Servir et disparaître…!

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Rolando Burkhard

Rolando Burkhard

Offener Brief an alt Bundesrat Adolf Ogi

 

Lieber Herr Ogi,

 

Sie waren von 1987 bis 2001 Bundesrat. Insgesamt haben Sie damals Ihre Sache in der Landesregierung so gut wie Ihnen möglich gemacht. Den bekannten Witz über das Schild auf der Türe Ihres Bundesratsbüros im Bundeshaus „Adolf Ogi, PSK“ (PSK = Primarschule Kandersteg) fand und finde ich deshalb total unangebracht. Sie haben damals getan, was Sie konnten. Dafür gebührt Ihnen Ehre und Anerkennung.

 

Also: Warum ruhen Sie sich denn nicht einfach auf Ihren „Lorbeeren“ aus ? Warum mischen Sie sich – kraft Ihres ehemaligen Amtes – mit pointierten politischen Kommentaren dauernd ins aktuelle Geschehen in Angelegenheiten ein, die Sie zeitgeschichtlich kaum mehr einzuordnen vermögen ? Warum beschränken Sie sich nicht auf so wichtige internationale Ämter wie jenes des „Sonderbeauftragten für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden“ im Auftrag der UNO ?

 

Wollen Sie denn so enden wie Ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen Stich, Dreifuss, Calmy-Rey, Couchepin, Leuenberger etc., deren politische Kommentare kaum noch mehr als ein müdes Lächeln, ja fast Mitleid auslösen ?

 

Ihre derzeitigen medialen Giftpfeile richten sich gegen Ihre ehemalige SVP, mithin gegen von Volk und Ständen gutgeheissene Verfassungsänderungen. Ob das klug ist, muss ich Ihrem Gutdünken überlassen. Beleidigte Leberwurst hin oder her, aber übertreiben’s Sie nicht: Mit Ihrem „Trainingslager“ zum EU-Beitritt haben Sie damals den EWR-Beitritt der Schweiz beerdigt. Unreflektierte Geschwätzigkeit ist halt oft kontraproduktiv. Das Stimmvolk erkennt das sofort. Auch und vor allem wenn sie von Ogi kommt.

 

Als SVPler müsste ich Ihnen eigentlich insgesamt für Ihre Geschwätzigkeit fast dankbar sein, denn sie bewirkt das Gegenteil des von Ihnen Erhofften. Es ist mir nicht danach, dies zu tun. Vielmehr bedaure ich es zutiefst, dass ehrbare ehemalige Bundesräte den Volkswillen missachten und  aus offensichtlichen Revanchegelüsten und wegen nicht erfüllten persönlichen Wünschen während ihrer Amtszeit  solche Wege beschreiten.

 

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