Teufeleien

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Humoreske

 

Krisensitzung im Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Bundesrätin Leuthard, der UVEK-Generalsekretär und der Chef des Bundesamtes für Verkehr (BAV) sitzen am Konferenztisch. Es geht um die Segnungszeremonie zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels.

Leuthard (zum Generalsekretär): „Ich dachte, alles sei perfekt organisiert: Ein katholischer Pater, ein Rabbiner und ein Imam, oder ? Doch gestern rief mich der Ogi an, er will unbedingt auch noch einen Protestanten dabei haben.“

Generalsekretär: „Ogi hat mich auch angerufen. Die Sache ist OK, wir nehmen einen Protestanten dazu, ich weiss nur noch nicht wen. Sicherheitshalber habe ich auch noch den Pieter Zeilstra vom BAV dazugenommen, als Vertreter der Gruppe ohne Religionszugehörigkeit.“

BAV-Chef: Das reicht nicht. Heute morgen hat sich der Dalai Lama bei mir gemeldet. Die Buddhisten fühlen sich hintergangen und sprechen von Respektlosigkeit. Ich glaube, man sollte ihn auch einladen.“

Leuthard: „OK, das machen wir. Ach ja, da war noch etwas: Ich habe e-mails von den Baha’i, den Scientologen und den Mormonen erhalten, die wollten alle auch dabei sein. Aber ich habe abgesagt, aus Platzgründen.“

Im Konferenzzimmer läutet das Telefon. Der Generalsekretär nimmt den Anruf entgegen, wird leichenblass und legt wortlos den Hörer auf.

Leuthard: „Wer war denn am Apparat ?“

Generalsekretär (stotternd): „Der…der…der…Teufel !! Er…er…er… hat den Trick der Urner mit dem Ziegenbock wegen der Teufelsbrücke nicht vergessen, und er hat gesagt, er habe den Tunnel gebaut und will nun endlich seine erste Seele, jene desjenigen, der den fertig gebauten Tunnel zum ersten Mal befährt“.  

BAV-Chef: „Ich könnte einen zweiten Ziegenbock organisieren, wenn Ihr wollt“.

Im Konferenzzimmer läutet das Telefon ein weiteres Mal. Der Generalsekretär nimmt ab, hört zu und legt den Hörer wiederum wortlos auf.

BAV-Chef: „Wer war es denn diesmal ?“

Generalsekretär: „Es war der St. Gotthard, Ihr wisst ja, der 1131 heilig gesprochene Benediktiner Bischof von Hildesheim (961 – 1038), nach dem der Berg im Jahre 1237 als Monte Sancti Gutardi benannt wurde. Er hält nichts von der Idee mit dem zweiten Ziegenbock, denn er will es sich mit dem Teufel nicht definitiv verderben“.

Der Bundesweibel (der gerade den Kaffee serviert und zugehört hat: „Hören Sie, meine Herrschaften. Das wird nicht klappen mit dem Ziegenbock. Doch ich habe eine weitaus bessere Idee. Nehmen wir doch statt eines Ziegenbocks den Italiener Renzi, der meinte doch kürzlich gar ernsthaft, Italien habe den Tunnel gebaut und bezahlt.“

 

 

Ronco

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