Soll die Schweiz in der UNO das Chaos der heutigen Weltpolitik lösen?

Mar 4 • Deutsche Seite, L'opinione, Prima Pagina • 160 Views • Commenti disabilitati su Soll die Schweiz in der UNO das Chaos der heutigen Weltpolitik lösen?

Satire

Seit Jahren drängte Bundesbern auf einen UNO-Beitritt der Schweiz. 2002 hat man das dann via Volksabstimmung (Zustimmung 54,6%) durchgepaukt. Der Nutzen? Ausser den äussert hohen Zusatzkosten: keiner. Nun aber lechzt man aber nach viel mehr. Man möchte gar in den UNO-Sicherheitsrat eintreten. Die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht, denn ausser der Schweiz will derzeit kaum ein anderer Staat darin Einsitz nehmen. Vernünftigerweise nicht, denn wer (ausser der Schweiz) möchte denn schon dafür zahlen, um als ohnmächtiger Zaungast der Weltpolitik in das seit jeher untaugliche und derzeit (Ukraine-Krise) machtloseste politische Gremium der internationalen Diplomatie einzutreten?

Die UNO als Symbol der Macht- und Hilflosigkeit

Die internationalistische Regelung der Weltprobleme ist halt eine problematische Sache. Da hat einst schon der bescheidene Völkerbund Schiffbruch erlitten. Viel weiter ist die weitaus ambitiösere Nachfolgeorganisation UNO auch nicht gekommen. Der Internationalismus resp. Multilateralismus hat mittlerweile total ausgelebt. Entwicklungszusammenarbeit? Fehlanzeige. Migrationsproblematik? Nationales Nullsummenspiel. Klimakatastrophe? Jedem das Seine. Bekämpfung der weltweiten Corona-Pandemie? Nationale Jekami-Entscheide. Nicht mal für das absolut allerwichtigste Problem der Menschheit, der Unterdrückung der Frauen (Me-Too-Bewegung) hat man etwas zustande gebracht. Geschweige denn für die jüngste globale Nebensächlichkeit, der schlichten Aufrechterhaltung des Weltfriedens (die Ukraine-Krise lässt grüssen!).

Dafür kann der derzeitige gute UNO-Generalsekretär Guterres nichts (denn die tonangebenden Weltmächte wählen in dieses Amt stets ganz bewusst eine völlig unbedeutende Figur). In der UNO waren stets nationale Interessen, war stets und ist auch heute die Faust des Stärkeren massgebend. Das wird so bleiben.

Das ist somit vor allem im UNO-Sicherheitsrat so. Daran können die «Kleinen» nichts ändern, denn massgebend sind die darin vertretenen fünf Veto-Mächte. Was, um Gottes Willen, sollte denn die unbedeutende Schweiz zur Lösung internationaler Probleme dort einbringen? Eine Schweiz, die nicht mal ihre eigenen Probleme (EU-Frage etc. etc.) zu lösen vermag und punkto politischer Entscheidfindung dem schon nur nationalen Geschehen stets hoffnungslos eine Runde nachhinkt?

Wie sollte die Schweiz denn als Mitglied des UNO-Sicherheitsrats jeweils abstimmen, wenn’s dort um Happiges geht, so wie etwa derzeit um den Ukraine-Konflikt? Abseitsstehen? Ständige Stimmenthaltung aus Neutralitätsgründen? Parteinahme für die eine oder andere Seite nach zwingenden politischen Vorgaben der EU?

Alles in allem finde ich die geplante Einsitznahme der Schweiz im UNO-Sicherheitsrat völlig unnötig, politisch heikel (Neutralität!) und hohe Kosten verursachend; insgesamt irrsinnig. Wenn schon irrsinnig, dann sollte man zumindest ganz hoch pokern: Dann sollte man geradezu für den Sitz von einem der fünf Veto-Mächte im UNO-Sicherheitsrat kandidieren. Natürlich müssten wir hierzu wirtschaftlich, militärisch und nuklear aufrüsten. Wirtschaftlich durch Wiedereinführung des integralen Bankgeheimnisses, militärisch durch die Beschaffung von nicht nur drei Dutzend, sondern von rund 150 F35-Kampjets, und um als Atommacht zu gelten, müssten wir sofort den Bau von mindestens drei neuen Kernkraftwerken in Auftrag geben.

Ronco

 

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