Lampedusone

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Patanegra

Patanegra

Schweinereien

 

Bundesberns irrwitziger Entscheid für ein Asylzentrum in Losone wurde bereits ausgiebig kommentiert. Ebenso der nur mit angezogener Handbremse geführte Abwehrkampf der direkt interessierten Gemeinde, des Locarnese und des ganzen Kantons. Vor diesem Hintergrund reichte die vom Einzelkämpfer Eros Mellini mutig lancierte Petition nicht aus, um diesen Unsinn zu verhindern.

 

Somit wird Losone bald zu einem nachgelagerten Lampedusa werden – zu einem Begegnungszentrum der dritten Art mit der Multikulturalität. Und dies auf absolut unabsehbare Zeit; über die „(mindestens ?) drei Jahre“ vermögen selbst die Hühner nicht mehr zu lachen. Freuen darüber mögen sich einzig Gutmenschen à la Bertoli.

 

Natürlich, natürlich: Das Grundproblem der gegenwärtig aus Afrika (und anderswo) via Lampedusa stattfindenden Einwanderungswelle ist übergelagert. Was da unter dem Vorwand der Asylsuche stattfindet, ist eine armutsgetriebene Völkerwanderung Richtung Europa – eine ratenweise Fluchtbewegung gigantischen Ausmasses von Menschen aus der Perspektivlosigkeit in ihren Heimatstaaten in eine neue Perspektivlosigkeit. Denn im heutigen Europa haben sie keine Zukunft. Hingegen bilden sie hier ein mehr und mehr unkontrollierbares, enormes Konfliktpotential.

 

Und was tut die Europäische Union ? Statt dass sie dazu beiträgt, dass diese Menschen überhaupt zu uns kommen müssen ? Statt zu verhindern, dass sie überhaupt zu uns kommen können ? Statt den Abwehrkampf gegen diese kulturell und sozial destabilisierende und wirtschaftlich verheerende Invasion zu führen ? Nichts. Im Gegenteil ! Erfolgreich diskutiert wird in Brüssel nicht einmal mehr eine wirksame Symptombekämpfung. Statt die Katastrophe zu verhindern, suhlt man sich in Humanitätsgedusel und sorgt sich um die Sicherheit der in vollem Wissen um die Risiken unternommenen, tollkühnen Überfahrten der „Bootsflüchtlinge“ aus Nordafrika. Gar „Frontex“ soll zu deren Rettung eingesetzt werden (War denn „Frontex“ nicht unsprünglich dazu gedacht und finanziert, um die europäischen Aussengrenzen vor illegaler Einwanderung zu schützen ?). Auch über die Abkommen von Schengen und Dublin vermögen nicht einmal die Hühner mehr zu lachen.

 

Und was tut die Schweiz ? Als braves Mitgliedsland von Schengen hat sie ihre Grenzkontrollen abgeschafft, und als braves Mitgliedsland von Dublin nimmt sie es eurodevot demütig hin, dass dieses Abkommen von Italien als Einfallstor kaum angewendet wird. Fakt ist: Wer es – nunmehr kinderleicht – illegal über die italo-schweizerische Grenze schafft, kann mit fast tödlicher Sicherheit damit rechnen, hier bleiben zu dürfen: Sei es als Flüchtling, als „vorläufig ?“ Aufgenommener, weil Dublin nicht funktioniert, als so genannter „Non-Papier“ oder weil er irgendwo untergetaucht ist.

 

Zurück zum Tessin: Weder Mellini mit seiner Petition noch Losone, das Locarnese oder der Kanton konnten und können nun am dargelegten Grundproblem viel ändern. Ein bedeutend intensiver geführter und deshalb vielleicht erfolgreicherer  Kampf gegen das Asylzentrum von Losone hätte indessen in Bundesbern sehr wohl sehr ernstzunehmende Duftmarken gesetzt. Dafür, dass die ganze EU-orientierte Aufnahmeprozedur von illegalen Einwanderern zum Himmel stinkt und uns über kurz oder lang ins Elend stürzt, und dass unser Beitritt zu den EU-Abkommen von Schengen und Dublin ein phänomenaler Fehler war, der möglichst bald korrigiert werden sollte.

 

Ich wünschte mir im Tessiner Staatsrat statt eines Manuele Bertoli (welcher dem verfehlten Berner Entscheid sogar noch applaudierte) vermehrt realistisch denkende Leute à la Michele Barra, des leider, leider, leider allzu früh verstorbenen Regierungsmitglieds.

 

Patanegra                    

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