«Guillaume Henri Dufour und seine Bedeutung für die Schweiz»

Ott 3 • Dalla Svizzera, Deutsche Seite, In terza, L'opinione, Prima Pagina • 235 Views • Commenti disabilitati su «Guillaume Henri Dufour und seine Bedeutung für die Schweiz»

Feier 150 Jahre Guillaume Henri Dufour, 5. Juli 2025, Mehrzweckhalle Kaserne Bern. von Christoph Blocher, a. Nationalrat und a. Bundesrat

Wie entstand die Schweiz

Die Schweiz wurde nicht durch Expertengremien konstruiert. Sie ist viel mehr während vielen Hunderten von Jahren entstanden – fast natürlich gewachsen. Vom Anfang an – im mythischen 12. und 13. Jahrhundert bis heute, 734 Jahre seit dem Bundesbrief von 1291 – ist das so. Oft kann man erst nachträglich – im Hinterher – herausfinden, welches eigentlich die bedeutendsten Entwicklungsschritte waren. Und obwohl in der Schweiz die Bürgerrechte – mit Landsgemeinden – schon früh demokratische Formen kannten und diese Beschlüsse massgebend waren, so bedeutend waren stets gestandene, einzelne Persönlichkeiten.

Aber – das weiss die Demokratie, das wusste in der Schweiz die Bürgerschaft: Ohne herausragende Persönlichkeiten ging und geht es auch in der Demokratie nicht.

Seien es im mystischen 13. Jahrhundert ein Wilhelm Tell, später ein Niklaus von Flüe, dann die Reformatoren, ein Alfred Escher, ein Ulrich Ochsenbein und eben auch ein General Guillaume Henri Dufour. Ohne sie hätte sich die Schweiz ganz anders entwickelt.

Die Schweiz vor 1789

Wie sah denn die Eidgenossenschaft aus, als der spätere General Dufour 1787 geboren wurde? Sie bestand eigentlich nur aus den souveränen 13 Orten, die Sie hierrot sehen: Die Landsgemeinde-Orte der Innerschweiz – also Uri, Schwyz und Unterwalden – dann Zug, Glarus, Appenzell sowie die Städte Luzern, Zürich, Bern, Freiburg, Solothurn, Basel und Schaffhausen.

Der grösste Teil der heutigen Schweiz bestand aber aus den hier hellgrün gezeichneten Untertanengebieten der Städte, also den verschiedenen Landvogteien und Gemeinen Herrschaften (in Grau) sowie (in Braun) den zugewandten Orten wie Graubünden, das Oberwallis oder die Städte Mülhausen und Genf.

Entwicklung im 19. Jahrhundert

Gehen wir zuerst zurück in Dufours-Zeit – ins 19. Jahrhundert!

Wie sah die Schweiz im 19. Jahrhunderts aus? Nachdem die alte Eidgenossenschaft 1798 – im Streben der Bürger nach Freiheit und unter dem militärischen Druck von Napoleon Bonaparte –zusammengebrochen war, wurde die Schweiz 1815 zu einem Staatenbund.

Genfer, Franzose und Schweizer

Noch vor dem Einmarsch vor Napoleon musste die Familie Dufour wegen eines freiheitlichen Bürgeraufstands gegen die herrschenden Patrizier, an dem sich auch Vater Dufour beteiligte, Genf verlassen. Die Familie landete schliesslich im damals noch österreichischen Konstanz, so dass Guillaume Henri Dufour die ersten beiden Lebensjahre am Bodensee verbrachte.

Später zog die Familie wieder nach Genf, das dann Frankreich eroberte, so dassDufour französischer Staatsbürger wurde. Als Franzose liess er sich in Paris und Metz zum Genie-Offizier und Ingenieur ausbilden, leistete Dienst in der französischen Armee und begeisterte sich für das strategische Genie von Kaiser Napoleon.

Nachdem Napoleon 1814 geschlagen war, kehrte Hauptmann Dufour wieder nach Genf zurück. Er tat aber wieder Dienst im französischen Lyon, sobald der französische Kaiser von Elba zurückkehrte. Und war tieftraurig, als Napoleon nach Waterloo für immer nach St. Helena verbannt wurde.

Fortsetzung in der nächsten Ausgabe

Comments are closed.

« »