Handelsbeziehungen nur noch mit Liechtenstein?

Mar 5 • Deutsche Seite, L'opinione, Prima Pagina • 270 Views • Commenti disabilitati su Handelsbeziehungen nur noch mit Liechtenstein?

Satire

Mit welchen Staaten dieser Erde kann/soll/darf die Schweiz noch Handelsbeziehungen pflegen?

Die Schweiz stellt, von ihrer überheblich hohen Warte aus, ihren ausländischen Vertragspartnern in und für ihre Handelsbeziehungen immer höhere moralische Standards/Ansprüche punkto Staatsführung, Menschenrechten, Ökologie und wer weiss was Weiteres. Die Liste von Staaten, die sämtliche unserer moralischen Erwartungen erfüllen, wird immer dünner. Mit wem kann/soll/darf die Schweiz heutzutage denn noch Handelsbeziehungen pflegen?

Mit wem denn?

Etwa mit China, einem Staat mit Parteidiktatur und der Unterdrückung von Minderheiten? Mit Russland, wo Oppositionelle vergiftet und eingesperrt werden? Mit den USA, wo man noch die Todesstrafe kennt und vollzieht? Mit der unzuverlässigen EU, die in ständiger Praxis ihre eigenen Gesetze (etwa den Stabilitätspakt) missachtet und wo Demokratie ein Fremdwort ist? Mit England, das seine mutierten Coronaviren in die Welt und sogar in die Schweiz exportierte? Mit Italien, das im Monatsrhythmus von Regierungskrise zu Regierungskrise schliddert, und wo nur noch die Mafia die Dinge so richtig im Griff hat? Mit den Balkanstaaten, die von Mafiaorganisationen regelrecht regiert werden? Mit Indonesien, das für die Produktion von Palmöl seine Urwälder rodet? Mit den Philippinen, wo ein Quasidiktator die Kriminellen des Landes recht unsanft anfasst? Mit Südamerika, wo man punkto landwirtschaftlicher Produktion nicht mal weiss, wie man „Bio“ schreibt? Mit Islamischen Ländern, wo Frauen unterdrückt und Andersgläubige hingerichtet werden? Oder sogar weiterhin mit Schwarzafrika, wo die Korruption über 90% unserer Entwicklungsgelder verschlingt? Oder sollten wir gar unsere Schweizer Garde vom Vatikan zurückziehen wegen den Pädophilievorwürfen und den Irrungen/Wirrungen rund um die Vatikanbank?

Mir fallen ganz spontan noch mindestens rund 100 weitere Staaten ein, mit denen wir infolge unseres gegenwärtigen Moral-, Demokratie-, Menschenrechts- und Klimaschutzdusels etc. eigentlich unsere Beziehungen abbrechen müssten. Genau betrachtet eigentlich mit praktisch allen. Vielleicht könnten wir noch mit dem Fürstentum Liechtenstein Handelsbeziehungen pflegen, doch aufgepasst: Hat dort der Fürst, nach unserem demokratischen Verständnis, nicht allzu viel Macht?

Den USA die Todesstrafe verbieten?

Da stellen sich einige Grundsatzfragen. Wie nützlich ist es denn, wenn sich die Bundesberner links- und grünsozialistische Schweiz dermassen ins Zeug legt, um in der gesamten übrigen Welt auf überhebliche besserwisserische Weise ihre höchst eigenen Vorstellungen als Universalheilmittel zu predigen und sogar ihre Handelsbeziehungen davon abhängig machen will? Jeder Staat dieser Erde hat seine eigene Geschichte, seine eigene Entwicklung, seine eigenen Probleme, seine eigenen Verhältnisse. So lassen sich, etwa bei den Menschenrechten, beispielsweise die Verhältnisse zwischen der Mikroschweiz und China mit seinem enormen Territorium und seinen rund 1,4 Milliarden Einwohnern kaum vergleichen. Warum also den Chinesen predigen zu wollen, was man dort zu tun hätte?  Oder sollten wir den USA die dortige Abschaffung der Todesstrafe zur Bedingung für die wirtschaftliche Zusammenarbeit machen?

Es wäre besser, die Schweiz kümmerte sich besser um ihre eigenen Angelegenheiten

Wäre es denn nicht besser, die Schweiz würde sich besser um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern, statt sich in ihrem moralischen Überlegenheitswahn in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen? Dass diese Staaten unseren Super-Exportartikel «Gutmenschentum» nicht sonderlich goutieren, darauf empfindlich reagieren und mitunter ihrerseits mit teils spürbaren «Unfreundlichkeiten» reagieren, darf uns nicht allzusehr erstaunen. Wie hätten WIR denn reagiert, wenn die Staatenwelt ihre Beziehungen mit der Schweiz vor 1971 eingefroren hätten, weil hierzulande die Menschenrechte missachtet würden (das fehlende Stimmrecht der Frauen wurde hier erst damals und von einem der allerletzten demokratischen Staaten eingeführt)? Wahrscheinlich recht empört, auf unsere Souveränität pochend.

Ronco

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