Absurde Schuldgefühle

Feb 8 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 970 Views • Commenti disabilitati su Absurde Schuldgefühle

Eros N. Mellini

Editorial

Wir leben in einer komischen Welt. Der in Rekordzeit erreichte, vielleicht exzessive Wohlstand, der es uns nicht erlaubt hat, zivilisatorische Fortschritte im nötigen Ausmass zu assimilieren und zu schätzen, hat – ich spreche hier nur von der westlichen Welt, nicht von den Bestrebungen der aufsteigenden Dritten Welt, welche diesen Wohlstand in noch kürzerer Zeit erlangen will – eine konfuse Menschheit geschaffen, die – da sie nicht weitaus konkretere und dringendere Probleme lösen muss wie die vergangenen Generationen – den Mund voll nimmt und unnötigerweise von völlig abstrakten Dingen schwafelt (oder schlimmer noch beliebige Kritiken anbringt). Abstrakt und völlig unnötig erscheinen für die heutige Generation diese existentiellen Probleme von damals, die sie nur vom Hörensagen kennt; natürlich sind sie es nicht für unsere Eltern und Grosseltern, die sie am eigenen Leibe erfuhren. Statt die Probleme anzugehen, die HEUTZUTAGE unsere Gesellschaft heimsuchen (Arbeitslosigkeit, Gewalt etc.) richtet man den Blick auf die Vergangenheit und kritisiert Entscheide und Haltungen, welche die Behörden in Situationen getroffen bzw. eingenommen haben, die zu beurteilen uns heute nicht ansteht. Oder auch: Statt die Schwierigkeiten zu überwinden, die uns im Nahbereich (Familie, Gemeinde, Kanton und bestenfalls noch die Schweiz) erwachsen, versteift man sich darauf, den Planeten dadurch retten zu wollen, dass man hier das Wassersparen predigt in der irrigen Meinung, dass dadurch im ausgetrockneten Afrika mehr Wasser zur Verfügung stehe.

Absurde und gefährliche Schuldgefühle

Diese immer verbreitetere Tendenz zur Selbstbeschuldigung ist äusserst gefährlich, denn sie wird ausgenützt von pseudohumanitären Organisationen und auch politischen Parteien auf der Suche nach leicht zu erzielenden Wahlgewinnen, um damit die Volksmeinung in Richtung einer bizarr als „Mainstream“ bezeichneten Haltung hin zu beeinflussen und zu lenken; was indessen nichts anderes ist als die Köderung jener, die – aus oft nicht einmal sonderlich versteckten Interessen – eine riesige Nachfrage für ihre Produkte schaffen wollen. Ob es sich um Windräder, Elektromobile, Bioprodukte, die Asylindustrie oder anderes handle, spielt keine Rolle: Hinter den Verhaltenskodizes – welche mehr fanatischere Jünger hinter sich scharen als es jene der Zehn Gebote in Zeiten der Kreuzzüge taten, die aber oft nur eine verächtliche Missachtung sind der einfachen Lehren, die uns unsere Vorgänger (nicht immer mit dem nötigen Erfolg, muss ich in meiner Hinsicht zugeben) erteilten hinsichtlich der Wichtigkeit des Sparens oder des Vermeidens von Verschwendungen – verbergen sich Industrien, Gruppen und Bewegungen, die einzig auf Gewinn streben. Haben Sie sich nie darüber Gedanken gemacht? Jemand muss ja wohl ein Interesse daran haben, die Windräder, Elektromobile oder Bioprodukte zu verkaufen, oder zum eigenen Vorteil die Migration, den Hunger oder die Armut zu nutzen, indem sie grosszügige Subventionen einstecken, die ihnen Regierungen aus Angst vor Wahlverlusten nachgiebig gewähren. Just jene Regierungen, die dann, um den Kreis zu schliessen, Gesetze und Verordnungen erlassen, die ihrerseits darauf ausgerichtet sind, die Haltung der Leute in die gewollte Richtung zu lenken (einige einheimische Beispiele: Treibstoffsteuern, Atomausstieg, Sackgebühr etc.). Das primäre Resultat von all dem sind die kontinuierlich und unaufhaltsam steigenden und zudem nicht durch entsprechende Lohnanstiege kompensierten Lebenshaltungskosten. Diese Tendenz zur Herstellung von Schuldgefühlen erstaunt mich tagtäglich, denn sie lenkt von den heutigen Problemen ab. Ein Schuldgefühl, das uns dazu verleitet, schon nur eine einzige Glasflasche zur weit von Zuhause entfernten Entsorgungs-Sammelstelle zu bringen, statt sie ganz einfach in den Hauskehrichtsack zu werfen. Oder, dass man alle Leute zum mühsamen Velofahren zwingt – dies übrigens unter Nichteinhaltung der elementarsten  Strassenverkehrsregeln (Missachtung der Verkehrsampeln, Fahren in der Gegenrichtung oder auf den Trottoirs): Lustigerweise empfinden wir dafür keinerlei Schuldgefühle – weil der „Mainstream“ dazu geführt hat, dass man für das Parkieren eines Fahrzeuges in den Städten stundenlang suchen muss. Persönlich empfinde ich keinerlei Schuldgefühle, vielleicht weil ich sie verdränge und stattdessen zahlreicher Bussen zahle.

