Albisgüetli 2020 – Rede von Christoph Blocher (Erste Teil)

Feb 21 • Dall'UDC, Deutsche Seite, Prima Pagina • 195 Views • Commenti disabilitati su Albisgüetli 2020 – Rede von Christoph Blocher (Erste Teil)

Am vergangenen 17. Januar 2020 fand das 32. SVP-Meeting der SVP Kanton Zürich statt. Wir drucken nachfolgend den ersten Teil der Rede von Christoph Blocher ab. Die Fortsetzung publizieren wir in den nächsten Ausgaben von “Il Paese“

Wider die Dekadenz!

 I. Nach den Wahlen

«Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.»

So beginnt bei Erich Kästner das Jahr.

Ja, «das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege». Die SVP versammelt sich im Albisgüetli. Und fragt besorgt: Was bringt das neue Jahr?

Meine Damen und Herren, über die Weihnachts- und Neujahrstage stand die Politik – zum Glück – still. Es ist die Zeit zu lesen, zu hören, oder – auf «journalistisch» –, zu recherchieren.

Das wichtigste Ereignis im vergangenen Jahre seien die eidgenössischen Wahlen gewesen – heisst es: Soviel mehr Junge, soviel mehr Frauen, so viel mehr Grüne, soviel mehr Linke! Das sei historisch!

Aber wer ist denn da eigentlich gewählt worden? Sind es Persönlichkeiten mit Leistungsausweis, mit Erfahrung, mit Bezug zur Lebenswirklichkeit? Ich nehme die Parlaments-Webseite zur Hand, denn diese diene ja – so heisst es – der Transparenz.

  • Da finde ich zum Beispiel eine Tamara Funiciello, SP. Sie ist demnächst 30- jährig. Und von Beruf «Studentin».
  • Viel mehr Lebenserfahrung hat da die Grüne Franziska Ryser im 29. Lebensjahr, denn ihr Beruf lautet «Doktorandin».
  • Greta Gysin (36-jährig), Grüne, hat sogar eine doppelte Berufsbezeichnung: Sie ist Politologin und dazu Gewerkschafterin. Gilt die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft bereits als Beruf? An Politologen fehlt es im Parlament nicht. Sie sind zahlreich, und die grüne Delphine Klopfenstein (43-jährig) ist Soziologin. Doch der politische Leistungsausweis der Grünen Greta Gysin besteht wohl vor allem in ihrem Vornamen. Zumindest für diesen brauchte sie sicher keine Berufslehre.
  • Fortschrittlicher ist da die Grün-Alternative Manuela Weichelt (52-jährig), die das Berufsparlament schon vorausnimmt und als Beruf gleich «Nationalrätin» Nicht nur das, sie nennt sich noch lieber «Erste Zuger Nationalrätin».
  • Da will die rote, 47-jährige Ada Marra, SP, nicht zurückstehen: Auch sie ist ebenfalls vollberuflich «Nationalrätin».
  • Die Grüne Isabelle Pasquier (47-jährig) ist allerdings schon weiter. Ihr Beruf lautet «Koordinatorin Alpeninitiative». Offenbar ein unkündbarer Dauer-Job, denn über die Alpeninitiative haben wir schon vor 26 Jahren abgestimmt!

Sie können immer weiterlesen und entdecken immer neue Berufe.

  • So ist Leonore Porchet von den Grünen mit 30 Jahren «Kommunikationsspezialistin».
  • Katharina Prelicz-Huber (60-jährig) dagegen nennt sich «Supervisorin und Beraterin». Wen visioniert sie so super und welcher Berufsabschluss führt zum Beruf «Beraterin»? Frau Prelicz-Huber hat ja einen Bindestrich, ist also anscheinend verheiratet. Ja, sicher, wir Ehemänner brauchen Beraterinnen. Ich will meiner Frau sagen – sie war bis heute von Beruf Lehrerin –, sie müsse künftig bei ihrem Beruf auch noch «Beraterin» schreiben.
  • Valentine Python, 44-jährig, Grüne, nennt als Beruf sogar «wissenschaftliche Beraterin».
  • Bei der Grünen Aline Trede (36-jährig) habe ich mich schon gefreut, denn ich glaubte, sie sei Inhaberin einer Bäckerei oder einer Metzgerei, denn beim Beruf steht, sie sei Inhaberin einer «Kampagnerei». Wie heisst ihr Geschäftsmodell? Ich zitiere: «Hast du noch kein Weihnachtsgeschenk und es sowieso satt, irgendwas sinnloses zu schenken?» («Sinnloses» schreibt man bei Aline Tredes Kampagnerei übrigens klein!) «Bei Sunraising hast du die Möglichkeit, Solarstrom zu schenken oder zu spenden. Schau rein: Sonne schenken.» Natürlich ist diese Sonne von Aline Trede nicht geschenkt, sondern kostet Geld.
  • Der ehrlichste Grüne ist jedoch Nicolas Walder (53-jährig). Er hat keinen Beruf. Endlich einer, der zugibt, dass er nichts ist. Ich erinnere mich, dass jemand einmal gesagt hat, der häufigste Beruf des Politikers sei «berufslos!»
  • Da ist Niklaus Samuel Gugger, (53-jährig), EVP, erfinderischer: Er nennt sich Sozialunternehmer. Aha, ein Berufskollege von mir, denke ich mir. Auch ich war mein ganzes Leben ein sozialer Unternehmer, nur wusste ich nicht, dass das ein Beruf ist! Aber Nik Gugger hat es weitergebracht als ich. Er ist « h.c.», honoris causa, also Ehrendoktor. Ich recherchiere weiter. Woher hat er denn seine ehrenvolle Titelei? Wie zum Gugger wurde Herr Gugger Ehrendoktor? Der Dr. h.c. stammt von einem Privat-Institut in Indien, dem «Kalina Institute of Industrial Technology» in Bhubaneswar, Odisha. Was, Sie kennen diese Universität nicht? Welche Bildungslücke! Sie wurde 1992 mit elf Studenten gegründet, und 2017 wurde ihr vom Staat untersagt, den Titel «Universität» zu tragen.

