Die Trolle der Ökologie oder «Öko-Trolle» bestimmen nunmehr unser Leben
Eros N. Mellini
Editorial
In der skandinavischen Mythologie gelten die Trolle allgemein als bösartige Wesen, die den Menschen böse Streiche spielen. Ist es purer Zufall, dass in deren meisten Abbildungen aus längst vergangenen Zeiten die Trolle in grüner Farbe dargestellt werden? Es gibt sie in der Form von Wald-, Wasser- oder Berggeister. Heute scheint eine weitaus gefährlichere Spezies von Trollen ihr Unwesen zu treiben: die Trolle der Ökologie oder «Öko-Trolle».
Sie ernähren sich von zumeist unrealistischen Ideologien mit schwerwiegenden Folgen ausschliesslich zulasten der Steuerzahler. Aber schlimmer noch ist, dass sie extrem ansteckend sind. Ja, denn wenn sie anfänglich nur ein kleines Grüppchen darstellten, das sich zu einer Partei zusammenschloss – eben den Grünen – haben sie heutzutage eine parteiübergreifende Ansteckung bewirkt, der sich keine politische Kraft mehr entziehen kann. Sogar innerhalb der SVP gibt es eine Strömung, die sich nicht zufrieden gibt lediglich mit der Zustimmung zu einer massvollen und vernünftigen Ökologie, sondern die möchte, dass sich die Partei vorrangig mit diesem Themenkomplex auseinandersetzen sollte, um diesen nicht einfach prioritär den anderen Parteien zu überlassen. Man möchte, anders ausgedrückt, dass sich die Partei auf Teufel komm raus in Pro-Klima- oder in Anti-Umweltverschmutzungs-Kampagnen lanciere, wenn nötig unter Missachtung der Interessen der Wirtschaft und des Mittelstandes sowie der demokratischen Werte, die der Partei in den vergangenen dreissig Jahren beim Volk eine hohe Zustimmungsrate eingebracht hat.
Wie gesagt, bewegen leider ideologische Themen – zudem meisterlich manipuliert von NGO-Gruppen, die selber nicht minder gefährlich sind als die zynisch und interessenorientiert agierenden Multinationalen Konzerne – in hohem Grade die Massen. Die meisten Leute nehmen nicht einmal wahr, dass die von der kleinen Schweiz unternommenen Kämpfe weltweit gesehen nicht grössere Erfolgschancen haben als jene von Don Quijote in seinem Kampf gegen Windmühlen.
Und so sollen wir eben das Benzin zu ebenso hohen Preisen bezahlen wie für einen uralten Armagnac – es mag vielleicht zutreffen, dass die in den vergangenen Monaten erfolgte Benzinpreiserhöhung von 30 Rappen zurückzuführen ist auf die Bezugspreise, aber vergessen wir nicht, dass mittels Mineralölsteuer und Mineralölsteuerzuschlag mehr als ein Franken pro Liter in der Bundeskasse landet – und man erwartet einen Elektrizitätsmangel, der wahrscheinlich auch die Energiekosten in ungeahnte Höhen treiben wird. Guy Parmelin hat unlängst gesagt: «Nebst der Pandemie (dem schlagenden Argument, das für die Begründung jeglicher Preissteigerungen hinhalten muss, AdR) bedeutet der Energiemangel die grösste Gefahr für die Versorgung der Schweiz». Und weiter: «Ein Strommangel könnte bedeuten, dass über Wochen oder gar Monate hinweg zu wenig Elektrizität verfügbar sein könnte. Das würde weiter bedeuten, dass zum Beispiel die Fabriken weniger produzieren könnten, dass die Behörden und die Dienstleistungsbetriebe wie etwa die Banken ihr Angebot einschränken müssten, oder dass die elektroabhängigen Transportmittel wie Eisenbahnen oder Trams nur noch in beschränktem Masse funktionieren könnten».
Und warum dies alles? Weil am 17. Mai 2017, unter dem unheilvollen Einfluss der «Öko-Trolle», die – übrigens von der Mehrheit von SP, FDP, CVP und GLP geteilte – selbstzerstörerische Gefallsucht der Grünen Oberhand gewinnen konnte über den gesunden Menschenverstand des Volkes, das damals für «Energie 2050» gestimmt hat, was vom Bundesrat mit Unterstützung des Parlaments stark gewollt war, um nicht hinter der deutschen Politik von Merkel zurück zu bleiben. Dadurch, dass man auf den Bundesrat gehört hat, der im Abstimmungsbüchlein beschwichtigend ausführte, dass «Mit dem Netzzuschlag wird ein Haushalt von vier Personen mit einem mittleren Energiebedarf jährlich etwa 40 Franken mehr bezahlen müssen als heute», hat sich das Schweizer Volk aus heutiger Sicht vor vier Jahren am tiefsten ins eigene Fleisch geschnitten seit 1291.
Man hätte dafür sorgen müssen, die einheimische Energieversorgung zu stärken, aber die «Öko-Trolle» haben es vorgezogen, auf die Senkung des Energiekonsums zu setzen, selbstverständlich herbeizuführen mittels hoher Gebühren; diese sollten abschreckend wirken auf den Energiekonsum, sind es aber nicht, wenn zum Beispiel das Privatfahrzeug das einzige Transportmittel darstellt, um innert vernünftiger Zeit zum Arbeitsplatz zu gelangen. Man hätte das eine oder andere Atomkraftwerk der neuesten Generation errichten müssen, das nicht nur sicher ist, sondern zudem eine CO2-freie Produktion von Elektrizität ermöglichte, aber nein: Man glaubte, der deutschen Politik folgen zu müssen, die sich heute als verheerend herausstellt. Und mit dem – übrigens unangebrachten – Herbeifackeln des Schreckensgespenstes von Fukushima und der vorgängigen Katastrophe von Tschernobyl haben die «Öko-Trolle» den künftigen Verzicht auf die Atomenergie durchsetzen können zugunsten von Energieformen, die zwar erneuerbar sind, wenn es sie denn überhaupt gäbe. Denn erneuern kann man nichts, das nicht existiert, und dies ist der Fall bei den Windkraftwerken wenn’s nicht windet und der Solarenergie wenn die Sonne nicht scheint.
Der Einfluss der «Öko-Trolle» bestimmt nunmehr unser tägliches Leben. Du brauchst ein neues Auto? Das muss ein elektrisches sein, zumindest ein hybrides. Du gehst einkaufen? Um Gottes Willen benutze den Papiersack vom letzten Einkauf. Du denkst an ein Bauprojekt? Ungeachtet, ob es sich dabei um eine Villa, eine Hütte oder einen Hühnerstall handle, ist dabei lediglich wichtig, dass die vorgeschriebenen Umweltschutzmassnahmen eingehalten werden. Das Gemüse? Es muss ausschliesslich Bio sein. Etc.etc.
Und so wie ein Vampir mit jedem seiner Bisse einen weiteren Vampir hervorbringt, führen die «Öko-Trolle» eine Menschheit herbei, die sich in beängstigender Weise uniform grün färbt. Ein Trend, den man nun wirklich echt als Pandemie bezeichnen kann. Und dagegen gibt es keine wirksame Impfung.
« Covid Approvvigionamento energetico: «consigliera federale Sommaruga, faccia il suo lavoro!» »


