Die wahren Gründe des Fachkräftemangels

Dic 2 • Dall'UDC, Dalla Svizzera, Deutsche Seite, L'opinione, Prima Pagina • 100 Views • Commenti disabilitati su Die wahren Gründe des Fachkräftemangels

Von den Politikern und den Wirtschaftsverbänden hören Sie seit Jahren das gleiche Lied: “Wir brauchen die Personenfreizügigkeit und die Zuwanderung wegen dem Fachkräftemangel.” Doch wenn wir die Zahlen und die Profiteure unserer Zuwanderungspolitik anschauen, zeigt sich ein erstaunliches Bild. Lesen Sie hierzu meinen Kommentar.

Brauchen wir die Massenzuwanderung aus wirtschaftlichen Gründen? Schauen wir uns die Zahlen des Jahres 2022 einmal genauer an: Als Familiennachzug kamen ca. 43’000 Personen in die Schweiz. Zur Aus- und Weiterbildung 17’000 Personen. Aus dem Asylwesen wurden über 8000 Personen aus diesem Bereich herausgenommen und in den ordentlichen Aufenthaltsstatus befördert. Dazu kommen 5000 übrige Zugänge ohne Angaben und weitere 5000 ohne Erwerbstätigkeit. Damit wären wir bei 78’000 Personen, die gekommen sind, ohne erwerbstätig zu sein.

Wenn die Statistiker vom Bund die erwerbstätigen Zuwanderer mit 85’000 Personen angeben, fehlen zur Gesamt-Netto-Zuwanderung von 2022 noch immer 17’000 Personen. Das sind neue Asylsuchende, die sicher auch nicht erwerbstätig sind. Kurz: Es sind letztes Jahr 95’000 Menschen in die Schweiz gekommen, die nicht arbeiten. Da ist es ja logisch, dass auch die fast 100’000 neuen, nicht erwerbstätigen Zuwanderer Fachkräfte brauchen, nämlich in der Bildung, bei der medizinischen Betreuung, im öffentlichen und privaten Verkehr, beim Wohnungsbau, in der Verwaltung, im Restaurant usw.

Zu den erwerbstätigen Zuwanderern von 2022, die uns die Bundes-Statistiker vorrechnen, gehören natürlich auch die, die mittlerweile arbeitslos sind. Vor kurzem ist übrigens etwas passiert, das es in der Schweizer Geschichte noch nie gegeben hat: Das erste Mal haben nämlich die Ausländer die Schweizer als Bezieher von Arbeitslosen-Geldern überholt. Obwohl wir «nur» 26 Prozent Ausländer in der Schweiz haben, sind mittlerweile über 50 Prozent der Arbeitslosengeld-Bezieher Ausländer. Und trotzdem reden wir ständig von Fachkräftemangel.

Ich rufe die Wirtschaftsverbände und die Politiker auf, nicht mehr ständig von Fachkräftemangel zu reden. Oder doch wenigstens zuzugeben, dass die Personenfreizügigkeit mit der EU das Fachkräfte-Problem nicht löst, sondern ständig noch weiter verschärft. Wenn die Personenfreizügigkeit das Fachkräfte-Problem lösen würde, hätten wir es ja nach über zwanzig Jahren Personenfreizügigkeit längst gelöst!

Mit freundlichen Grüssen aus den Sümpfen von Bern

Thomas Matter, Nationalrat, Meilen (ZH)

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