Coronavirus – wie geht’s weiter? Gemäss V, W, U oder schlimmstenfalls gar L?

Apr 17 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 357 Views • Commenti disabilitati su Coronavirus – wie geht’s weiter? Gemäss V, W, U oder schlimmstenfalls gar L?

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Nun ja, über die Coronavirus-Krise sieht, hört und liest man derzeit zur Genüge und bis zum Überfluss alles und das Gegenteil von allem. Schwer zu sagen, wer Recht hat. Eines ist klar: Die Diskussion läuft derzeit darauf hinaus, die derzeitigen gesundheitlichen und die voraussehbar schweren wirtschaftlichen Schäden gegeneinander abzuwägen und zu entscheiden, was denn im Moment richtigerweise zu tun sei. Kein einfacher Entscheid. Richtig scheint mir – wie Eros Mellini in seinem Editorial zu Recht mahnt –  dass man ob all der Gesundheitsvorsorge die Wirtschaft nicht ruinieren darf.

Klar: Niemand kann mit Sicherheit voraussagen, wie es mit der Wirtschaft weiter gehen wird,  welchem Buchstaben-Modell (wobei die einzelnen Buchstaben rein graphisch – von ihrer Schreibweise von oben nach unten und umgekehrt – den Verlauf der Kurve der möglichen Entwicklung symbolisieren)) sie folgen wird: Dem V-Modell, d.h. einem raschen Wiederaufstieg nach dem krassen Abstieg ? Das ist wohl derzeit viel zu optimistisch gedacht. Nach dem W-Modell, d.h. nach dem Crash mit einem raschen Wiederaufstieg, dann aber wegen einer möglichen zweiten Corona-Welle mit neuerlichem Abstieg und erst wieder viel späterem Wiederaufstieg ? Natürlich gilt es, dies zu vermeiden. Die wohl bestmögliche ist die U-Variante. D.h. Abstieg, wirtschaftliche Stagnation auf tiefem Niveau für eine möglichst kurz zu haltende Zeit, mit anschliessendem Wiederaufstieg. Das schlimmste wäre die L-Entwicklung: Wirtschaftlicher Abstieg mit dauerndem Verbleiben auf tiefstem Niveau. Die Folgen wären katastrophal.

Die SVP hat unlängst Vorschläge erarbeitet bzw. Forderungen an den Bundesrat gerichtet, um möglichst rasch aus dieser Krise heraus zu finden. Sie sind vernünftig. Es geht darum, zu erreichen, dass aus der derzeit bestmöglichen U-Situation nicht eine L-Situation wird. Aber hiefür müssen sich Bundesrat und Parlament (soweit noch handlungsfähig) ohne parteipolitischen Guerillakrieg bewegen, und zwar rasch, und die SVP-Vorschläge ernst nehmen.

Bitte nicht wieder so wie anfangs März. Bereits damals hatte die SVP Forderungen gestellt, namentlich die Schliessung der Grenzen zu Italien, dem Epizentrum der Coronavirus-Ausbreitung. Sie wurden in den Wind geschlagen. Statt wirksame Massnahmen zu treffen, beschränkte sich Bundesbern auf das Empfehlen von Händewaschen, später auf ein Versammlungsverbot von über 5 Personen, währenddessen Zehntausende von hochriskanten italienischen Grenzgängern aus Oberitalien tagtäglich unkontrolliert ins Tessin gelangten. Der Grund ? Die Ablehnung der Grenzschliessung wurde mit dem Killerargument begründet, dass man in den Tessiner Spitälern und Altersheimen nicht auf das italienische Pflegepersonal verzichten könne. Da erlaube man mir eine ketzerische Frage: Da die Corona-Toten im Tessin vorweg in den Spitälern und Altersheimen zu beklagen waren und sind, frage ich mich, inwiefern die Übertragung der Krankheit nicht just von infiziertem italienischem Grenzgänger-Personal verursacht worden sind. Hätte eine frühzeitige Schliessung der Grenzen uns nicht vor grösserem Schaden bewahren können ?

Klar: Danach ist man immer klüger. Heute gilt es dringend, für einmal nicht erst aus Schaden klug zu werden. Dies gilt derzeit vorweg für unsere Wirtschaft. Gouverner, c’est prévoir.

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