SRG: Wohin mit all dem Geld?

Dic 4 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 1700 Views • Commenti disabilitati su SRG: Wohin mit all dem Geld?

Black Rot

Black Rot

Ich schaue zwar recht oft TV, aber in den schweizerischen SRG-Kanälen nur das Nötigste. Gestern war’s wieder mal soweit. Ich wollte mir schlicht und einfach die Wetterprognose anschauen. Als ich einschaltete, lief noch die Tagesschau. Danach kamen endlose Minuten Werbung (die ich nicht alle sah, aber vom inzwischen aufgesuchten Bad aus nicht überhören konnte; denn Werbesendungen werden von der SRG stets in weitaus höherer Dezibel-Stärke gesendet als die übrigen Programme). Und überhaupt: Wenn immer ich auf die staatlichen SRG-Kanäle umschalte, wird dort Werbung gesendet – fast weitaus mehr als bei den rein kommerziellen ausländischen Stationen.

Also dann, nach endloser Werbung, endlich die Meteo, ich setze mich wieder vor den Apparat. Sie wurde angesagt als gesponsert von irgend einer Firma. Nun gut bzw. schlecht. Früher war der Wetterbericht ein Teil der Nachrichten, und als solchen betrachte ich ihn eigentlich noch heute. Und Werbung innerhalb von Nachrichtensendungen gab’s keine. Sponsoring dafür erst recht nicht.

Zum Sponsoring: Wenn heute der Wetterbericht nur noch dank Sponsoring einer Firma – sagen wir einmal – für Schuhe (Slogan: „Die bequemsten Schuhe für den Marsch durch die Institutionen“), oder anderes ausgestrahlt werden kann, dann frage ich mich: Werden dann morgen auch andere Nachrichtensendungen innerhalb der Tagesschau gesponsert werden ? Beispielsweise eine Reportage über die Terroranschläge von Paris, gesponsert vom „Islamischen Staat“ (Slogan: „IS- Ihr Garant für Sicherheit in Europa ?“) ? Oder wird die Direktübertragung der Bundesratswahlen vom 9. Dezember gesponsert werden von der SP (Slogan: „Ihre SP, Garant für eine nicht-SVP-Wahl ?“).

Damit komme ich zur Kernfrage: Ist denn ein parastaatlicher (also nicht kommerzieller) Sender wie die SRG, der via Billag von Herr und Frau Schweizer jährlich hohe Zwangsgebühren erhebt, auf derart viel Werbung angewiesen (in Deutschland tun’s ARD und ZDF beispielsweise mit weitaus weniger) ? Und müssen klare Nachrichtensendungen denn werbemässig unterbrochen und zudem noch kommerziell gesponsert werden, um ausgestrahlt werden zu können ?

Durch das erhaltene Geld mittels megahoher Gebühren, endloser Werbung und Sponsoring ist die SRG mit den Jahren zumindest regional zu einem wirtschaftlichen Machtfaktor im Dienstleistungsbereich und zu einer massgebenden politischen Kraft geworden und hat ihre Repräsentanten (zumeist aus der Sphäre der SP – sorry: ich meinte natürlich Leute der CVP) längst in die massgeblichen Gremien gewählt. Sie diktiert die Geschicke. Ich weiss gar nicht, wohin die SRG mit all dem erhaltenen Geld denn überhaupt hin will, denn die heutigen Anlagemöglichkeiten sind bekanntlich beschränkt. Ich empfehle ihr, beispielsweise bei der RSI möglichst noch eine weitere Hundertschaft italienischer Journalisten und Redaktoren anzustellen.

Doch nein, denn nun will die SRG – oder wie sie sagt: muss – plötzlich gar sparen. Ich frage mich weshalb. Zur Aufpolierung ihres ramponierten Images ? So wie ich die SRG kenne, wird sie möglichst dort sparen, wo es ihren hauseigenen linken Lieblingen in den Chefetagen am wenigsten weh tut. Und so warte ich denn darauf, dass beispielsweise beim Sport gespart und die TV-Direktübertragung des Hockeyderbys Lugano-Ambrì der RSI gestrichen wird zugunsten von weiteren millionenschweren SRG-Beiträgen zugunsten der Produktion von Filmen linksextremer Autoren. „Service public“ à la SRG.

Comments are closed.

« »