Sudoku für Bundesratswahlen?

Nov 18 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 196 Views • Commenti disabilitati su Sudoku für Bundesratswahlen?

Black Rot

Einige ketzerische Gedanken zur geforderten Einführung einer Frauenquote für den Bundesrat

Für die Bundesratswahlen gelten heute zwei massgebende Vorgaben: Einerseits die politisch meist angewendete so genannte Zauberformel (parteipolitische Zusammensetzung) und andererseits die in der Verfassung (Art. 175/4 BV) festgeschriebene, aber nicht immer konsequent beachtete „angemessene Vertretung der Landesgegenden und Sprachregionen“.

Braucht es zusätzlich eine Frauenquote?

Diese Forderung wird immer wieder zumeist von Links erhoben und wird nach dem Ausscheiden von Doris Leuthard noch lauter werden. Es solle in der Verfassung eine Frauenquote für den Bundesrat statuiert werden. Denn die Frauen machen bekanntlich rund die Hälfte der Bevölkerung aus und waren im Bundesrat kaum je proportional vertreten. Also schreiben wir’s doch in die Verfassung: Von den 7 Mitgliedern der Landesregierung muss die Hälfte, das heisst müssen 3 ½ Frauen sein.

Gibt’s da ein Problem wegen dem ½ Mann/Frau ? Keineswegs. Im Zeitalter der exponentiell zunehmenden Anzahl von Inter- oder Transsexuellen könnte man stattdessen ja festlegen: 3 Männer, 3 Frauen und 1 irgendetwas dazwischen.

Von den Homos und Lesben ganz zu schweigen.

Reicht das aus?

Kaum. Denn sind nicht angeblich auch viele weitere schweizerische Bevölkerungsgruppen ohne Quotenregelung chronisch im Bundesrat untervertreten ? Zum Beispiel…

  • …die Ausländer/innen (die heute ja fast 30 % ausmachen), oder zumindest all die Leute „mit Migrationshintergrund“. Sie sollten doch nach Ansicht der Linken auch politisch mitbestimmen können. Nun ja, im Moment sind wir ja mit dem Cassis einigermassen Auf Kurs, also Amen.
  • … die Jungen: Die Mitglieder des Bundesrates sind traditionell eher höheren Alters. Wie steht’s mit den 20-35jährigen ? Die sind stark untervertreten. Also eine Quote für die Jungen ?
  • … die Religionszugehörigkeit: Heute sind die Bundesratsmitglieder wohl entweder Katholiken oder Protestanten (ich weiss es nicht). Aber wie steht’s mit der Vertretung der vielen Atheisten oder gar der stark zunehmenden Population von Muslims ? Bedürfte es für Letztere nicht auch einer Quote?
  • … die Nicht-Fleischesser: Die traditionellen Bundesräte/-innen fressen meines Wissens so quasi alles. Aber da gibt’s eine ständig wachsende Bevölkerung, die Fleisch und tierische Produkte verabscheut (Vegetarier und Veganer). Sind diese Leute zureichend im Bundesrat vertreten ?

Die Liste liesse sich beliebig verlängern

Ja, etwa auf Quoten für Akademiker/Nichtakademiker, Behinderte/Nichtbehinderte etc.etc. Sogar bestehende Regelungen liessen sich quotenmässig noch verfeinern, so etwa die „angemessene Vertretung der Landesgegenden“: Warum gab es Aberdutzende von Zürcher und Berner Bundesräten, wenn’s seit 1848 noch überhaupt nie einen Schaffhauser Bundesrat gab?

Eine einzig noch niemals geforderte Quotenregelung fehlt erstaunlicherweise auf der Wunschliste: Sollten denn nicht zumindest zwingend 4 der 7 Bundesräten(-innen) fähig, tüchtig und geeignet sein für Ihren Job ?

Mit überbordenden Quotenregelungen würden die künftigen Bundesratswahlen zu einem reinen Sudoku

Ja, denn übermorgen käme dann mit all diesen Quotenregelungen bei einer künftigen Vakanz im Bundesrat beispielsweise nur zwingend folgende Kandidatur in Frage: Eine muslimische, auslandstämmige, veganische 20-35jährige SP-Thurgauerin.

Da müsste man sich überlegen, ob man als Wahlbehörde für die Bestimmung von Bundesratsmitgliedern statt der Vereinigten Bundesversammlung nicht schlicht und einfach einen/eine der vielen Sudoku-Spezialisten des Bundesamtes für Statistik beauftragen sollte.

Weit besser wäre es wohl, die Bundesratsmitglieder vom Volk wählen zu lassen. Aber das will die „politisch korrekte“ Schweiz ja keineswegs.

Comments are closed.

« »