Covid-19 – Ein kurzer Schwatz mit Christoph Blocher

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In der Ausgabe vom 3. September ist in der Zeitung «Il Paese» das Editorial des Direktors erschienen, in welchem er versucht hat, die Haltung der SVP hinsichtlich der Impfungen resp. des möglichen Impfzwangs darzulegen. Da die Medien absichtlich die SVP kurzerhand als impffeindlich abzustempeln versuchen, haben wir es für gut befunden, uns darüber mit einem weitaus bedeutenderen Exponenten der Partei zu unterhalten.

 

I.P.: Herr Dr. Blocher, die Verbreitung des Coronavirus scheint aufgrund der gegenwärtigen Impfkampagne etwas abgebremst zu sein. Dennoch werden die Impfungen seitens des Volkes kontrovers diskutiert. Es ist ein richtiggehender Glaubenskrieg ausgebrochen zwischen Impfbefürwortern und Impfgegnern, der die Meinungsbildung der Leute entzweit und jede/n verdächtig macht, der/die sich nicht zum einen oder zum anderen Lager bekennt. Wie schätzen Sie selber die Lage ein?

 

C.B.: Es ist verständlich, dass in Bezug auf Impfungen verschiedene Ansichten existieren. Es gab stets grundsätzliche Impfgegner – die kann man nicht überzeugen. Die meisten, die noch nicht geimpft sind, sind zurückhaltend, weil sie den Druck von Seiten des Staates als Eingriff in die Freiheit betrachten.

Ich selbst finde, es sollte sich jede/r aus Eigennutz impfen lassen, damit er weniger angesteckt wird und besser geschützt ist.

 

I.P.: Die SVP vertritt klar die Haltung für eine individuelle freie Entscheidfindung und ist deshalb gegen jeglichen Impfzwang. Das kann von den Medien genüsslich dazu instrumentalisiert werden, um zu behaupten, die SVP sei kurzerhand gegen die Impfungen. Darf man den Impfungen zustimmen und dennoch gleichzeitig gegen ein Impfobligatorium sein?

 

C.B.: Ich bin gegen einen grundsätzlichen Impfzwang. Aber es gibt Leute, die müssen entweder geimpft, getestet oder genesen sein, weil sie eine besondere berufliche Stellung haben – z. Bsp. in Alters- und Pflegeheimen. Hier muss man es verlangen, sonst kann in diesen Berufen nicht gearbeitet werden.

Selbstverständlich kann man den Impfungen zustimmen und gleichzeitig gegen ein Impf-Obligatorium sein.

 

I.P.: Wenn ja, wie soll man das unseren Wählern erklären, ohne von ihnen als zweideutig wahrgenommen zu werden?

 

C.B.: Man muss es erklären und überzeugen, aber ohne Druck und ohne Verachtung der anderen Meinung Ausdruck zu geben.

 

I.P.: Wir wissen, dass bedeutende Persönlichkeiten unserer Partei – wie etwa Marco Chiesa und Roger Köppel, die das auch öffentlich bekannt gaben – sich haben impfen lassen. Dürfen wir uns die Frage erlauben, ob auch Sie es getan haben?

 

C.B.: Ich habe mich bereits im Februar, diesen Jahres impfen lassen und das auch öffentlich bekanntgegeben. Mein Hausarzt hat dies empfohlen, und dann habe ich es getan – aus Eigennutz.

 

I.P.: Was halten Sie vom Green Pass? Ist das tatsächlich eine unannehmbare Einschränkung unserer Freiheit, so wie es ein kurzerhand verordneter Impfzwang darstellen würde?

 

C.B.: Ich verfüge zwar nicht über einen Green-Pass aber über einen Impfausweis. Das ist im täglichen Verkehr eine Vereinfachung.

 

I.P.: Herr Dr. Blocher, wir danken Ihnen für Ihre traditionelle Bereitschaft, unsere Fragen zu beantworten.

 

C.B.: Ich wünsche Ihnen allen und dem Kanton Tessin alles Gute.

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