«Die Mütter Grossbritanniens werden mich zum Premier machen»

Aus der Weltwoche vom 13.08.2025, ein interessantes Interview mit dem britischen Vorsitzenden von Reform UK, Nigel Farage
Nigel Farage wittert den grössten Umbruch in der britischen Politik seit hundert Jahren – und erklärt im Sommer seines Höhenflugs, wie er die Tories ablösen will.
von Nicholas Farrell
Meine erste Frage an Nigel Farage im Hauptquartier von Reform UK, hoch oben im Millbank Tower an der Themse, ist, ob er Lust auf ein Bier hätte.
«Ich würde gerne, aber ich bin total beschäftigt. Es ist gerade viel los.»
«Ja, es ist irgendwie Ihr Sommer, oder? Es scheint alles perfekt für Sie zu laufen.»
Reform hat nur vier Abgeordnete, liegt aber laut einer Ipsos-Umfrage vom Juni mit 34 Prozent deutlich vor Labour (25 Prozent) und den Konservativen (15 Prozent).
«Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens muss man Glück mit seinen Feinden haben. Und ich habe grosses Glück mit meinen Feinden», sagt Farage und bricht in schallendes Lachen aus.
Als Beweis dafür führt er die Antwort von Sir Keir Starmer bei der letzten Fragestunde des Premierministers vor der Sommerpause des Parlaments im Juli an, als er gefragt wurde, wo er die «Zehntausende aggressiven Männer» unterbringen würde, die über den Ärmelkanal kommen, anstatt sie in Hotels unterzubringen, was er in seinem Wahlprogramm für 2024 versprochen hatte.
Glück mit Starmer
Die Regierung gab 2024/25 1,3 Milliarden Pfund aus, um Asylbewerber in 210 Hotels unterzubringen, in denen derzeit 32.000 Menschen leben. Das sind 40.625 Pfund pro Jahr und Migrant, was nicht viel weniger ist als die jährlichen Kosten für Internatsschüler an Farages alter Schule, dem Dulwich College im Süden Londons.
«Starmer sagte, es sei in Ordnung, weil es im Land viele Sozialwohnungen gebe. Es gibt fast keine. Ich habe also Glück mit ihm.» Der zweite Faktor sei das Wachstum von Reform UK – der früheren Brexit-Partei, deren Zugkraft nun auch ihm in die Hände spiele.
Entscheidend für den Erfolg von Farage sind die Stimmen der Mütter, die zunehmend zu Reform UK wechseln, da die Angst der Frauen wächst, dass die Masseneinwanderung eine Bedrohung für ihre Sicherheit darstellt. Am deutlichsten zeigte sich dies bei den jüngsten Protesten vor Hotels, in denen Asylbewerber untergebracht sind, insbesondere in Epping in Essex und im Londoner Stadtteil Canary Wharf.
«Hört auf, uns als Rechtsextreme zu bezeichnen. Schützt unsere Frauen und Kinder.»
Beunruhigende 41 Prozent der Personen, die 2024 in London wegen Sexualdelikten angeklagt wurden, waren laut Daten, die die Denkfabrik Centre for Migration Control auf Grundlage einer Informationsfreiheitsanfrage bei der Londoner Polizei erhalten hat, Ausländer.
Ausländer machen ein Viertel der Bevölkerung Londons aus (im Vergleich zu 16 Prozent in ganz Grossbritannien), sind aber nach wie vor eine kleine, wenn auch wachsende Minderheit. Und wenn man davon ausgeht, dass diejenigen, deren Staatsangehörigkeit nicht festgestellt werden konnte, ebenfalls Ausländer waren, steigt dieser Anteil auf 47 Prozent.
«Die Partei ist jetzt so gross wie ich», sagt Farage. «Warum?»
«Weil wir uns erweitert haben, weil wir die Menschen vorangebracht haben. Weil wir sogar diese Woche attraktive neue Mitglieder gewonnen haben, darunter eine sehr stilvolle Dame.» Er bezieht sich auf Laura Anne Jones, eine konservative Abgeordnete, die gerade übergelaufen ist und nun das erste Mitglied der Reformpartei im walisischen Parlament ist.
