Klein, aber fein

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Eros N. Mellini

Editorial

Heutzutage führt der leichte Zugang zur Information – oder öfters zur Desinformation – mittels Internet, Social Networks, Blogs und anderer Instrumente mit ebenso exotischen Bezeichnungen dazu, dass die Menschen massenhaft sklavisch befolgen, was ihnen von gängigen Schlaumeiern eingetrichtert wird; dies in der Illusion, Teil von so genannten „spontanen“ Bewegungen zu sein, welche (nach deren eigener Ansicht) fähig seien, die Welt vor dem unmittelbar drohenden Untergang zu retten. Daraus erwuchsen die grossen ökologischen, humanitären, pazifistischen und anderen solchen Bewegungen, welche – wenn auch an unterschiedlichen Fronten tätig –  eines gemeinsam haben: Jenen Leuten „auf die Eier zu treten“, die sich zu Recht mehr um die ihnen näher liegenden Probleme kümmern (Arbeit, Unterhalt der Familie, einen vernünftigen Wohlstand etc.) als um die Zukunft des gesamten Planeten. Daraus resultiert eine krankhafte Tendenz, sich in die Angelegenheiten der anderen einzumischen. Das beginnt beim einfachen Bürger damit, seinem Hausnachbarn seine eigene Sicht der Dinge oder Lebensauffassung vorzuschreiben, und reicht bei grossen Gemeinschaften oder Nationen bis dahin, Konflikte zwischen Staaten zu befürworten oder gar zu fördern.

Spontane Volksbewegungen? Eine fake news

Zu glauben, dass eine Bewegung von tausenden, hunderttausenden oder gar Millionen von Personen spontan sein könne, ist utopisch. In Tat und Wahrheit war noch nie eine Volksbewegung spontan und wird es nie sein. Spontaneität mag man dem ersten zugestehen, der eine neue Idee lanciert; aber vom Moment an, in dem sich die ersten Sympathisanten dazu gesellen, tritt stattdessen eine mehr oder weniger grosse Oligarchie von „Piloten“ auf den Plan, deren idealistische Interessen recht bald in ihre persönlichen umschwenken. Das sind Personen, die den gutgläubig-naiven Idealismus der Massen mit gütiger Mithilfe der immer mächtigeren vierten Gewalt unter dem Vorwand der „guten Sache“ geschickt ausnutzen, um für sich und/oder für gewisse Lobbies, als deren Handlanger, lukrative Geschäfte zu machen. Ein kleines Beispiel: die französische Revolution. Meines Erachtens wäre es falsch zu glauben, dass dieses Ereignis – das sämtliche damals gängigen Vorstellungen über die Verteilung der Macht und die Staatsführung über den Haufen werfen sollte – spontan entstanden sei. Dass jemand als erster sagte „Nun reicht es aber!“ ist wahrscheinlich. Aber bereits die kleine Schar von Gewalttätern, welche 1789 die Bastille stürmte, wurde „gelenkt“ von Leuten wie Desmoulins, Danton, Filippe von Orleans. Im Verlauf der Revolution gesellten sich dann Robespierre, Marat und andere „grosse Chamäleons“ dazu, welche – im Gegensatz zu den anderen, die ein böses Ende erlitten – unbehelligt die verschiedenen darauf folgenden Regimes durchliefen, die zum Kaiserreich von Napoleon Bonaparte führten. Wie stand es denn also um die Spontaneität der französischen Revolution? Und wie kann man – da diese Spontaneität im Falle des erwähnten Grossereignisses zweifelhaft ist – glauben, dass im Zeitalter der informatikbestimmten (Des-)Information Bewegungen wie die ökologische oder feministische, die Revolutionen des arabischen Frühlings und jene gegenwärtig in Südamerika und anderen Weltgegenden im Gange befindlichen, „spontan“ seien ? Spontan kann allenfalls (zu Recht, aber wahrscheinlich nach allen Regeln der Kunst gefördert) das diffuse Gefühl von Unbehagen sein, das die Manipulation der Massen seitens der erwähnten „Piloten“ leicht macht.

