Parteiprogramm hat.  Also: Was überhaupt gibt es denn zu feiern?

Was gibt’s denn für uns am 1. August noch zu feiern?

Nun, für uns SVPler vielleicht das, dass wir im August 2019 noch nicht vollständig geknechtet sind, nicht in der EU sind, dass der Rahmenvertrag noch nicht unterschrieben ist, wir immer noch einigermassen unabhängig und frei sind. Das ist vielleicht wenig, aber immer noch genug, um zu feiern. Also feiern wir, aber im Wissen, dass die Verteidigung von Freiheit und Unabhängigkeit unseres Landes ständig erkämpft werden muss. Das hat sich von 1291 bis heute nicht geändert.

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