Er hebt auch Laila Cunningham hervor, eine konservative Stadträtin in Westminster, die im Juni zu Reform wechselte, weil sie «das Versagen nicht mehr verteidigen kann», sowie Sarah Pochin, die Reform-Abgeordnete für den Wahlkreis Runcorn.
Beide Frauen, die eine ehemalige Staatsanwältin und Mutter von sieben Kindern, die andere ehemalige Richterin und Mutter von zwei Kindern, flankierten Nigel Farage kürzlich bei der Vorstellung der Sommerkampagne «Britain is Lawless» (Grossbritannien ist gesetzlos) der Reform-Partei zum Thema Kriminalität.
Wut in Epping, Wut in Canary Wharf
Dort sagte er zu den jüngsten wütenden Protesten gegen die kostenlose Unterbringung von Asylbewerbern im «Bell Inn» in Epping, einem traditionsreichen Pub, das zeitweise als Unterkunft für Migranten genutzt wurde und in dessen Zusammenhang einer der Bewohner wegen sexueller Nötigung einer lokalen Teenagerin angeklagt wurde: «Verstehe ich die Menschen in Epping? Darauf können Sie Ihr Leben verwetten. Ich sitze neben zwei berufstätigen Müttern.»
Er sagte auch, dass Grossbritannien aufgrund der Masseneinwanderung in diesem Sommer «kurz vor massivem zivilem Ungehorsam» stehe. «Hat also der ‹grosse Sommer› von Reform UK weniger mit Sonnenschein als mit aufgestauter Wut zu tun?»
«Ich war sehr, sehr vorsichtig mit meinen Worten», betont Farage. «Ich habe deutlich gemacht, dass ich das nicht will. Aber wenn man die Daily Mail aufschlägt, steht dort in einem Leitartikel von Professor Frank Furedi, dass dies ein Pulverfass ist.» Selbst Vizepremierministerin Angela Rayner von der Downing Street habe gesagt, sie seien besorgt um das soziale Gefüge.
Viele Linke und Medien bezeichnen die Demonstranten vor den Hotels, in denen Asylbewerber auf Kosten der Steuerzahler untergebracht sind, als «rechtsextrem», aber die meisten sind Einheimische, darunter viele Frauen. Ihre provisorischen, handgeschriebenen Plakate verraten die Spontaneität ihrer Proteste, die in scharfem Kontrast zu den professionell produzierten Plakaten der bezahlten Gegendemonstranten linker Aktivistengruppen stehen.
Die Bootsflüchtlinge nennt Farage «eine unerhörte Beleidigung des britischen Fairplay-Geistes».
Die Wut der Demonstranten über die Bedrohung, die sie durch Asylbewerber in wirtschaftlicher, kultureller und physischer Hinsicht empfinden, und ihre Verzweiflung über die Anschuldigungen so vieler Linker, sie seien Rechtsextremisten, kommen in ihren Slogans zum Ausdruck: «Hört auf, uns als Rechtsextreme zu bezeichnen. Schützt unsere Frauen und Kinder.»
«Ich denke, das Wichtigste dabei sind die Stimmen der Mütter», sagt Farage. «Es geht um die Sicherheit von Frauen und Mädchen auf den Strassen. Und es geht um die Tatsache, dass es Menschen aus bestimmten Teilen der Welt gibt, in denen Frauen nicht einmal als Bürger zweiter Klasse angesehen werden, sondern lediglich als Ware, die gekauft und verkauft werden kann.
Und wenn man sich die Tatsache ansieht, dass ein in Grossbritannien lebender Afghane 22-mal häufiger wegen Vergewaltigung verurteilt wird als ein in Grossbritannien geborener Mensch, dann wird klar, dass es ein Problem gibt: Der Zustrom junger Männer ohne Papiere in unser Land ist eine Bedrohung für Frauen und Mädchen.»
«Wir müssen Menschen abschieben»
«Wir sagen nicht, dass alle Afghanen böse sind, wir sagen nur, dass es eine Tendenz gibt», betont Farage vorsichtig. «Die Wut in Epping, die Wut in Canary Wharf – ich verspreche Ihnen, das ist erst der Anfang.»