Sich in die Angelegenheiten der anderen einzumischen: Ein bequemes Schlupfloch, um von den eigenen Problemen abzulenken

Dies ist auch die Folge einer (zumindest im Moment noch bestehenden) wohl zu üppigen Wohlstandsgesellschaft. Ja, denn solange Leute, deren Geld nicht bis Ende des Monats reicht, die von mannigfachen Formen staatlicher Unterstützung leben, welche ihre Krankenkassenprämien nicht mehr bezahlen können, die ihre Altersrenten erhöhen möchten etc.etc. die Zeit finden, auf die Strasse zu gehen für Proteste wegen des Klimas (zu dessen Schutz sie nota bene für eine massgebliche Erhöhung der privaten Haushaltskosten eintreten) bedeutet dies, dass es unserer Gesellschaft noch dermassen gut geht, dass man sich um klassische „Luxusprobleme“ zu kümmern vermag. Leider aber ist diese Sicht der Dinge situationsbedingt etwas verfälscht: Denn wer das grösste „Puff“ veranstaltet gehört nicht so sehr dem Mittelstand an, welcher bis zum hinterletzten Rappen besteuert wird und von keinen Erleichterungen profitiert, sondern es sind die Minderbemittelten, die kaum oder gar keine Steuern zahlen und sämtliche staatlichen Hilfsleistungen in Anspruch nehmen. In Tat und Wahrheit wird dieses angebliche Eintreten für die globalen Probleme schlau gelenkt von jenen Leuten, die davon ablenken wollen, dass sie ihre hauseigenen Probleme nicht zu lösen vermögen: konkret gesagt von gewissen Parteien und parlamentarischen Parteivertretern.

Die Globalisierung ist eine Schweinerei… ja, aber auch die politische

Die wirtschaftlich-betriebliche Globalisierung verursacht den Kleinunternehmern, die ihre Produktionskosten nicht auf das Niveau jener der Grossunternehmen anpassen können, enorme Probleme. Deshalb muss man mit einigen zumeist protektionistischen Korrektiven eingreifen, damit sie von ihrer Arbeit leben können. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass in der Schweiz die KMU (mit maximal 249 Beschäftigten) 99,6 % (Zahlen von 2013) der Schweizer Unternehmen ausmachen, und sie 65 % sämtlicher angestellten Arbeiter beschäftigen (83,99 % der KMUs beschäftigen gar weniger als 10 Angestellte), kann man sich leicht vor Augen führen, dass die Schweizer Wirtschaft besonders auf ihre Kleinunternehmer achten sollte. Aber darum kümmert sich, im Rahmen des Möglichen, der Bund. Gegen etwas anderes hingegen kann der Staat wenig oder nichts tun: Gegen die politische Globalisierung, d.h. gegen die Verbreitung einer Einheitsmeinung, die dann wie erwähnt als Schlupfloch dient, um die Leute von der Unfähigkeit der Parteien abzulenken, deren Probleme zu lösen. Was eigentlich nicht gar so schlimm wäre, wenn damit nicht Wahlerfolge besagter unfähiger Parteien einher gingen. Als Beweis dafür dient der grüne Tsunami, der gegenwärtig die ganze Welt und leider auch die Schweiz heimsucht. Glaubt man denn, dass die sich als Beschützer der Welt aufspielenden Neugewählten in der Lage seien, auch nur minimal zum Erhalt oder zur Förderung des Wohlstands unseres Landes etwas beizutragen?

Kümmern wir uns für einmal nur um unsere eigenen Angelegenheiten !

Unsere Hausaufgaben haben wir gemacht. Wir verursachen nur ein Promille des weltweit produzierten CO2, zahlen bereits beträchtliche Gebühren für Treibstoffe und Heizöl, haben relativ wenig Luftschadstoffe (wenn man absieht von der Luftverschmutzung durch den Pendlerverkehr, einem Problem, das aber mit der Anwendung des Verfassungsartikels 121a gegen die Masseneinwanderung und nicht mit einer weiteren Erhöhung des Benzinpreises lösbar wäre). Sollten wir uns denn wirklich zusätzlich selbstkastrieren, dies im Wissen darum, dass die weltweiten Hauptverursacher der Umweltverschmutzung (China, Indien, USA etc.) innert weniger Stunden unsere Energiesparmassnahmen eines ganzen Jahres wettmachen könnten? Kümmern wir uns doch besser um die eigenen Dinge! Sorgen wir doch für den Wohlstand unserer kleinen Schweiz, und zuerst unseres kleinen Tessins oder unserer noch kleineren Gemeinde. Und zuallererst um den Wohlstand unserer Familien und von uns selber. Je näher und besser umschreibbar ein Problem ist, desto einfacher findet man dafür Lösungen. Klein, aber fein!

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