Reden ist Silber, Schweigen ist Gold…

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Eros N. Mellini

Eros N. Mellini

 

Trump: Triumpf, Trumpf oder hat man sich trumpiert ?

Ich gebe es gerne zu: Auch ich gehöre zu jenen, die überrascht wurden von der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Wie viele andere, betrachtete ich beide Kandidaten als unwählbar, wenngleich ich mir – als überzeugter Vertreter der Rechten – eine republikanische US-Regierung erhoffte. Dies in der Meinung, dass qualifizierte Mitarbeiter der Republikaner besser in der Lage wären, allfällige Mängel von Trump auszugleichen, als dies die Kader der Demokraten hinsichtlich Hillary Clinton hätten tun können. Es kam so wie wir mittlerweile alle wissen. Ich bin zufrieden, allerdings verbleiben mir einige Zweifel, die nur die Zukunft aufzulösen oder zu bestätigen vermag.

Dennoch erlaube ich mir einige Bemerkungen zu den vor und nach den Wahlen abgegebenen Erklärungen, die mir den Eindruck vermittelten, dass deren Autoren über weniger gesunden Menschenverstand (wenn nicht gar über weniger Intelligenz) verfügen als dem von ihnen Donald Trump zugestandenen. 

Wer den Wahlsieg von Hillary Clinton voraussagte, scheint überhaupt nichts gelernt zu haben

Vorweg erscheint klar, dass ein guter Teil von jenen Leuten, die den Wahlsieg von Hillary Clinton vorausgesagt haben, nichts dazu gelernt haben. Denn wenngleich sie erwiesener massen über keinerlei wahrsagerische Fähigkeiten verfügen, gebärden sie sich nun als Propheten, obschon alles bisher von ihnen Vorausgesagte nicht eintraf. Schon nur ihre alles andere als irrige Hypothese – wonach sich Donald Trump nach Abschluss des Wahlkampfes (mit all seinen in dieser Zeit drastischer und härter als nötig formulierten Vermittlung von Botschaften) als besserer Präsident erweisen könnte als erwartet – sollte zu vermehrter Vorsicht gemahnen. Schliesslich hat man auch Reagan die nötigen Fähigkeiten nicht zugetraut, die führende westliche Weltmacht zu führen, und ich glaube mich erinnern zu können, dass bereits vor ihm auch Abraham Lincoln in führenden Kreisen keine sonderlich hohe Wertschätzung genoss, auch wenn man ihm zugestand, ein guter Rechtsanwalt und vor allem ehrlich zu sein (Honest Abe) – ein Attribut, das heutigen Politikern immer weniger zuerkannt wird. Aber nein, diese Propheten wollen nun – heimgesucht von einem lästigen Jucken in ihren Intimbereichen infolge der erlittenen Abfuhr durch den Volksentscheid – wider jedes Demokratieverständnis pathetisch den Beweis erbringen, dass das Volk sich geirrt hat, weil es ihren Überzeugungen nicht gefolgt ist: Und so überbietet man sich jetzt geradezu beim Herbeireden von Katastrophenszenarien, Kriegen und weiteren Apokalysen, die der neu gewählte Präsident ihrer Ansicht nach unweigerlich herbeiführen wird (Frage: Erinnert dies alles nicht ein wenig an gewisse Behauptungen unserer eigenen „classe politique“ im Anschluss an alle ihnen nicht genehmen Volksabstimmungen?). Zum Glück finden ihre Voraussagen keinerlei Bestätigung in den vorhergehenden.

Wer weiss, welcher Empfang den  „Zauberlehrlingen“ bereitet wird

Meine Bemerkungen bezogen sich bisher auf – nebst auf die so genannten „Experten“-Meinungsmachern – vor allem  auf zweitrangige Kommentatoren und Politiker, die künftig kaum gross riskieren, sich ihre unangebrachten Äusserungen über Trump vom vom direkt Diffamierten vorwerfen zu lassen. Aber es gibt zwei Kategorien von Personen, für die es ausserordentlich peinlich sein wird, in naher Zukunft mit Donald Trump verhandeln zu müssen: Erstens seine Verleumder innerhalb der eigenen Partei, von denen ein Teil erfahrungsgemäss (aufgrund der notorischen Sucht der Politiker nach Macht und Pfründen) „heimkehren“ wird, um in der neuen US-Administration Posten, Pöstchen und Aufträge einzufordern. So auf Anhieb scheint mir Trump nicht der Typ zu sein, der diejenigen belohnen wird, die ihn beleidigt und dadurch seine Wahl gefährdet haben. Aber man kann ja nie wissen.