Wie will seine Partei darauf reagieren? «Anstelle von Hotels werde Reform Asylsuchende in Militärbasen unterbringen, wo sie auf ihre Abschiebung warten», so Farage.
Und die kleinen Boote? «Mit ‹Schleuserbanden zerschlagen› und ‹Ruanda› werden wir das Problem niemals lösen», meint er mit sarkastischem Lachen.
Boris Johnson hingegen, mit dem der Autor im Juni für die Weltwoche sprach, hält weiterhin an seinem gescheiterten Ruanda-Plan fest – Asylbewerber dorthin zu schicken, um ihre Anträge bearbeiten zu lassen.
«Da stand das Flugzeug auf dem Rollfeld, bereit zum Abflug, der erste Flug nach Ruanda, und um 22 Uhr sagte ein namenloser Einzelrichter – vermutlich Jurist und kein Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg, einem Gebäude, das ich gut kenne – schlicht: ‹Non.›»
Warum also nicht einfach aus der Europäischen Menschenrechtskonvention austreten, jenem Vertrag, der den EGMR zu ihrer Auslegung und Durchsetzung geschaffen hat?
Farage: «Nun, wir werden es in der ersten Woche tun. Und wir müssen Menschen abschieben.»
Doch wie soll das gehen? «David Blunkett, Innenminister in der Labour-Regierung von Tony Blair von 2001 bis 2004, hat es geschafft – 47.000 pro Jahr, ohne Probleme.»
Wirklich? Im vergangenen Jahr schaffte es Grossbritannien, gerade einmal 8000 Menschen abzuschieben – immerhin 2000 mehr als 2023. Doch wie will Reform UK unter diesen Voraussetzungen die kleinen Boote auf dem Ärmelkanal stoppen?
«Niemand, der über diese Route kommt, wird sich frei auf den Strassen bewegen dürfen oder jemals den Flüchtlingsstatus erhalten», so Farage. «Wenn das sie nicht aufhält, werden die Boote nach Frankreich zurückgebracht.»
Und wie soll das gehen? «Royal Marines.»
Das wirft Fragen auf – etwa, was passiert, wenn Frankreich sich weigert, die Menschen zurückzunehmen. Aber die Zeit drängt, und Farage weicht einer Antwort aus – auch auf eine spätere Nachfrage per Whatsapp.
In diesem Jahr haben bisher 25.400 sogenannte Asylsuchende mit kleinen Booten den Ärmelkanal überquert – 50 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2024. Seit Beginn der Erfassung 2018 sind es über 170.000. Meistens werden die Boote von französischen Marineschiffen in britische Gewässer eskortiert, wo sie auf britische Grenzschutzboote umsteigen, die sie nach Dover bringen – faktisch ein von Steuerzahlern finanzierter Fährdienst.
Die Bootsflüchtlinge nennt Farage «eine unerhörte Beleidigung des britischen Fairplay-Geistes». «Was ist denn eigentlich so schlimm an Frankreich? Es ist doch kein Kriegsgebiet, oder?»
Doch die rund 25.000 Bootsflüchtlinge pro Jahr verblassen im Vergleich zu den Hunderttausenden Migranten, die jährlich legal nach Grossbritannien einreisen. Seit der Jahrtausendwende ist die Bevölkerung dadurch um 10 Millionen gewachsen. Universitätsforscher schätzen, dass bis 2063 weisse Briten im eigenen Land in der Minderheit sein werden.
Die massive Zunahme der legalen Einwanderung setzte ein, als Labour-Premier Tony Blair 1997 an die Macht kam. Zwischen 1950 und 2000 lag die Nettozuwanderung – also die Differenz zwischen Ab- und Zuwanderung – im Schnitt bei 30.000 pro Jahr. Unter Blair stieg sie auf 300.000, und unter den folgenden Tory-Regierungen kletterte sie weiter, bis sie per Juni 2023 mit 906.000 einen historischen Höchststand erreichte. Diese sogenannte «Boris-Welle» war teilweise das Resultat gelockerter Regeln für Studenten- und Arbeitsvisa in der Amtszeit von Boris Johnson, der bis September 2022 Premierminister war.
