Unsere Hausordnung = Unsere Werte

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Urs von der Crone Präsident ds-SVP Tessin

Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, hat sich an eine allgemeingültige Hausordnung zu halten. Wer in die Schweiz kommt um bei uns zu leben, sollte sich auch Mühe geben herauszufinden, was in unserem Land Sitte ist und was nicht zu unserem Lebensstil passt. In der Schweiz darf man Christ sein (egal ob katholisch, protestantisch oder einer Sekte zugehörig), man darf aber ebenso Mohammedaner, Jude, Buddhist oder auch ganz einfach Atheist sein. Diese Freiheit haben wir und lassen sie uns nicht nehmen. Entscheidend ist aber, dass jedermann anders Denkenden gegenüber tolerant ist, und vor allem akzeptiert, dass unser Land seit Jahrhunderten durch das Christentum geprägt worden ist. Logischerweise hängen in unseren Schulzimmern manchmal auch Kruzifixe und es ist üblich in diesen Wochen mit allen Schülern, egal welcher Religion, Weihnachten zu feiern.

 

Eltern, die ihren Kindern eine problemlose Integration ermöglichen wollen, sorgen dafür, dass diese sich so kleiden wie Schweizer Kinder. A propos Kleidung: Unsere ehemalige Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hat im Jahre 2008 bei einem Besuch im Iran ihren Kopf entsprechend den örtlichen Vorschriften in ein weisses Tuch gehüllt und damit deutlich gemacht, dass man sich den Gepflogenheiten des Gastgebers anpasst. Wir dürfen diese Geste eindeutig so verstehen, dass wir umgekehrt mit gutem Recht verlangen können, dass alle Frauen in der Schweiz auf die Kopfverhüllung verzichten und sich damit der Tradition unseres Landes anpassen. Michelle Obama hat es einst anders gemacht: Als Amerikas First Lady begrüsste sie bei einem Kondolenzbesuch in Saudi-Arabien den König ohne Kopfbedeckung. Viele der Würdenträger des arabischen Landes haben sie deswegen trotz ihres Ranges kalt übergangen.

 

In der Schweiz, wie auch in anderen europäischen Ländern, sind wir geprägt von der griechisch-römischen Antike. Das war die Zeit, als wir gelernt haben selber zu denken und mit der Erfindung der Demokratie alle Bürger in den politischen Prozess einbezogen haben. Jeder darf seine Meinung haben und sie in der Gemeinschaft einbringen. Auch wenn das Mittelalter und spätere Epochen viele von diesen Errungenschaften zeitweise wieder abgeschafft haben, so fanden die Renaissance, der Humanismus und die Aufklärung wieder zurück zu einer humaneren Gesellschaftsordnung. Rückschläge gab es immer wieder aber gerade wir in der Schweiz können auf unsere direkte Demokratie, den Rechtsstaat und unsere Freiheiten stolz sein. Was für andere eine Erfindung des 20. Jahrhunderts ist, hat bei uns viel länger schon Tradition. In der Geschichte sind unsere Werte begründet. So kann man zu Recht verlangen, dass sich Einwanderer mit unserer Geschichte befassen. Nur so können sie begreifen, wie unser Staat zu Stande gekommen ist. Wir dürfen von unseren neuen Mitbewohnern zweifellos erwarten, dass sie sich an unsere Vorstellungen und Werte, gewissermassen an unsere Hausordnung anpassen. Parallelgesellschaften, die sich unseren Bräuchen verschliessen, sind äusserst gefährlich. In welchem Haus gibt es denn Mieter, die sich von der Gemeinschaft lösen und ihre eigene Hausordnung aufstellen?

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