Neue Techniken, neue Trends

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Urs von der Crone Präsident ds-SVP Tessin

Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

In den Jahren, als ich geboren wurde, hat eine ganz praktische Erfindung ihren Siegeszug in Europa und Amerika angetreten: Der Kugelschreiber. Das praktische Schreibgerät, das heute nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken ist, verdrängte den Füllfederhalter. In den 60er Jahren haben wir uns von der Gewohnheit, Geld am Bankschalter zu holen verabschiedet. Die Banknoten gibt’s seitdem an jeder Ecke aus dem Bankomaten. Die ersten Fotokopiergeräte in schwarz-weiss, später dann in Farbe, standen uns in den 70er Jahren zur Verfügung. Etwa gleichzeitig durften wir zu Hause erste Gehversuche mit dem Computer machen, damals noch Marke „Commodore“. Wer bis dahin noch einen Telex benutzte, stellte nun auf das Fax-Gerät um. Und nicht zu vergessen: Wir haben uns damals die ersten schnurlosen Telefongeräte angeschafft. Bald erschien auch das sogenannte Natel, das Nationale Autotelefon und Vorgänger des heutigen Handy, im Angebot. Und in diesem Stil ging es pausenlos weiter.

 

Die Entwicklung steht aber auch heute nicht still. Die Post spricht davon, dass in einigen Jahren die Pakete mit einer Drohne angeliefert werden und Postautos ohne Chauffeur vollautomatisch auf den Strassen zirkulieren. Einige Zukunftsforscher sprechen sogar von einem echten Wendepunkt in der technischen Entwicklung in nächster Zukunft. Die industrielle Nutzung von Öl, Gas und Kohle geht zu Ende. Alternative Energiequellen stehen zur Verfügung. Die Computerisierung wird in den nächsten Jahren die industrielle Weltwirtschaft noch viel intensiver verändern. Bisher sind die Hersteller mit ihren Fabriken dorthin gegangen, wo gute und billige Arbeitskräfte in grosser Zahl zur Verfügung standen. Kleider und viele andere Alltagsprodukte kommen seit Jahren aus Asien. Vielleicht erübrigt sich in Zukunft diese Auslagerung der Produktion. Roboter und digitale Arbeiter, die Tag und Nacht arbeiten, keine Ferien machen und keine Sozialkosten verursachen, bringen uns die Fabriken wieder nach Europa zurück. 3-D-Drucker werden unsere Produkte auf Bestellung und nach Mass dort herstellen, wo sie gebraucht werden. Diese top-modernen Geräte sind offenbar in der Lage, unsere Körpermasse vollautomatisch auszumessen und uns Kleider und Schuhe herzustellen, die besser sitzen als alles was bisher in den Kleidergeschäften gekauft wurde. Der Computer wird auch den Arzt ersetzen und bessere Krankheitsdiagnosen liefern als es heute die erfahrensten Fachkräfte können.

 

So schön das klingt und so viel da versprochen wird: Es bleibt ein mulmiges Gefühl bei diesen Zukunftsaussichten. Am WEF in Davos wurde geschätzt, dass bei der skizzierten Entwicklung weltweit Millionen von Jobs wegfallen. Vielleicht müssen wir uns alle umstellen und zuerst einmal analysieren, welche Arbeiten denn auch zukünftig von Menschen besser erledigt werden können als von Robotern. Wenn wir die entsprechenden Jobs gefunden haben, bleibt uns wohl nichts anderes übrig als die Ausbildung der kommenden Generation auf genau diese uns noch verbleibenden Tätigkeiten auszurichten.

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