Feile Sklaven…

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Eros N. Mellini

Editorial

Feile Sklaven, ihr habt sie verhandelt, sagt, was wurde als Preis euch gegeben? Nur mit Golde lässt ihr euch kaufen…

Für dieses Editorial habe ich mir erlaubt, den Rigoletto zu bemühen. In Verdis Oper ist der Wutausbruch des Hofnarren, der ihn die titelerwähnten Worte ausrufen lässt, dadurch veranlasst, dass die Höflinge ihm seine Tochter Gilda geraubt haben, um sie den lüsternen Absichten des Herzogs von Mantua preiszugeben. Übertragen wir das ganze Szenario nach Bern und ersetzen Rigoletto mit dem Durchschnittsschweizer – aber dem echten (deren gibt es noch, aber ja, es gibt sie noch), jene welche die nationalen Werte lieben und schätzen; und beseelt von einem betont grossen Heimatgefühl, das wir Gilda, seiner Tochter zuordnen. Stellvertretend für den Herzog von Mantua nehmen wir die EU, und die „Sklaven“ (Höflinge) werden durch jene Mehrheit von europhilen Parlamentariern repräsentiert, die Bundesbern befallen haben. Aus all dem resultiert ein äusserst lausiges Libretto, welches es sicher nicht verdiente, vom grossen italienischen Komponisten vertont zu werden; dafür wären bestenfalls die zweifelhaften Talente eines mittelmässigen Rappers erforderlich.

EU als Herzog von Mantua

In der Oper von Verdi stellt der Herzog von Mantua den schweinischen Aristokraten dar mit seinem lüsternem Blick auf Gilda – und ganz generell auf alle Frauen (wer immer sie seien ist mir egal…). Die EU verfolgt ebenso laszive Ziele bezüglich der Schweiz – aber auch bezüglich den eigenen Mitgliedstaaten, denen sie hemmungslos Zustimmungen abverlangt; eine Haltung, die nicht nur den Brexit bewirkte, sondern auch in ihren Vasallenstaaten rebellische politische Bewegungen aufkommen lässt. Es mag Zufall sein, aber mir scheint, dass der gegenwärtige Präsident der Europäischen Kommission mit seiner Unart, wen immer auch schleimig abzuküssen, und seinem klaren Hang zur Trunksucht, auf unübertreffliche Art und Weise den Herzog von Mantua der europäischen Politik verkörpere.

Die Schweiz als Gilda

Wenn Gilda in der Originalversion nicht gänzlich schuldlos war (da sie alles in allem freiwillig und unter falschem Namen den Schmeicheleien des Herzogs erlag), trifft in unserer imaginären Oper auch unsere Gilda – will heissen die Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die stolz auf ihre nationalen Werte sind – dieselbe Schuld: Sie ist den Schmeicheleien nicht so sehr des Herzogs, sondern jenen der Höflinge – welche sie alle vier Jahre wiederwählt und dabei vergisst, in der vorgängigen Wahlperiode von ihnen verraten worden zu sein – erlegen und ist dies noch heute. Eine alter Spruch besagt, dass Lügen kurze Beine hätten. Da drängt sich der Eindruck auf, dass das Schweizer Wahlvolk aus lauter Zwergen bestehe, denen die kurzen Lügenbeine eines Grossteils unserer Parlamentarier völlig normal erscheinen.

Feile Sklaven

Kommen wir schliesslich auf die „feilen Sklaven“ (oder Höflinge) zu sprechen, nämlich Bundesberns Europhile. Treulose, Falsche, Zwiespältige und Verräter, die „sich nur mit Golde erkaufen lassen !“. Ehrlich gesagt weiss ich nicht, ob es wirklich um eine Frage von Gold geht (für einige von ihnen scheint es so, dass deren persönliche Interessen direkt auf pekuniäre Vorteile abzielen) oder schlicht um eine echte oder vermeintliche internationale Anerkennung verschiedener Art, oder um wer weiss welche anderen Motive. Es verbleibt die Tatsache, dass sie die seit Jahren – und dies nicht einmal sonderlich verdeckt – für einen EU-Beitritt der Schweiz wirbelnden Intriganten darstellen. Denn sie haben die Niederlage von 1992 nie richtig verdaut, als die Schweiz NEIN sagte zum EWR, und sie treiben heute durch das Herbeiführen von Mehrheiten im Parlament Machenschaften, welche die schändliche Kapitulation gegenüber jeglichen Forderungen der EU ermöglichen. Deren Zweck liegt klar darin, das Volk zur Erschöpfung zu bringen, indem man systematisch Allem und Jedem nachgibt, bis sich die Überzeugung durchsetzt, dass wir nun bereits dermassen in die EU integriert sind, dass wir ihr besser gleich beitreten sollten.

Aber kann der Tyrann denn nicht sterben?

Sicherlich kann er sterben. Das gilt für Verdis Herzog von Mantua, aber ebenso für seine Berner Version. Nur will man das nicht zugeben, sondern schliesst es a priori aus. Die EU sei zu gross, es gehe um zu viele Interessen, und so könne sie nicht sterben. Nun, so gross sie auch sei und wie viele Interessen sie einbeziehen oder schaffen möge, kann ein Gebilde, das sich immer mehr als verfehlt und voller Fehler erweist, nicht ewig dauern. Und oft erschüttert wird sie ja bereits von verschiedenen ihrer Mitgliedstaaten. Sicher ist der Brexit das eklatanteste Beispiel, aber all die Anzeichen von Rebellion, die sich in zunehmendem Masse in den anderen Ländern manifestieren, in welchen nationalistische Bewegungen immer mehr Fuss fassen, weisen auf eine gegenwärtig stattfindende Zerbröckelung hin, welche die Spitzenbeamten der EU nur schwerlich aufzuhalten vermögen, insbesondere mit ihrem arroganten kolonialen Machtanspruch gegenüber den Mitgliedstaaten (und dies umso weniger gegenüber Nicht-Mitgliedstaaten wie der Schweiz). Für die Schweiz – die echte und gut meinende Schweiz, d.h. die Gilda in unserer fantasievollen Erzählung – geht es darum, lange genug ausserhalb der EU bleiben zu können, bis diese sich selber auflöst. Das ist ein kühnes Unterfangen, das nur gelingen kann wenn man vorbehaltlos die Hypothese in Erwägung zieht, dass die EU in die Brüche gehen könnte. Es sind ja bereits grosse Zivilisationen verschwunden, die beiden römischen Reiche, das heilige römische Reich, und in jüngerer Vergangenheit das napoleonische Reich, die Sowjetunion…, warum sollte denn eine Fehlkonstruktion wie die EU von längerer Dauer sein, die in den letzten Jahrzehnten nichts Vernünftiges zustande gebracht hat? Der vergangene Grössenwahn hat Persönlichkeiten wie Napoleon zu Fall gebracht, warum denn sollte deren heutiger Grössenwahn die jeweiligen Schwafler des Typs Macron, Merkel, oder schlimmer noch die EU-Kommissionspräsidenten à la Juncker davon verschonen?

 

Sicher werden sie über kurz oder lang nicht verschont werden. Wichtig ist: Erinnern Sie sich nächsten Oktober bei den Wahlen an Gilda: Die feilen Sklaven (Höflinge) wählst Du als Stimmbürger oder eben auch nicht. Und solange du diesen die Stimme gibst, dann beklage dich danach nicht, wenn sie dich ausrauben und dich den lüsternen Begehren des Herzogs von Mantua überlassen.

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