Was die Migration kostet
«Das ist eine Katastrophe», sagt Farage.
«Aber ist die Standardmeinung der Linken nicht, dass wir viele Migranten brauchen, um die Arbeiten zu erledigen, die wir selber nicht machen wollen, und um unsere Sozialleistungen und Renten zu sichern?»
«Nein, nein, nein, das ist alles Unsinn!», entgegnet er. «Von den letzten drei Millionen Zuwanderern aus Ländern ausserhalb Europas, die unter einer konservativen Regierung ins Land gekommen sind, arbeiten nur 20 Prozent.» Die Zahl stamme aus den Statistiken des Office for National Statistics, so Farage – «erschütternde Zahlen». Er sehe sich nicht als Einwanderungsgegner, «ganz im Gegenteil», sei aber überzeugt, dass dieser Bevölkerungszuwachs die Lebensqualität fast aller Menschen im Land verschlechtere – etwa beim Zugang zu Arztterminen oder Schulplätzen.
Wirtschaftlich sei die Rechnung ganz einfach: Wächst die Bevölkerung um 10 Millionen, steigt zwar das BIP, doch das Pro-Kopf-BIP sinkt. «Diese Argumente, für die ich früher beschimpft und mit Bier beworfen wurde, sind inzwischen Mainstream. Ich habe mich nicht verändert, aber die Öffentlichkeit hat mich eingeholt.»
Sein Rezept: «Die Messlatte höher legen – nicht senken, wie es Boris Johnson mit seiner ‹Boris-Welle› getan hat.»
«Die Argumente, für die ich früher beschimpft und mit Bier beworfen wurde, sind jetzt Mainstream.»
Daten belegen, dass die Kosten für den Staat selbst dann den Nutzen übersteigen, wenn Migranten arbeiten – besonders in unqualifizierten Jobs, wie es bei den meisten der Fall ist. Ein gering qualifizierter Migrant kostet den Steuerzahler bis zum Erreichen des Rentenalters durchschnittlich 150.000 Pfund, so ein Bericht des britischen Office for Budget Responsibility aus dem Jahr 2024. Wird er achtzig Jahre alt, summieren sich die Kosten auf 500.000 Pfund. Diese Zahlen wurden erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
«Wir haben genug»
Farage kündigt an: «Wir werden nicht zulassen, dass ein 72-jähriger Cousin dritten Grades aus dem Punjab, der ein grosses Problem für den NHS – den staatlichen Gesundheitsdienst – werden würde, ins Land kommt. Sorry, das wird nicht passieren.»
«Und der Cousin zweiten Grades?» «Die kommen nicht. Wir haben genug. Wir können so buchstäblich nicht weitermachen. Die Öffentlichkeit weiss das.»
Auf die Frage, wie Reform UK den weitverbreiteten Sozialbetrug durch Migranten stoppen wolle, fällt die Antwort knapp aus: «Kein Ausländer sollte Anspruch auf Sozialleistungen haben, Punkt.»
Würde er diese Leistungen tatsächlich streichen? «Egal, wie laut die Proteste sind. Man muss fünf Jahre lang arbeiten, Steuern zahlen und sich an die Gesetze halten, um Anspruch zu haben. Ich halte das für fair, und ich denke, dass die meisten vernünftigen Länder auf der Welt so vorgehen würden.»
Reform bekenne sich zur Null-Toleranz-Politik des früheren New Yorker Bürgermeisters Rudy Giuliani in den 1990er Jahren. «Die Broken-Window-Theorie funktioniert, und wir stehen voll und ganz dahinter.»
«Unterstützt auch die Polizei diese Linie?» «Diejenigen, die im Namen dieses Landes Uniform tragen, stimmen mit überwältigender Mehrheit für uns.»
«Und ihre Vorgesetzten?» «Das ist eine ganz andere Frage.» Farage spricht von einer «unheiligen Allianz» zwischen Polizeiführung und Linken.
«Eine unheilige Allianz zwischen den Vorgesetzten und der Linken – also ein bisschen wie der Nazi-Sowjet-Pakt von 1939?»
«Man muss fünf Jahre lang arbeiten und sich an die Gesetze halten, um Anspruch auf Sozialhilfe zu haben.»