Aber die zweite und weitaus wichtigere Kategorie von Leuten die ich meine, das sind die politischen Leader jener Länder, die gute Beziehungen mit den USA pflegen oder gar von den USA abhängen, und die es während der Kampagne für richtig hielten, zugunsten von Hillary Clinton und (weitaus häufiger) gegen Donald Trump Stellung zu beziehen. Können Sie sich vorstellen, in welcher Gemütslage François Hollande im Weissen Haus aufkreuzen wird, um die französischen Interessen zu vertreten – er, der von Trump gesagt hatte „er sei zum Kotzen“?. Es wird für einige Politiker alles andere als einfach sein, nun zu behaupten, „ihre Äusserungen seien falsch wiedergegeben worden“ (tun werden sie es dennoch). Angehängt publizieren wir eine von der „Weltwoche“ veröffentlichte, bei weitem nicht vollständige Aufstellung  von Äusserungen über Trump seitens öffentlicher Personen von nationaler und internationaler Bedeutung, für die es nunmehr schwer fallen dürfte, sich ohne zumindest zu erröten mit dem neu gewählten Präsidenten zu treffen, und wer weiss, angesichts seiner ungewungenen Ausdrucksweise dabei zu riskieren, dass er öffentlich sage, sie spielten eine „Sch…-Rolle“ – aber lassen wir das !

 

Aus: “Weltwoche” vom 10.11.2016

weltwoche

«So dumm» Globale Elite Was Politiker aus aller Welt über Donald Trump gesagt haben.

 

1 – «Er erweckt Brechreiz.» F ran§ois Hollande (französischer Staatspräsident)

2- «Diese Nation wird untergehen, wenn sie in die Hände eines solch verrückten Typen fällt.» Vicente Fox (Ex-Präsident von Mexiko)

3 – «Der einzige Grund, weshalb ich gewisse Stadtteile New Yorks meide, ist das Risiko, Donald Trump über den Weg zu laufen.» Boris Johnson (britischer Aussenminister)

 4 – «Was uns unter anderem Sorgen machen muss, ist seine Unberechenbarkeit.» Joachim Gauck (deutscher Bundespräsident)

5 – «Die Besorgnis ist spürbar, vor allem über die Kandidatur von Donald Trump.» Christa Markwalder (Präsidentin des Schweizer Nationalrats)

 6 – «Es ist nicht im Interesse der Welt oder des Westens, dass der neue US-Präsident Donald Trump heisst.» Elmar Brok (Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige An

gelegenheiten des Europäischen Parlaments)

7 – «Ein Mann, der nur daran denkt, Mauern zu bauen  und nicht Brücken , ist kein Christ.» Jorge Mario Bergoglio (Papst Franziskus)

 8 – «Wenn Donald Trump am Ende Präsident der USA wird, dann denke ich, sollten wir besser in die Luftschutzkeller flüchten.» Carl Bildt (früherer Ministerpräsident und Aussenminister von Schweden)

9 – «Seine Rede ist so dumm, so einfach.» Rafael Correa (Präsident von Ecuador)

10 – «Herr Trump ist so dumm, mein Gott!» Anne Hidalgo (Bürgermeisterin von Paris)

11 – «Ob Donald Trump, Marine Le Pen oder Geert Wilders  all diese Rechtspopulisten sind nicht nur eine Gefahr für Frieden und sozialen Zusammenhalt, sondern auch für die ökonomische Entwicklung.»  Sigmar Gabriel (deutscher Wirtschaftsminister)

12  – «Allein schon seine Kandidatur kündigt die Werte der Aufklärung auf.» Tim Guldimann (Ex-Botschafter und SP-Parlamentarier)

13 – «Auf diesem Weg kamen auch Hitler und Mussolini.» Enrique Peria Nieto (Präsident von Mexiko)

Zusammenstellung: Florian Schwab

 

 

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