Dezente Schulbekleidung ade!

Ott 16 • Deutsche Seite, L'opinione, Prima Pagina • 5 Views • Commenti disabilitati su Dezente Schulbekleidung ade!

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Unlängst ist in einem Westschweizer Kanton wieder einmal die Diskussion um die dezente Schulbekleidung neu aufgeflammt. Provokativ (halb-)bekleidete Mädchen wurden gezwungen, während des Unterrichts über ihre provokativ knappe Bekleidung ein knielanges T-Shirt zu tragen. Das rief einen Proteststurm vorweg der Eltern der Kinder herauf. Denn damit würden die Kinder diskriminiert, angeblich ihres Rechts auf beliebig freie Bekleidung, so quasi eines Menschenrechts, beraubt, Die Behörden mussten auf den grossen medialen Druck hin ihre Massnahme rückgängig machen.

Dies lässt mich perplex. Denn das Problem der Schulbekleidung ist bekannt. Eines der altbekannten ist, dass unter Schulkindern ein modischer Wettkampf um die neuste, sexieste und teuerste Bekleidung stattfindet. Wer nicht die modernsten Klamotten trägt, ist out. Aber nicht alle Eltern können es sich leisten, ihren Kindern tagtäglich die modernsten Kleider zu kaufen, damit sie sich in der Schule nicht diskriminiert fühlen und heulend nach Hause kommen.

Es kann auch anders gehen: In englischen Schulen (vor allem in Privatschulen) beispielsweise tragen die Kinder während ihrer Schulbesuche und des Unterrichts eine Art Uniform, versehen mit dem Wappen ihrer Schule. Die Kinder tragen diese Uniform mit grossem Stolz. Sie ergibt Solidarität, ein Zusammengehörigkeitsgefühl und verhindert jegliche modische Diskriminierung.

Oder ein anderes Beispiel: Zumindest hier im Tessin war es früher vorgeschrieben, dass die Kinder auf ihrem Weg zur Schule, während des Unterrichts, und bis zu ihrer Rückkehr nach Hause über ihre Kleidung einen schwarzen Overall, eine Art Mäntelchen, trugen. Ablegen durften sie dieses erst nach ihrer Rückkehr nach Hause. Das ergab Vorteile: Während des Unterrichts waren alle Kinder gleich, und damit konnte man auch kontrollieren, dass sich die Kinder vor und nach dem Unterricht nicht unnötig lange herumtrieben und auf blöde Gedanken kommen. Das war durchaus auch im Interesse der Eltern, die ihre Kinder möglichst rasch wieder zu Hause haben wollten, damit sie bei den Arbeiten mithelfen konnten, was früher üblich war (namentlich in der Landwirtschaft); heute wird das Mithelfen der Kinder hingegen als illegale „Kinderarbeit“ angeprangert. Dafür sorgt nötigenfalls der Europäische Menschenrechtsgerichtshof!

Doch zurück zur sexuell provokativen Bekleidung der Mädchen in unseren Schulen: Es liegt in der Natur der Sache, dass die Mädchen bei den Buben möglichst auffallen wollen, da findet ein unerbittlicher Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit statt. Wer am sexuellsten auftritt, geniesst die höchste Beachtung: vor, während und nach dem Unterricht. Wenn nötig stellt man sich auch halb nackt ins Netz. Wenn’s dann seitens der stimulierten Buben zu aggressiven Avancen kommt, ist’s so: Wenn es für ein Mädchen der Richtige ist, ist’s willkommen. Ist es der Falsche, dann ist’s eine sexuelle Belästigung. Dann ab nach Hause, heulen bei den Eltern, elterliche Intervention bei den Schulbehörden, Strafanzeigen, Gerichtsverfahren bis Bundesgericht oder gar Menschenrechtsgerichtshof.

Und so frage ich mich: Sind bzw. waren die eingangs skizzierten restriktiven Schulbekleidungsvorschriften denn wirklich so falsch und menschenrechtswidrig wie sie heute dargestellt werden? Ich glaube nicht. Im Britischen Unterhaus schreit der Speaker im Fallle von parlamentarischen Tumulten jeweils lautstark „Order!, Order!!“. Vielleicht müsste man dies auch punkto Schulbekleidung vermehrt tun.

 

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