Die Milliardenfalle

Mag 15 • Deutsche Seite, L'opinione, Prima Pagina • 348 Views • Commenti disabilitati su Die Milliardenfalle

Patanegra

Schweinereien

Im englischen Sprachgebrauch entspricht „one billion“, also eine Billion, unserem Wert von 1 Milliarde. Das führt recht häufig zur Verwirrung und dazu, dass dabei die Übersicht verloren geht. Ich frage mich manchmal, ob nicht auch hierzulande etwas die Übersicht verloren gegangen ist zwischen Milliarden und Millionen. Dabei denke ich an die Kostengutsprachen für die gegenwärtige Pandemie und deren Bewältigung.

An derartig hohe Ziffern haben wir uns in den Corona-Zeiten gewöhnen müssen. Bei den beschlossenen und noch zu beschliessenden Milliardenbeträgen stellt sich einzig noch die Frage, ob sie letztlich „nur“ höher zweistellig oder dreistellig ausfallen werden. Denn Bundesrat und vor allem jetzt das Parlament werfen mit „lumpig“ gewordenen Millionenbeträgen für dies und jenes nur so um sich herum. Ist eine Million denn im Nachcorona-Zeitalter denn überhaupt noch etwas wert?

Als Bürger dieses Staates habe ich dazu direktdemokratisch rein gar nichts zu sagen. Ich als Bürger darf dafür dann auf kommunaler Ebene vielleicht wieder einmal über einen Kredit von einigen hunderttausend Franken für eine Trottoir-Erneuerung abstimmen gehen. Vielleicht gibt’s dann dazu sogar einen heiss umstrittenen, um einige zehntausend Franken billigeren Gegenvorschlag. So oder so werde ich den Betrag als lächerlich klein empfinden, auch wenn ich das Bauvorhaben völlig unnötig finde.

Bei den derzeitigen politischen Corona-Diskussionen kümmert man sich kaum um die Höhe der Beträge. Nein, es geht vielmehr um deren Verteilung, d.h. darum, wer sie letzten Endes zu tragen hat: Der Bund, die Kantone, die Gemeinden, die Wirtschaft, die Krankenkassen, oder wer?

Diese Frage lässt sich im Grunde leicht beantworten: Einzig und alleine ich als Bürger. Denn den Letzten beissen, wie man so schön sagt, die Hunde. Ob ich die Milliarden dann als Steuerzahler via höhere Bundes- oder Kantons- oder Gemeindesteuern bezahlen muss, als Konsument via gestiegene Preise und Arbeiter via geschrumpfte Löhne an die Wirtschaft, oder als Krankenkassenpflichtiger via Prämienerhöhung an meine Kasse – da habe ich nicht mal mehr die Qual der Wahl. Denn das alles wird simultan und kompakt auf mich zukommen.

Zudem: Mit all den weltweit von so ziemlich sämtlichen Staaten und ihren Nationalbanken in den Wirtschaftskreislauf gepumpten Billionen (diesmal sind’s wirklich Billionen und nicht „nur“ Milliarden) dürfte der Geldwert von Erspartem bald einmal noch rascher gegen Null tendieren. Die Zinsen taten es und sind bereits gar im Negativbereich.

Düstere Aussichten!

Comments are closed.

« »