Hat jemand gezweifelt?

Mag 14 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 1724 Views • Commenti disabilitati su Hat jemand gezweifelt?

Urs von der Crone Präsident ds-SVP Tessin

Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Die Italiener würden es nie schaffen die Weltausstellung fristgerecht zu eröffnen, der erwartete Zustrom von Besuchern würde ausbleiben und vieles mehr war im vergangenen Jahr in unserem Kanton zu lesen und zu hören. Es herrschte eine allgemeine Skepsis, verstärkt von der im Tessin grassierenden Ablehnung gegenüber Italien. Nun scheint es, dass das südliche Nachbarland, das bereits vor 2000 Jahren die europäischen wirtschaftlichen und politischen Strukturen wesentlich mit bestimmt hat, das Organisieren doch noch nicht verlernt hat.

Seit ein paar Tagen strömen die Besucher zu Tausenden nach Rho aufs Expo-Gelände. Am ersten Wochenende ist die für einen einzelnen Tag maximal zulässige Besucherzahl schon an beiden Tagen erreicht worden, nämlich je eine Viertelmillion Eintritte. Auch der Pavillon der Schweiz hat in der ersten Woche bereits über 30‘000 Besucher aufnehmen können. Keine schlechte Werbefläche für uns und für unsere Anliegen. Ich selber habe den Besuch der Weltausstellung noch vor mir und bin vor allem darauf gespannt, wie die Idee der Gotthardkantone realisiert worden ist und welche Wirkung sie auf die Zuschauer hat. Denn auf die Inhalte kommt es ja schliesslich an, die wir anderen Ländern vermitteln wollen

Die Kantone Graubünden, Tessin, Uri und Wallis, die eine Schweiz im Kleinen mit allen vier Landessprachen verkörpern treten gemeinsam auf mit einem Modell des Gotthardmassivs aus hartem Gneis. Hergestellt wurde es im Steinbruch von Cresciano. Mit dem Modell der Zentralalpen soll auf die Funktion als Wasserschloss für weite Regionen Europas hingewiesen werden. Rhein, Reuss, Rhone und Ticino bringen das kostbare Nass ins Flachland der benachbarten Länder. Ausserdem war der Gotthard schon in frühen Jahrhunderten eine wichtige Route für die Innerschweizer, die ihr Vieh und ihren Käse auf den lombardischen Märkten verkauften. Wenn die Präsenz der Schweizer auf den oberitalienischen Märkten schon damals ein Vorteil war, warum soll sich heute die Schweiz nicht in Mailand vor der ganzen Welt zeigen dürfen? Ein Bericht mit den Eindrücken von der Expo folgt …

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