Null Bock auf Arbeit ?

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Rolando Burkhard

Rolando Burkhard

Wichtige Vorausbemerkung: Im nachfolgenden Artikel erhebe ich schwerste Vorwürfe gegen eine gewisse Kategorie unserer Jugendlichen und deren Eltern. Es ist mir klar, dass zumindest momentan ein Grossteil der Jugendlichen noch nicht so ist wie von mir beschrieben, aber der Trend zum Schlechteren ist  eindeutig, unverkennbar und absolut alarmierend – mit äusserst gravierenden Konsequenzen auf Gesellschaft und Wirtschaft. Lustprinzip statt Arbeitswille ? 

 

Das Schweizer Erfolgsmodell „Berufslehre“ ist in Gefahr

Die in der Schweiz gebräuchliche Berufslehre ist ein bewundernswertes und weltweit zunehmend kopiertes Erfolgsmodell. Es verbindet für unsere Jugendlichen auf ideale Weise eine gute post-schulische Weiterbildung mit einer praxisorientierter Arbeit im Hinblick auf eine künftige berufliche Erwerbstätigkeit. Alarmierend ist diesbezüglich eine jüngste schweizweit kaum zur Kenntnis genommene Nachricht des Gewerbeverbandes. Sie besagt, dass die Lehrabbrüche oder Lehrstellenwechsel je nach Branche heute bis zu 30 % betragen. Was sind die Gründe ? Ich weiss es im Detail nicht. Doch ich habe eine erschreckende Vermutung, woran es liegen könnte.

An offenen Lehrstellen fehlte es nicht, ganz im Gegenteil. Doch wer unserer Jugendlichen will denn heutzutage noch Bäcker werden (um dann frühmorgens aufstehen zu müssen), oder Metzger (ojojoi, so viel Blut), oder Mechaniker (mit stets ölverschmierten Händen ?) oder Ähnliches ? Alle diese Berufe haben eines gemeinsam: Sie sind mit Arbeit verbunden, bei der man sich halt mal auch die Hände schmutzig macht. Viel lieber optiert man dann für eine Lehrstelle für einen Bürojob, wo man nur am Computer arbeiten muss und das Smartphone stets griffbereit hat. Bestenfalls sucht man sich noch etwas „Trendiges“ wie Florist/in, Ästhetizist/in, Kleintierpfleger/in oder Ähnliches.

Die Krux in der Berufslehre ist für die Jugendlichen offenbar, dass man in der Lehrtätigkeit als Jüngste/r im Betrieb dann halt auch einmal so niedrige Tätigkeiten wie etwa Putzarbeiten erledigen muss. Für unsere verwöhnten Jugendlichen ein bisher völlig unbekannter Horror, denn zuhause hatte Mami das halt immer selber gemacht. Da empfand man schon die elterliche Aufforderung, mal das eigene Kinderzimmer aufzuräumen, als nicht akzeptable Provokation, mit guten Aussichten, dagegen erfolgreich beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen Missachtung des Kinderarbeitsverbots dagegen zu klagen.   

 

Eine Berufslehre ? Möglichst nicht !

Doch wie auch immer: Eine Berufslehre ist irgendwie stets mit mehr oder weniger anstrengenden Arbeit verbunden. Also versuchen unsere Jugendlichen nach Abschluss der Schulausbildung (das heisst nach abrupter Verabschiedung aus ihrer infantilen Wohlfühlzone) schon mal zum vorneherein, diese Ungemach zu umgehen. Das lässt sich leicht bewerkstelligen: Da rettet man sich doch lieber, statt arbeiten zu müssen,  auch bei IQ-mässigen Tiefsttemperaturen viel lieber auf Kosten der Eltern in die höhere Ausbildung: Will heissen einige weitere Wohlfühljahre im Gymnasium, wo man, so man es wirklich will, vielleicht um ein „My“ gescheiter werden könnte, um dann mit Ach und Krach vielleicht die Matura (Zugangsberechtigung zu den Universitäten) zu schaffen. Wem dies nicht gelingt endet dann, weil er/sie nichts Vernünftiges gelernt hat, unweigerlich bei der Arbeitslosenkasse und letztlich in der wohlwollenden Sozialhilfe.

