Der Antirassismus treibt seltsame Blüten

Feb 5 • Deutsche Seite, L'opinione, Prima Pagina • 214 Views • Commenti disabilitati su Der Antirassismus treibt seltsame Blüten

Rolando Burkhard

Über Sinn und Unsinn unserer Rassismus-Strafnorm (Art. 261bis StGB) und deren Anwendung ist bereits viel Tinte vergossen worden. Darin heisst es unter vielem anderen: „…wer öffentlich durch Wort, Schrift, Bild, Gebärden, Tätlichkeiten oder in anderer Weise eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie, Religion oder sexuellen Orientierung in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise herabsetzt…wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft“.

Man mag über den Nutzen dieser Strafnorm getrost geteilter Meinung sein. Deren jetzige und wohl auch künftige Anwendung durch unsere Staatsanwaltschaften und Gerichte richtet sich angesichts von deren breiten Interpretierbarkeit aber stark danach aus, was unsere so genannte „Zivilgesellschaft“ als „rassistisch“ empfindet. Immerhin gilt für die Strafbarkeit bisher, dass jemand jemand anderen zumindest in „gegen die Menschenwürde verstossender Weise HERABGESETZT“ haben muss. Das könnte sich aber möglicherweise bald ändern.

Stereotypisierung und „positiver Rassismus“

Denn nun werden seitens unserer exklusiv linkslastigen so genannten „Zivilgesellschaft“ plötzlich die Begriffe „Stereotypisierung“ und „positiver Rassismus“ für schuldhaft rassistisches Verhalten ins Spiel gebracht. So sollen auch NICHT HERABSETZENDE, ja gar positiv gemeinte Äusserungen über Unterschiede zwischen den verschiedenen Rassen, Ethnien etc. als anstössig zu betrachten sein, und (versteht sich) wohl möglichst rasch auch strafbar werden.

Ein fast lustiges Beispiel…

In der schweizweit bekannten Politsendung „Arena“ von TV SRF1 liess sich Nationalrätin Yvonne Feri zu folgender Aussage verleiten: „Ich bin überzeugt, dass Kamala-Harris (die neue US-Vizepräsidentin; A.d.R.) sowieso tanzen kann. Sie ist eine dunkelhäutige Person und kommt ursprünglich aus Hawaii – dort hat man ja diesen Rhythmus“. Diese harmlose Aussage trug ihr eine schweizweite Empörungswelle aus linken Kreisen ein. So etwa (hier nur einige Beispiele) seitens des Feministischen Streikkollektivs Zürich, einer Dozentin und Expertin für Rassismusfragen an der Hochschule Luzern oder auch seitens der Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR); selbstverständlich auch seitens von selbsternannten „Kulturschaffenden“.

Lustig ist an der ganzen Sache ist nur eines: Frau Nationalrätin Yvonne Feri gehört der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SPS) an, und die Empörung kam praktisch ausschliesslich aus ihrem eigenen Lager. Somit musste sie sich für ihre „stereotypische Aussage“ öffentlich entschuldigen.

…aber so lustig ist die Sache keineswegs

Nein, lustig ist das alles nicht. Denn gelte ich beispielsweise nun schon als Rassist, wenn ich im Kreis meiner Freunde bemerke, meine Frau (eine gebürtige Philippinin) sei als Asiatin bedeutend geduldiger als ich es bin (was übrigens tatsächlich zutrifft)? Kann ich künftig vor Gericht gezogen werden, weil ich vermeintlich „positive Eigenschaften mit der Hautfarbe, der Herkunft oder dem Geschlecht einer Person“ verknüpft habe?

Problematisch wird es dann, wenn die derzeit immer öfters aggressiv zu Selbstprofilierungszwecken verbreiteten „pseudoantirassistischen Tugenden“ aufgrund von Meinungen internationaler Organisationen wie etwa jener von „Critical Race Theory“ Schule machen und über kurz oder lang Eingang in unsere Gerichtspraxis finden würden. Soweit ist es vielleicht im Moment noch nicht. Aber aufgepasst!,  denken Sie an Murphys Law: „Anything that can go wrong will go wrong“ (alles was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen). Und die Schweizer Politik und Justiz sind leider Weltmeisterinnen in der kritiklosen Übernahme von irgendwelchen phantasievollen internationalen NGO-Standards (das Schlimmste dabei ist, dass unser Land diese dann nicht nur lächelnd entgegen nimmt und de facto ignoriert, sondern als fast einziger Staat dieser Welt zum Schaden unserer Bürger auch wortgetreu konkret umsetzt).

 

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