„Das Tell-Denkmal in Altdorf/Uri muss weg!“

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Satire

Der Tod von George Floyd in den USA hat eine weltweite Antirassismuskampagne ausgelöst. An den Pranger gestellt wird dabei nun aber mittlerweile so ziemlich alles Vergangene, das auch nur im Entferntesten nach irgendwelchem nach heutigen Gesichtspunkten empfundenen Unrecht riecht. So werden derzeit von gewissen Kreisen überall Denkmäler von Personen kritisiert, verschmiert, demoliert oder gewaltsam abgebaut, denen vergangenes Unrecht vorgeworfen wird. Davon verschont blieb in England nicht einmal ein Denkmal von Winston Churchill. Diese Hysterie hat nun auch die Schweiz erreicht. Der österreichische Botschafter hat in Sachen Vergangenheitsbewältigung unlängst in Bern bei Aussenminister Cassis vorgesprochen. Hier der Inhalt des Gesprächs.

Cassis: „Guten Tag hochgeachteter Herr Botschafter, was führt Sie denn so plötzlich unerwartet zu mir?“

Botschafter: „Nun ja, hochverehrter Herr Aussenminister, die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern sind zwar exzellent, aber da gibt es ein Problem. Ihr habt in Altdorf im Kanton Uri ein Denkmal errichtet für einen gewissen Wilhelm Tell. Der wird von euch als Nationalheld gefeiert, oder?“

Cassis: „Ja, gewiss. Wo liegt denn das Problem?“

Botschafter: „Nun ja, dieses Denkmal muss weg. So wollen es nicht weniger als drei internationale NGOs, die in Wien von unserer Regierung ultimativ eine Intervention bei der Schweiz verlangt haben.“

Cassis: „Aber warum denn, um Himmels Willen, soll das Denkmal denn weg?“

Botschafter: „Sehen Sie: Ihr Tell wird bei Ihnen als Nationalheld gefeiert, aber in Tat und Wahrheit war er ein Rassist. Er hat sich zeitlebens in Wort und Tat gegen die österreichische Rasse aufgelehnt. Zudem war Tell hochkriminell. Nicht nur hat er mit dem Pfeilschuss auf den Apfel über dem Haupt seines eigenen Kindes vorsätzlich Leib und Leben eines Menschen gefährdet, was ihm heutzutage eine Verurteilung zumindest wegen versuchter fahrlässiger Tötung einbringen würde; nein, nein, er hat sogar aktenkundig einen regelrechten Mord verübt, den an unserem damaligen Landvogt Gessler. Somit war es völlig verfehlt, für einen solchen Unmenschen ein Denkmal zu errichten. Deshalb muss es weg!“

Cassis: „An diesen Aspekt der Geschichte habe ich noch gar nie gedacht. Aber ganz so Unrecht haben Sie nicht. Mir liegt sehr daran, die exzellenten Beziehungen zwischen der Schweiz und dem EU-Staat Österreich aufrecht zu erhalten, schon nur wegen unserem Rahmenvertrag. Aber das Tell-Denkmal einfach so ersatzlos abzumontieren, das würde man in Uri nicht schlucken. Was soll ich denn tun?“

Botschafter: „Ganz einfach. Sie errichten dort stattdessen ein Denkmal für Gessler. Denn Gessler hat für das wirtschaftliche Fortkommen der damaligen Oberschicht, namentlich für den lokalen Kleinadel, Grossartiges geleistet. Die Einschränkungen der Freiheit der Landbevölkerung, das waren lediglich klitzekleine Kollateralschäden. Das verdient Anerkennung. Sollte das nicht möglich sein, wäre auch eine Statue von unserer Kaiserin Sissi angebracht, denn die wurde ja in der Schweiz ermordet“.

Cassis: „Das mit Sissi geht nicht, denn die hat ja in unserer Genferseeregion bereits drei Statuen. Dann doch eher wohl eine von Gessler. Wenn mich Österreich dabei unterstützt, den Rahmenvertrag mit der EU abzuschliessen, bringe ich das vielleicht beim Schweizer Volk durch. Aber was sollen wir mit der Tell-Statue tun, einfach im Vierwaldstättersee versenken?“

Botschafter: „Für das Erreichen eines EUkonformen Rahmenvertrags werden wir Sie sicher gerne unterstützten, am liebsten wäre es uns ja, die Schweiz wäre bei der EU auch dabei, damit wir nicht mehr, zusammen mit 3-4 anderen Ländern, die einzigen sind, die in die EU einzahlen und nichts kriegen. Und wegen dem Tell-Denkmal hätte ich eine Idee: Schenken Sie diese, statt sie zu versenken, doch uns; wir würden sie dann als Mahnmal für erlittenes Unrecht in unserem Gruselkabinett im Zentrum von Wien aufstellen“.

Cassis: „Gute Idee. Ich werde demnächst Ihre wertvollen Vorschläge dem Bundesrat unterbreiten. Sie hören von uns“.

 

Ronco

 

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