So, ich höre auf zu lesen, denn mir wird elend, wenn ich daran denke, dass all diese Berufslosen ohne oder mit Fantasieberufen und hochstaplerischen Titeln nun unsere Gesetzgeber sind und unser Leben mitbestimmen. Bis jetzt wusste ich zwar und habe es immer gesagt: Alle haben ihre Vertreter im Parlament, die Gescheiten und die Dummen! Aber jetzt sind die Berufslosen wohl übervertreten.

Und was machen sie im Parlament? Hier ein Beispiel: Da hat diese Grün-Alternative Manuela Weichelt, «Erste Zuger Nationalrätin», als eine ihrer ersten politischen Amtshandlungen letzte Woche folgenden Brief an die Parlamentsdienste gerichtet, der Sie als Steuerzahler interessieren könnte. Ich zitiere ihre vier Hauptanliegen wörtlich:

  1. «Ich habe im Dezember die Rechnung für meinen Sprachkurs eingereicht. Läuft dies unter Kommunikationsentschädigung […]?»
  2. Zum Thema Distanzentschädigung verweist sie auf ein separates Mail. Es geht wörtlich so weiter im Brief:
  3. «Kann ich die Rechnung für das Einführungsseminar der ETH in Gerzensee per Mail einreichen oder soll ich es per Post zustellen?
  4. Ich habe von einem Fraktionskollegen gehört, dass ein Kurs für Medienauftritte für Präsidien angeboten wird. Ist dieser auch offen für Subkommissionspräsidien (GPK)? Da ich das Präsidium der Subkommission Gerichte […] habe, wäre ich daran sehr interessiert.»

II. Dekadente Prioritäten

Haben Sie sich übrigens die Themen im neuen Parlament genauer angeschaut? Unglaublich! Oberste Priorität geniessen heute die Genderfragen.

Dann kommt schon bald der Papi-Urlaub: Alle Erwerbstätigen sollen für ein paar wenige die Ferien bezahlen. «Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?»

Hier zahlen berufstätige Leute, Gewerbetreibende, alle, die seriös arbeiten. Sie zahlen und zahlen. Das Schmarotzertum weitet sich aus. Wen wundert es da, dass das frei verfügbare Einkommen der Bürger immer mehr zurückgeht? Es wird weggefressen von steigenden Zwangsabgaben, Lohnabzügen, Mehrwertsteuererhöhungen, Gebühren, steigenden Krankenkassenprämien, den immer grösseren Sozialabgaben. Und wo sind die Wirtschaftsverbände? Sie haben nicht nur nicht die Kraft, diese Abzockerei zu verhindern, sondern sie unterstützen diese noch oft.

Für die mittelständischen Bürger schaut niemand. Dies, meine Damen und Herren, ist die Aufgabe der SVP als Mittelstandspartei! Nehmen Sie das Beispiel «Energiestrategie», die einen durchschnittlichen Haushalt viele tausend Franken zusätzlich kosten wird. Vor der Abstimmung über diese Energiestrategie hat Bundesrätin Leuthard versprochen, es seien maximal 40 zusätzliche Stromfranken pro Familie zu erwarten. Heute wissen wir, dass es nach der ersten Fassung im Ständerat schon für die erste Etappe 1‘680 Franken sein werden. Ist Lügen eigentlich eine Berufsvoraussetzung für Bundesräte?

III. Wo sind die Wirtschaftsverbände?

Dem Wirtschaftsdachverband Economiesuisse fehlte auch bei der verfehlten Energiestrategie die Kraft, Nein zu sagen. Dabei wird diese Strategie die Energie massiv verteuern, die Transportkosten hochschnellen lassen, unsere Wettbewerbsfähigkeit schwächen und dadurch den Werkplatz Schweiz gefährden. Die Nachteile tragen die Unternehmen und damit auch die Arbeiter und Angestellten.

Den Wirtschaftsverbänden ist es wichtiger, zusammen mit den Roten und Grünen die Schweiz der EU zu unterwerfen, als eine saubere Ordnungspolitik zu betreiben.

So auch beim Vaterschaftsurlaub, der wieder Lohnprozente kostet. Zuerst wehrten sie sich dagegen. Doch als dann eine kleine überparteiliche Gruppe das Referendum ergriff, erhielt diese keine Unterstützung. Überall, wo es um vermehrte Abgaben und Umverteilungen geht, glänzen die Wirtschaftsverbände mit Abseitsstehen. Lieber schwimmen sie im Mainstream mit und folgen der veröffentlichten Meinung, als dass sie sich auf ihre ureigensten Aufgaben besinnen.

Fortsetzung in der nächsten Ausgabe

Comments are closed.

« »