Die Villen am Lago Maggiore

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Mitglieder der ds-SVP am Eingang zum Park der Villa Taranto in Verbania

Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Wer am Westufer des Lago Maggiore von Arona in Italien bis nach Ascona in der Schweiz fährt, entdeckt neben der Strasse eine Villa neben der anderen, die meisten von ihnen mit einem grösseren Garten, wenn nicht sogar einer Parkanlage. Jede von ihnen könnte die Geschichte einer Familie erzählen und Auskunft darüber geben, warum sich die Besitzer gerade für den Küstenstreifen am Lago Maggiore entschieden haben. Ganz zu schweigen von den verschiedenen Architektur-Stilen, die bei der Ausführung der Gebäude angewendet worden sind. Es handelt sich hier um ein einmaliges kulturelles Erbe, wie es in dieser Dichte nur selten in Europa vorkommt.

Die Mitglieder der ds-SVP Tessin haben sich eine dieser Parkanlagen am vergangenen Samstag genauer angeschaut: Die Gärten der Villa Taranto. Mit Tarent, wie man wegen des Namens vermuten könnte, haben sie überhaupt nichts zu tun: Ein vermögender Gartenliebhaber aus Schottland (seine Familie war auch in Australien tätig) hat die Anlage nach einem seiner Vorfahren benannt, der unter Napoleon den Titel Herzog von Tarent erhalten hat. In Verbania kaufte er ein riesiges Gelände, auf dem früher grosse Kastanienbäume wuchsen, und bepflanzte es mit seltenen Bäumen und Sträuchern aus aller Welt. Als eingefleischter Botaniker pflegte er das Tauschen von Samen und Setzlingen mit Pflanzenliebhabern aus allen Erdteilen. Der Parkbesitzer Neil Boyd McEacharn ahnte die kommenden politischen Schwierigkeiten in Europa und schenkte Ende der dreissiger Jahre die Anlage vorsorglich dem italienischen Staat, verliess aber mehr oder weniger freiwillig Italien während des Krieges für sechs Jahre. Einem befreundeten Anwalt gelang es mit diplomatischem Geschick, in den Kriegsjahren den Park einigermassen über die Runden zu bringen und vor dem Zugriff sowohl der faschistischen Truppen als auch der Partisanen zu schützen. Nach dem Krieg kehrten die Gärtner und der Besitzer wieder nach Verbania zurück, setzten ihre Aufbauarbeit fort und öffneten den Garten für die Allgemeinheit. Eine Gruppe der ds-SVP Tessin hat sich am vergangenen Samstag die jahreszeitlichen botanischen Höhepunkte angeschaut: Die vielen Rhododendren, den Urwelt-Mammutbaum im hellgrünen Frühlingskleid, die Taschentuchbäume und vieles mehr.

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