«Wissen Sie, es war so lustig, ich war beim 80. Jahrestag des D-Day», sagt Farage. «Alle Männer in Uniform, alle ehemaligen Fallschirmjäger wollten Fotos mit mir machen und sich mit mir unterhalten, aber die Offiziere haben ihnen das verboten.»
«Schlaf? Keine Zeit für solchen Unsinn»
Selbst bei den Streitkräften sei dies ein Problem: «Es ist die woke Übernahme von allem in unserem Land – die Fortsetzung dessen, was Blair getan hat. Warum hisst der MI6 die Pride-Flagge? Der Blairismus hat unsere Führungsklassen grundlegend verändert, und wir werden das rückgängig machen. Das Erstaunliche ist, dass man es überhaupt zugelassen hat. Konservative Feigheit! Absolute Feigheit!»
Die Politiker versprechen seit Jahrzehnten, die Kriminalität zu bekämpfen – warum sollte es ausgerechnet bei ihm jetzt anders sein? «Weil ich kein Politiker bin. Ich muss das nicht tun. Beleidigungen sind mir völlig egal. Das interessiert mich nicht im Geringsten.»
«Stehen Sie tatsächlich um 4.30 Uhr auf?» «Im Allgemeinen ja.»
«Wie viele Stunden Schlaf gönnen Sie sich?» – «Für solchen Unsinn habe ich keine Zeit. Wenn man etwas liebt, wenn man den Berg erklimmen will, kann man fast alles erreichen. Schwieriger wird es, wenn man oben angekommen ist – dort steht man dann, alles ist von Wolken verhüllt, und man fragt sich: Was nun?»
Farage sieht Grossbritannien vor dem tiefgreifendsten politischen Wandel seit einem Jahrhundert: «Seit dem Ersten Weltkrieg wurde keine etablierte Partei mehr abgelöst – Labour hat es nach 1918 mit den Liberalen geschafft. Die Konservative Partei existiert seit 200 Jahren in erkennbarer Form, und ich sage Ihnen: Wir werden sie ablösen.»
Meine letzte Frage: «Wenn Sie nicht rechtsextrem sind, wer dann?»
Die Antwort kommt schnell: «Fragen Sie die BBC. Praktisch alle!» Niemand, so Farage, habe mehr getan, um Rechtsextreme in Grossbritannien zu bekämpfen. «Die Agenda, für die ich stehe, ist der gesunde Menschenverstand der Mitte.»
«Mister Brexit» Nigel Farage
Nigel Farage ist ein britischer Politiker, Publizist und ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, der als einer der führenden Vertreter der Brexit-Bewegung bekannt ist. Er wurde am 3. April 1964 geboren und war Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der UK Independence Party (UKIP), bevor er die Brexit Party (jetzt Reform UK) gründete. Farage führte jahrzehntelang eine Kampagne für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und spielte eine entscheidende Rolle im Vorfeld des Brexit-Referendums 2016. Als charismatischer Redner und scharfer Kritiker der EU-Politik polarisierte er die öffentliche Meinung, wurde aber auch von seinen Anhängern für seine direkte und unkomplizierte Haltung geschätzt.
Nach dem Brexit hatte er sich weitgehend aus der Parteipolitik zurückgezogen, blieb aber als Kommentator und Talkshow-Moderator aktiv.Mit Umfragewerten von 34 % vor Labour und den Konservativen hat Reform UK Rückenwind und gute Chancen, die nächste Mehrheitspartei zu werden und damit das Zweiparteiensystem in Großbritannien zu beseitigen.
Die politischen Ansichten von Nigel Farage, insbesondere seine ablehnende Haltung gegenüber der EU und seine Befürwortung einer strengen Bekämpfung der illegalen Einwanderung, verbunden mit einem offensichtlichen Nationalstolz, der immer mehr Zustimmung findet, sind denen der SVP sehr ähnlich. Wir hoffen, ihn bald als Premierminister zu sehen, und veröffentlichen in der Zwischenzeit dieses Interview, das in der «Weltwoche» erschienen ist.
« «Le mamme britanniche mi faranno diventare primo ministro» Pillole di saggezza »
