Überraschungen in Zürich?

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Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Die Zürcher staunen im Vorfeld der eidgenössischen Wahlen: Da hat sich der Ständeratskandidat Roger Köppel wirklich vorgenommen auf seiner Wahlkampftournee jede einzelne Gemeinde des Kantons zu besuchen und mit den Stimmbürgern persönlich Kontakt aufzunehmen. Das hat vor ihm schon mal ein Regierungsratskandidat in Graubünden durchgespielt. Der Sozialdemokrat Claudio Lardi besuchte vor Jahren – allerdings mit dem Fahrrad – sämtliche Bündner Gemeinden und siehe da, er ist gewählt worden. Bei Roger Köppel gehe ich davon aus, dass er mit seinem Auto reist, dennoch wünschen wir ihm viel Erfolg bei seinem Wahlkampf. Schliesslich hat er ja auch noch die «Weltwoche» als grossartige Wahlkampfplattform zur Verfügung. Mit seinem grossen Wissen und seiner geschulten Rhetorik ist seinen Auftritten allerorts beachtlicher Erfolg beschieden. Das gefällt natürlich nicht allen. Gerade auf Facebook melden sich altgediente Linke aus der unterdessen längst pensionierten 68er Generation zu Wort und dies politisch alles andere als korrekt.

Unter dem Eintrag «Helvetias Helden» und einem trügerischen Foto mit Gebirge und Edelweiss ziehen die Schein-Intellektuellen in übelster Weise über Roger Köppel, Philipp Gut, Christoph Mörgeli (alle Mitarbeiter der «Weltwoche») und Andreas Glarner her. Es ist die Rede von einem «Kreis von verbitterten, schmallippigen, alten, reaktionären Männern, die vor dem Verlust ihrer Macht zittern». Mit diesen sollte man nicht mehr reden, allenfalls noch über sie. Wer so etwas vorschlägt, hält nicht viel von Demokratie, die ja gerade darin besteht, dass Meinungsverschiedenheiten im Gespräch ausgetragen werden. Im besagten Facebook-Eintrag fehlt natürlich die übliche Nazikeule nicht. Die erwähnten Politiker hätten ein Klima der Einschüchterung geschaffen, geprägt von Denunziation und Misstrauen. Die Stimmbürger werden als «elender Mob» bezeichnet, der mit diesen Politikern direkt auf ein autoritäres Regime zusteuert. Da taucht ein altes Misstrauen der Linken wieder auf: Sie halten wenig vom Urteilsvermögen der Stimmbürger, stattdessen glauben sie an eine politische Elite, die besser weiss, was fürs Volk gut ist. Spürt da vielleicht die Linke in Zürich, dass ihr die Felle davon schwimmen, dass heute ein ganz anderer Zeitgeist weht? Merkt sie, dass sie mit ihrer Bevormundung des Stimmbürgers und ihren Luftschlössern von sozialistischen Modellen am Ende ist? Und dies nicht nur in der Schweiz, sondern in zahlreichen europäischen Ländern.  Vielleicht schauen die Verfasser des Facebook-Eintrags gelegentlich in den Spiegel und entdecken, dass sie selbst unterdessen «verbitterte, reaktionäre Männer» geworden sind? Schliesslich ist ja der reale Sozialismus fast überall gescheitert.

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