Von Dänemark lernen
Dänemark hat eine viel strengere Asylpolitik als die Schweiz. Das wirft aber kaum jemand dem Land vor, weil es als progressiv, grün und tolerant gilt. Lesen Sie dazu meinen Kommentar.
«Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode». So heisst es im Schauspiel von William Shakespeare über den dänischen Prinzen Hamlet. Genau das könnte man über die europäische Asyl- und Zuwanderungspolitik sagen. Bei Hamlet heisst es auch: «Etwas ist faul im Staate Dänemark.» Genau dies ist aber im Asylbereich nicht der Fall, wenigstens nicht im Vergleich zu den anderen europäischen Staaten.
Die sozialdemokratische Premierministerin Mette Frederiksen nennt ihr Ziel offen: null Asylbewerber in Dänemark. Sie sagt, dass der Preis der unkontrollierten Einwanderung vor allem von den sozial benachteiligten Schichten bezahlt wird. Man will keine Zustände wie in Schweden, wo die Migranten ganze Stadtteile beherrschen und wahllos Menschen umbringen. Dänemark plant, 300 Gefängniszellen im Kosovo zu mieten, um einer Überbelegung der eigenen Gefängnisse vorzubeugen. Ausländische Kriminelle, die nicht heimkehren wollen, bleiben inhaftiert. Abgelehnte Asylbewerber, die nicht gehen wollen, müssen in «Rückführungszentren» leben, bis sie ihre Meinung ändern.
Die knapp sechs Millionen Dänen mit nur 10 Prozent Ausländeranteil wissen, dass auch sie ohne strikte Asylpolitik überrannt werden. Sogar die Linken wissen, dass die Asylbewerber keinen wirtschaftlichen Nutzen bringen, sondern im Gegenteil das Gastland viel Geld kosten. In Dänemark wird Islamisten und Extremisten sogar die Staatsbürgerschaft wieder entzogen.
Doch weil Dänemark als fröhliches, friedliches Land von Radfahrern, Windrädern, Toleranz, Umweltschutz und linker Mehrheit gilt, wird es nicht kritisiert. Obwohl es in der Asylpolitik viel strenger ist als etwa Grossbritannien oder die Schweiz. Denn eines weiss man in diesem skandinavischen Staat ganz genau: Ohne Dänen gibt es kein Dänemark.
Ich verabschiede mich in die Sommerpause, wünsche Ihnen eine wunderbare, sonnige Zeit.
Mit freundlichen Grüssen aus den Sümpfen von Bern
Thomas Matter, Nationalrat, Meilen (ZH)
