Verreisen und doch zuhause bleiben

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Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Juni, Juli und August sind die Reisemonate par excellence. Mit welchen Verkehrsmitteln verreisen Sie in diesem Jahr? Das Auto haben wir gerne immer dabei um alle unsere Siebensachen verstauen zu können. In Zukunft müssen wir wegen der Schadstoffe, die wir dabei produzieren, kein schlechtes Gewissen mehr haben: Ein schwedischer Autohersteller hat eben verkündet, ab 2019 keine Autos mehr mit reinen Verbrennungsmotoren herzustellen. Flüge für fernere Ziele werden immer billiger und wir profitieren von einer mörderischen Konkurrenz der Anbieter. Für kürzere Strecken können heute aber auch Hochgeschwindigkeitszüge eine echte Alternative sein: Die Strecke Mailand – Rom – Neapel hat es bewiesen. Oder sollen wir mit einem Schiff verreisen, was wohl für Leute, die genügend Zeit haben, eine gutes Angebot ist?

Dank des rasanten technischen Fortschritts, bei dem wir kaum mehr mithalten können, bieten sich uns aber auch ganz andere Möglichkeiten, unsere Mobilität auszuleben, andere Länder und Kulturen kennenzulernen und mit weit weg wohnenden Menschen in Kontakt zu kommen: Wer ist denn im Zeitalter des grenzenlosen Internets noch gezwungen, sich von zuhause weg zu bewegen? Es gibt doch heute die unbeschränkte E-Mobility: Auf unseren Bildschirmen können wir jede gewünschte Person treffen und mit ihr kommunizieren. Die Strapazen der Reise und des Verkehrs fallen weg. Hotels benötigen wir keine mehr – wir können alles von zuhause aus erledigen. Und wenn wir uns mal doch noch in ein Auto setzen wollen, so verfügen wir ja schon bald über selbstgesteuerte Fahrzeuge, die uns auch noch das ermüdende Lenken abnehmen. Versuchen wir’s doch mal in diesem Sommer: Erleben wir die Welt vom Tessin aus und machen von da aus virtuelle Entdeckungstouren auf der ganzen Welt und bleiben dabei ganz einfach in der eigenen Wohnung oder im eigenen Garten. Vielleicht haben wir dann plötzlich doch wieder Lust, unsere nächste Umgebung zu erforschen und entdecken dabei in unserem eigenen Kanton einiges, was uns zwar bisher ganz unbekannt war und doch eigentlich so sehenswert wäre.

 

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