Mit Ueli Maurer verbinden mich über 20 Jahre der Freundschaft und des gegenseitigen Respekts

Dic 16 • Dall'UDC, Deutsche Seite, L'opinione, Prima Pagina • 18 Views • Commenti disabilitati su Mit Ueli Maurer verbinden mich über 20 Jahre der Freundschaft und des gegenseitigen Respekts

Eros N. Mellini

 

Ich lernte Ueli Maurer vor über 20 Jahren kennen, als er Präsident der SVP Schweiz und Nationalrat war. Aufgrund seiner natürlichen Empathie – aber vor allem wegen seiner zweifellosen Fähigkeiten – hat sich in diesen 20 Jahren zwischen uns eine solide und ehrliche Freundschaft ergeben, auch aufgrund seiner Tätigkeiten und seinem politischen Gespür, die ihm innerhalb der SVP zu einer fulminanten politischen Karriere verhalf: Vom Gemeinde-, Gross- und dann Nationalrat und Parteipräsidenten bis hin zu seiner 2008 erfolgten Wahl in sein höchstes Amt als Bundesrat. In der Landesregierung wurde er zum Chef des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) ernannt; diese Funktion übte er sieben Jahre aus, um dann 2016 ins Finanzdepartement zu wechseln, dessen Leitung er bis heute inne hat. Er war zweimal, 2013 und 2019, auch Bundespräsident.

 

Im EFD sorgte Ueli Maurer mit einer sparsamen Finanzpolitik für eine verantwortungsvolle Verwendung unserer Steuergelder. Während der Corona-Krise sicherte er dank einem rasch aufgelegten Bürgschaftskredit-Programm das Überleben zahlreicher KMU und damit den Erhalt zehntausender Arbeitsplätze. Mittlerweile hat er bereits den Abbau der Corona-Schulden unter Einhaltung der Schuldenbremse geregelt. Bundesrat Maurer hat das Parlament auch jetzt wieder ermahnt, die Schuldenbremse zu wahren, und nicht verantwortungslos neue Ausgaben zu beschliessen.

Ueli Maurer war im Bundesrat der wesentliche Treiber für die Digitalisierung in der Verwaltung sowie zwischen Bund und Kantonen. Zur Stärkung der Cyberabwehr hat er ein Bundesamt für Cybersicherheit initialisiert. Auf der internationalen Ebene hat Ueli Maurer für die Schweiz eine ständige Teilnahme bei der G20 erreicht und unser Land dank der frühzeitigen rechtlichen Regelung des Bereichs der Fintech und Blockchain-Technologie zu einem der führenden Staaten gemacht.

Angesichts der mich ehrenden Freundschaft, die Ueli und mich verbinden, vermag ich wahrscheinlich nicht mit hinreichender Objektivität über sein Schaffen zu urteilen. Dessen ungeachtet glaube ich, dass ich nicht falsch liege, wenn ich Ueli als einen der besten, wenn nicht gar als besten Bundesrat der letzten 50 Jahre betrachte.

In meinem Namen und namens der gesamten Redaktion von «Il Paese» entrichte ich ihm unseren herzlichsten Dank für all das, was er zum Wohle unseres Landes geleistet hat, und ich wünsche ihm das Allerbeste für sein wohlverdientes Pensionszeitalter.

 

Kleine Interview mit Ueli Maurer

I.P.: Lieber nunmehr leider Ex-Bundesrat, lieber Ueli, nun ist es soweit. Wir danken Dir herzlich für Dein enormes Engagement in unserer Landesregierung und für Deine ganze politische Tätigkeit, und möchten Dir im Namen unserer Leserschaft einige Fragen stellen. Vor allem: Was geht Dir durch Kopf und Herz in diesem für Dich so wichtigen Lebensabschnitt?

U.M.: Ich freue mich, dass ich wieder der normale Ueli sein kann. Aber natürlich schaue ich auch gerne auf die langen Jahre in der Politik zurück. Sei es damals in der Gemeinde, im Kanton, dann als Nationalrat und Parteipräsident oder als Bundesrat. Jedes Amt ist auf seine eigene Art und Weise speziell, aber sie haben alle etwas gemeinsam: Man trifft die allerverschiedensten Menschen. Und bei aller Verschiedenheit findet man zusammen doch immer wieder tragbare Lösungen; man setzt sich ein für andere, für unsere Gemeinschaft Schweiz. Auch wenn damit natürlich immer wieder auch Ärger verbunden ist: Das ist sehr motivierend.

I.P.: Du blickst jetzt diese lange politische Karriere zurück, hast viele Ämter auf allen Stufen wahrgenommen: Welche Schlüsse ziehst Du daraus?

U.M.: Wir leben in der besten Staatsordnung der Welt! Tragen wir Sorge zu ihr. Denn in keinem andern Land haben die Bürgerinnen und Bürger so viel zu sagen wie bei uns. Aber unsere Staatsordnung ist nichts für eine passive, träge Bevölkerung. Sie funktioniert auf die Dauer nur, wenn die Leute mitmachen, wenn sie stimmen, wählen, sich engagieren, sich für Ämter zur Verfügung stellen. Das ist darum auch ein Appell: Nutzen Sie die grossartigen Möglichkeiten unserer Direkten Demokratie!

I.P.: Wie hast Du in diesen 14 Jahren die manchmal ärgerlichen Hindernisse erlebt, welche der bundesrätliche Konkordanzzwang einfordert?

U.M.: Das war nicht immer einfach, im Gegenteil! Aber es ist Teil unseres Systems und darum so zu akzeptieren.

I.P.: Soweit die jüngste Vergangenheit. Wie steht’s um die Zukunft? Welche zu lösenden Probleme für die Schweiz betrachtest Du als die grössten?

U.M.: Es läuft einiges aus dem Ruder – und viele möchten es nicht einmal wahrhaben: Ich denke an die überzogenen Ausgaben, die das Parlament beschliesst; an unsere ideologische Energiepolitik, die zu Mangellagen führt; an die ungebremste Zuwanderung, die unsere Kapazitäten in jeder Hinsicht sprengt. Das Schlimmste daran ist, dass so viele – vor allem auch in den Medien – die Augen verschliessen. Dabei ist das Erkennen des Problems die Voraussetzung, dieses zu lösen.

I.P.: Schliesslich: Wie sieht die Zukunft des künftigen einfachen Bürgers Ueli Maurer aus?

U.M.: Ich gehe jetzt dann auf eine längere Velotour. Dann werde ich die Sommermonate in Kanada verbringen, wo mein Sohn mit seiner Familie ganz abgelegen eine Ranch betreibt. Also ein ganz anderes Leben mit der Natur, mit Pferden und Bären – ich freue mich darauf!

I.P.: Lieber Ueli, nochmals herzlichen Dank für all das, was Du für die Schweiz und die SVP geleistet hast, und beste Wünsche für Deine Zukunft. Vergiss bitte nicht, dass Du im Tessin viele Freunde hast und dass unsere Einladung für ein Znacht in einem Tessiner Grotto weiterhin gilt.

 

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