 

Letztlich soll’s ein Studium richten…

Wer es dann irgendwie doch noch an eine Uni geschafft hat, um zu studieren und um damit möglichst viele weitere Jahre nicht arbeiten zu müssen, muss dann halt doch zu Beginn eines Studiums irgend eine Studienrichtung auswählen. Empfehlenswert sind möglichst arbeitsmarktfeindliche Gebiete wie Babylonische Archäologie, Altdeutsche Philologie, oder und vor allem die stets bewährte Soziologie, mit der geht man auf Sicher.

Es entzieht sich meiner Kenntnis, wozu wir die Heerscharen von  Soziologen brauchen, die wir auf Staatskosten ausgebildet haben und stets neu ausbilden: Als Sozialarbeiter für die Integration krimineller Ausländer, oder als Lehrer, die sich von den Macho-Attitüden gewalttätiger balkanstämmiger Jugendlicher in unseren Schulen ach so sehr fürchten ? Oder schlicht als Verstärkung des Heeres unseres arbeitslosenunterstützungs- und sozialhilfe-abhängigen Akademikerproletariats ?

 

Für die chronische Arbeitsverweigerung dieser Jugendlichen sind vor allem deren Eltern schuld

Offenbar ist das Ego der Eltern, d.h. deren Bestreben, alles zu tun – um endlich, oder aus Familientradition wiederum, einen „Studierten“ in der Familie zu haben ? – dermassen ausgeprägt, dass sie jegliche Grenzen der Vernunft überschreitet. Mir ist ein Fall bekannt, in dem Eltern ihrer Tochter ein Jus-Studium finanziert haben (das sie dann im Laufe der Jahre infolge chronisch-krassen Misserfolgs bei den Zwischenprüfungen abbrechen musste), sodann ein Studium von Wirtschaftswissenschaften an einer anderen Uni (das dann aus denselben Gründen scheiterte); schliesslich wollte die liebe Tochter, die in ihrem Leben noch keinen einzigen Tag gearbeitet hatte, im zarten Alter von 47 Jahren unbedingt Medizin studieren. Solch abstruse Fälle gibt’s leider zuhauf.

 

Die Ausländer sind nicht alleine an allem schuld…

„Wir brauchen für unseren Arbeitsmarkt die Ausländer zwingend, ohne sie gibt’s kein Wirtschaftswachstum, und ohne Wachstum gibt’s keinen Wohlstand“ – so das heute gängig verbreitete Mantra. Ist dem wirklich so ? Dass generelles Wirtschaftswachstum nicht automatisch Wohlstand für uns einzelne bedeutet, ist mittlerweile allerdings bewiesen. Weniger wäre vielleicht sehr viel mehr.

Vielleicht würde es zu unserer Wohlstandswahrung ausreichen, wenn unsere Jugendlichen – statt ständig nur an ihren Smartphones herumzufummeln – mal wieder mehr Hand anlegen würden bei der praktischen Arbeit – wo und was auch immer. Da gäbe es weniger Arbeitslose und Sozialhilfefälle, und es bedürfte wohl bedeutend weniger Ausländer; die Löhne würden sich einpendeln und flankierende Massnahmen würden obsolet.

Es bringt auf die Dauer nichts, nur die Ausländer zu verteufeln. Ebenso wenig unsere Betriebe, die sie mangels Besserem anstellen. Solange das inländische jugendliche Arbeitsmarktangebot bereits vom Elternhaus aus so gesteuert und mit Ausstrahlung auf Schule, Gymnasium/Lehre und Universitäten dermassen verwöhnt – ja geradezu wohlstandsverwahrlost – wird, werden wir auf Ausländer angewiesen sein: Auf Leute, die sich noch willig zu arbeiten gewohnt sind – auch frühmorgens und unter Inkaufnahme schmutziger Hände.

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