Wer kann’s besser?

Feb 19 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 577 Views • Commenti disabilitati su Wer kann’s besser?

Urs von der Crone Presidente ds-SVP Tessin

Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Eine kurze Mitteilung im Corriere del Ticino lässt aufhorchen: Das touristische Angebot auf den Brissago-Inseln wird neu überdacht. Trotz Schwierigkeiten haben die Verantwortlichen entschieden, den Betrieb für diese Sommersaison nochmals aufzunehmen. Man glaubt weiterhin an das touristische Potential, das in diesem einmaligen Angebot des botanischen Gartens mit dem schönen Palazzo aus den Zwanziger-Jahren des letzten Jahrhunderts steckt. Schliesslich ist ja die Infrastruktur des Restaurants und des Seminarzentrums auf der Insel mit viel Geld erweitert und renoviert worden. Fakt ist aber, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der Besucher von 110 Tausend auf ungefähr 60 Tausend gesunken ist. Schuldzuweisungen sind auch vorhanden: natürlich wird der italienischen Schifffahrtsgesellschaft NLM mit ihren angeblich zu hohen Fahrpreisen die Schuld in die Schuhe geschoben. Aber ist die Sache wirklich so einfach?

 

Die wichtigste Frage dreht sich doch zweifellos darum: Wer ist besser in der Lage, die Insel mit ihrem touristisch, botanisch, historisch und gastronomisch sehr reichen Angebot zu vermarkten und kostendeckend zu arbeiten. Eine staatliche oder eine private Organisation? Angelegt worden ist die Insel eindeutig mit dem privaten Geld der Baronin S. Léger (oder zumindest mit dem Geld ihres Mannes) im 19. Jahrhundert. Sie hat es nicht verstanden, mit Geld sparsam umzugehen und ist ja bekanntlich verarmt und zum Sozialfall geworden. Bei ihrem Nachfolger, dem sog. „Kaufhauskönig“ Max Emden ist Geld grosszügig in die Ausgestaltung der Anlagen und des Parks auf der Insel investiert worden. Den heutigen Zustand der Inseln verdanken wir ja mehrheitlich dem Hamburger, der leider allzu früh verstorben ist. Darauf kamen der Kanton Tessin und die umliegenden Gemeinden zum Zug, die in den ersten Jahrzehnten mit dem Angebot auf den Inseln einen sagenhaften Erfolg verbuchen konnten. Dieser scheint sich heute aber unter staatlicher Ägide nicht mehr einzustellen. Vielleicht ist der Moment gekommen, die Inseln an Private zu verpachten? Ideen, Geld und der Wille zu neuen Konzepten sind vielleicht vorhanden. Es müsste sichergestellt sein, dass der botanische Garten weiterhin hohen Qualitätsanforderungen genügt, die Emden-Villa ihren historischen Charme ausspielt und die Inseln nicht zu einem Kinderspiel- oder Zeltplatz verkommen. Wer kann’s besser?

 

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