Griechischer Salat

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Humoreske

 

Zutaten:

Tomaten (aus Horsol-Anbau in Holland)

Gurken (aus Bio-Produktion in Deutschland)

Zwiebeln (aus Südfrankreich)

Olivenöl (aus Italien, wo das Öl zuvor illegal aus Spanien importiert und dann als italienisches deklariert wurde)

Essig (aus Finnland)

Fetakäse (aus Griechenland, aufgrund von Schafsmilch, welche Griechenland zuvor aus Australien importiert hatte)

Schwarze Oliven, steinlos (aus Spanien)

Oregano, Salz und Pfeffer (aus Brüssel/Belgien)

 

Der Bundesrat hat sich zu einem lockeren Arbeits-Mittagessen getroffen. Als erstes gibt’s einen Teller Griechischen Salat. Während des Verzehrs kommt es zu folgender Diskussion:

X  *): „Exquisit, dieser Griechische Salat, wirklich lecker. Ach es ist doch wunderbar, dass es der EU gelang, Griechenland zu halten und den Grexit zu vermeiden. Und so können denn auch wir uns an dieser Delikatesse erlaben.“

X: „Tatsächlich, ein Mustermenue konsistenter gelungener EU-Zusammenarbeit. Fast so gut wie bei ihrer harmonisch geeinten Flüchtlingspolitik.“

X: „Will heissen, die haben sich in Brüssel wieder einmal fürchterlich durchgewurstelt, um den Grexit zu verhindern und den Euro zu retten, zumindest für den Moment. Das ist praktisch Leichenschändung, wird aber nicht lange gut gehen…“  

X: „Wir könnten ja aktiv etwas dagegen tun. Unsere Nationalbank hält Euro-Guthaben, welche die griechischen Euro-Schulden bei weitem übertreffen. Wenn wir die auf den Markt werfen, retten wir die EU. Dann sinkt der Euro-Kurs auf das mutmassliche künftige Drachmen-Niveau, die EU wird konkurrenzfähig…“

X: „Nein, dann stiege unser Schweizer Franken exponentiell, und wir könnten nicht einmal mehr die Löcher unserer Käse in die EU exportieren.“

X: „Andere Idee: Die müssen ja jetzt gemäss EU-Vorgaben in Griechenland durch Staatsverkäufe einen Privatisierungsfonds schaffen. Wir könnten uns massgeblich daran beteiligen, etwa dadurch, dass wir eine griechische Insel kaufen. Ich denke an Kreta.“

X: „Und was willst du dort tun ? Ein helvetisches Flüchtlingsempfangs-Zentrum eröffnen ?“

X: „Warum denn nicht ?“

X: „Nein, vielmehr sollten wir zusammen mit unseren Parteipräsidenten über die Folgen eines helvetischen Grexit nachdenken.“

X: „Was meinst Du damit ?“

X: „Nun ja – sorry liebe X – den Ausschluss des Graubündner Sitzes im Bundesrat. Dein Daddy war ja auch nur 7 Jahre im Amt. Also…übertreib’s nicht…“

X: „Das wäre dann aber kein Grexit, sondern eher ein persönliches Wid-Schlexit, oder nicht ?“

X: „Mir ist der Appetit auf diesen Griechischen Salat völlig vergangen !“

Der Bundesweibel, der den österreichischen Weisswein serviert, meint zu X, die den Saal verlassen will: „Aber nein, warten Sie doch, denn wenn die sich in Brüssel dermassen krass durchgewurstelt haben, dann schaffen wir das im eidgenössischen Parlament nach den Wahlen locker auch…“.  

 

Ronco

 

*) Gemäss einer vorsorglichen Verfügung des Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) dürfen wir die Echtnamen der Bundesrätinnen und Bundesräte nicht nennen   

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