Hat Karl Marx das Covid-19-Virus erfunden?

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Rolando Burkhard

Noch selten wie seit Jahrzehnten nicht mehr sind wir – wegen Coronavirus – so fast ganz ohne grosse Festivitäten und mit so grossen Unsicherheiten etwas freudlos ins neue Jahr geschliddert. Denn es bleibt völlig unklar, was es uns bringen wird. Covid-19 und/oder dessen Nachfolgeviren werden uns wohl noch über längere Zeit erhalten bleiben. Und ob die derzeit bereits früh abgegebenen bzw. noch experimentellen Impfstoffe uns die ultimative Erlösung bringen werden, steht in den Sternen geschrieben. Das Hickhack der behördlichen Entscheide macht die Sache nicht einfacher. Die eidgenössischen und kantonalen Behörden sind allerdings nicht zu beneiden: Fortlaufend sehen sie sich gleichzeitig nicht sonderlich leicht zu vereinbarenden gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Forderungen ausgesetzt und entscheiden aufgrund von teils ungesicherten oder verspäteten statistischen Daten nolens volens im Tagesrhythmus mal so, mal anders, um einige Tage danach wieder zurückbuchstabieren zu müssen.

Der bestmögliche Schutz vor einer weiteren Verbreitung der Corona-Pandemie bedeutet wohl auch im nächsten Jahr für uns weniger Bewegungsfreiheit, und das bestätigt oder bringt mehr oder weniger neue strikte Beschränkungen wirtschaftlicher Tätigkeiten. Das ist wohl hinzunehmen, solange diese Einschränkungen für die Konsumenten nicht überlebenswichtig sind. Auf Auslandreisen per Flugzeug, Skiferien, Fitnesscenters, Beautyshops, Bordelle etc. kann man ja nötigenfalls auch mal verzichten, auf das Einkaufen von Lebensmitteln, auf den öV-Transport mittels Zug, Bus und Tram (vom Homeoffice zum Arbeitsort etc.) eher weniger. Zudem: Die meisten Ansteckungen erfolgen ja im höchstprivaten familiären Bereich, wo man naturgemäss schutzlos nahe beieinander ist. Da hilft auch das vielgerühmte Contact-Tracing nicht viel. Wie will man denn – wenn irgend eine Familie angesteckt wurde, herausfinden, wie und wo die Ansteckung erfolgte? Dies, wenn beispielsweise zuvor der Vater in seinem Betrieb arbeiten ging, der Grossvater vom Altersheim zu Besuch war, die Mutter mittels öV in zwei bis drei Läden Einkaufen ging und die 15jährige Tochter nachts zuvor an einer wilden Party und der 10jährige Sohn in der Schule waren?

Doch zurück zu den teils berechtigten, teils etwas gar phantasievoll dekretierten wirtschaftlichen Einschränkungen. Möglicherweise (aber wirklich nur vielleicht) wäre ein vorübergehender totaler Lockdown gesundheitspolitisch das Beste, jedenfalls das Einfachste. Und vielleicht wäre dies auch wirtschaftspolitisch nicht unklug: Denn so würden sich im Graubereich zwischen wirtschaftlich soliden resp. überlebensfähig- und -wichtigen Unternehmen und all den vielen anderen, verzichtbaren, rein spekulativen und über kurz oder lang ohnehin dem Untergang geweihten Betrieben, für einmal die Fronten klären.

Diese Unterscheidung wäre durchaus nützlich, denn sie ist angesichts der bereits getätigten und der weiter vorgesehenen riesigen Unterstützungsbeiträge aus unseren Steuergeldern in Milliardenhöhe an so quasi sämtliche der zahlreichen begehrenstellenden Unternehmen rein finanzpolitisch von grossem Belang. Dies alles berappen müssen über kurz oder lang ja wir.

Irgendwie scheint sich mittlerweile sogar in unserem Wirtschaftssektor das auf Karl Marx zurückgehende kommunistische Prinzip „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ auch nach dem Schiffbruch des internationalen Sozialismus mehr und mehr wie ein Virus auszubreiten. Wenn das künftig bedeuten würde, dass – behördlich verordnet –  nun nebst dem Privatsektor auch im Wirtschaftlichen alle allen alles finanzieren müssen, und nichts geschieht, dann enden wir unweigerlich und endgültig in der kollektiven Verantwortungslosigkeit, und über kurz oder lang im wirtschaftlichen und sozialen Niedergang.  

Über all das werden weiterhin unsere Politiker zu entscheiden haben, über die der bekannte Deutschschweizer Schriftsteller im Ruhestand Peter Bichsel unlängst in einem NZZ-Interview sagte: „Bei uns regieren die Politiker in garantierter Unschuld. Sie sind ja auch irgendwie vom Volk gewählt worden. Also wäre, wenn schon, das Volk schuld“. So ganz Unrecht hat der erzsozialistische Bichsel nicht. Es gilt, bei allen kommenden Wahlen daran zu denken. Warten wir’s mal ab. Ach ja, zum Schluss noch etwas: Zum Warten hat Bichsel auch gesagt: „Das Warten macht die Zeit lang, und wenn die Zeit lang wird, lebt man länger“. In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes neues Jahr.

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