„Je suis Euro“

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Humoreske

 

Ein Lastwagen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist unterwegs. Der 40Tönner ist auf dem Weg zur nächstgelegenen Papierfabrik, wo vor allem WC-Papier hergestellt wird. Die Ladung ist hochgeheim. Noch geheimer ist deren Verwendungszweck. Es geht um die dringende Notverwertung von wertlosem Altpapier in Form von Papierfetzen in Banknotenformat. Die Papierfetzen sollen dort aufeinander gelegt werden (WC-Papier muss heutzutage zumindest doppellagig sein), sodann aneinandergereiht, zusammengeklebt, im Abstand von 13,5 cm perforiert und zu Rollen von 120 Blatt verarbeitet, um danach hintergründigen Zwecken am stillen Örtchen zu dienen. Der italienische Magier des Geldes, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi, hat eingewilligt, dass der Aufdruck auf den Papierfetzen in gebleichter Form erhalten werden darf. Bei genauerem Hinsehen liest man darauf: „Euro“.        

Da Sarkasmus salonfähig ist und Satire offenbar ein Freipass sein darf – wenn nicht gar soll – wagte ich es, diesen Artikel derart provokativ einzuleiten. Etwas ernsthafter werdend wage ich es weiter, zu behaupten, dass SNB-Chef Jordan völlig richtig gehandelt hat, als er den Mindestkurs des Frankens zum Euro von Fr. 1.20 endlich aufhob und damit seinen monumental falschen Entscheid von 2011 korrigierte: Die SNB-Übung hat uns rund 100 Milliarden Franken gekostet. Die Direkteinfuhr von EU-WC-Papier wäre weitaus billiger gewesen.

Eines muss man Jordan und seiner SNB zugute halten. Sie haben die finanzielle Masseneinwanderung aus dem EU-Raum nun (hoffentlich) massiv reduziert, um noch grösseren Schaden zu verhindern. Politisch hinken wir allerdings punkto Kontrolle der ebenso problematischen personellen EU-Masseneinwanderung noch meilenweit hinterher. Aber vielleicht lernen Bundesrat und Parlament ja nun dazu. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ganz ernsthaft werde ich, wenn ich auf eine Idee zurückkomme, die ich bereits vor Jahren in mehreren Artikeln in diesem Blatte geäussert habe. Warum bezahlen wir die EU-Grenzgänger denn nicht in Euros ? Es wäre endlich an der Zeit. Denn nach dem SNB-Entscheid sind nämlich die Grenzgänger die grossen Profiteure. Sie verdienen hier in teuren Schweizer Franken und geben ihr Geld im Ausland in billigen Euros aus.

Doch zurück zum Sarkasmus: Wenn die SNB den Schweizer Franken künftig wieder einmal an eine wertlose fremde Währung binden will, empfehle ich ihr dringend den zimbabwischen Dollar. Damit würden unsere Währungsreserven nominal enorm aufgewertet. Abgebildet sehen Sie eine zimbabwische Banknote mit dem Nominalwert von Einhundert Trillionen Dollars (die Note ist völlig echt, aus dem Jahre 2008; ich habe sie für 5 Franken und 30 Rappen gekauft).

 

Ronco

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