Schuldgefühle dafür, was unsere Vorgänger getan haben?

Noch viel weniger begründet sind die eingangs erwähnten Schuldgefühle, jene bezüglich der Handlungen oder Einstellungen unserer zeitweise historisch weit zurückliegenden Vorgänger. Als Meister im Erwecken solcher Schuldgefühle erwiesen sich die Nachfahren jüdischer Opfer des Holocausts. Nicht so sehr die direkten Opfer des Nazismus/Faschismus, die dazu völlig berechtigt waren, sondern die nachfolgenden Generationen. Nicht zufälligerweise wird der Holocaust bei jeder sich bietenden Gelegenheit hervor geholt, während die von den kommunistischen Regimes durchgeführten Gemetzel kaum oder nur dann beschwichtigend erwähnt werden, wenn es nicht mehr anders geht. Im Gegenteil: Während der Holocaust auch bei jenen Schuldgefühle entfacht hat, die dafür absolut keine Schuld tragen – insbesondere bei den jüngeren Generationen von Ländern, die sicherlich Hitler und Mussolini nicht unterstützt hatten – empfindet sich für die begangenen Massaker von Stalin, Pol Pot, Mao und anderen Anhängern der kommunistischen Bewegung niemand schuldig; dort schlägt der Virus keine Wurzeln.

Um diese Diskussion abzuschliessen möchte ich ein einziges Beispiel erwähnen, das unser Land betroffen hat: Erinnern Sie sich an die Angelegenheit mit den jüdischen Vermögen, was die die UBS mit gütiger Mithilfe der Regierung dazu veranlasst hat, den (klarerweise auch wirtschaftlich begründeten) amerikanischen Erpressungen nachzugeben und die Summe von 1 Milliarde und 250 Millionen Dollars (zum damaligen Kurs berechnet, von 1,86 Milliarden Franken) zu zahlen?  Bemerkenswert ist, dass die Verteilung dieses Geldes an die Überlebenden des Holocausts 15 Jahre dauerte, aber persönlich würde es mich nicht erstaunen, wenn – abgesehen von den Honoraren für D’amato, Fagan und weitere Anwälten – ein erklecklicher Teil dieser Summe in andere Hände abgeleitet worden wäre. Aber die Auszahlung dieses sicherlich nicht unbedeutenden Betrages bliebe ein Problem von nur relativer Bedeutung, wenn es denn dabei geblieben wäre. Leider hat aber hat der Bundesrat in seinem Delirium von Selbstgeisselung das berüchtigte Gutachten des Prof. Jean-François Bergier in Auftrag gegeben, dessen Bericht unsere in der Kriegszeit Regierenden so quasi als mitschuldig und kaum weniger schändlich als die Nazi-Kriegsverbrecher agierende Clique erklärte, weil sie damals in einer Situation, die heute niemand mehr zu beurteilen berechtigt ist, gewisse Massnahmen getroffen hatten, um (nota bene: erfolgreich) die Schweiz vor Kriegsgräueln zu bewahren. Aber es wurde ein Schuldgefühl entwickelt und verbreitet für eine angebliche Kollaboration mit Hitlerdeutschland wegen der damaligen Handhabung des Asylrechts und anderem. Diese urbi et orbi verbreitete Stellung führte, zusammen mit dem feigen Nachgeben gegenüber den Erpressungen der jüdisch-amerikanischen Organisationen, zum Bild einer verzagten Schweiz, die sich jederzeit ausnutzen lässt von jedermann, der irgendwo etwas laut schreit (ein durchaus realistisches Bild, wenn man die Schweiz nur aufgrund von Bundesberns Verhalten beurteilt). Und wegen dieses Bildes sehen wir uns heute einer endlos erscheinenden Kadenz von Forderungen seitens der EU ausgesetzt.

Schlussfolgerungen

Für mich gibt’s ein einziges Fazit: Es besteht keinen Grund für Schuldgefühle, weder für heutiges unkonventionelles (politisch nicht korrektes) Verhalten, noch für das Tun oder für Entscheide von Personen oder Politikern in einer Zeit, in der wir noch nicht mal geboren waren. Befreien wir uns doch von diesem dümmlichen Joch, was für uns bedeutend weniger Einschränkungen in unserem täglichen Leben bedeutete. Um VERNÜNFTIGERWEISE ökologisch zu sein, bedarf es des „Mainstreams“ nicht; es reicht das aus, was wir aus den Erfahrungen unserer Grosseltern lernen können, als die wirklich wichtigen Probleme des Lebens von den Bedürfnissen der Familie bestimmt wurden und nicht von einer angeblichen Notlage, den Planeten retten zu müssen.

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