„Fuck you !“ & “Son of a bitch!”

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Rolando Burkhard

Rolando Burkhard

Vielleicht könnte die Schweiz vom philippinischen Präsidenten gar etwas lernen!

  

Mit solch vulgären Ausdrücken wie im Titel erwähnt versah der derzeitige Präsident der Philippinen Rodrigo Duterte all jene gutmenschlichen ausländischen Potentaten und Institutionen, die seine harte Linie gegen Korruption, Kriminalität und vor allem Drogenhandel in seinem Land anprangern und diskreditieren. Die medial inszenierte internationale Entrüstung über dessen verbale Entgleisungen ist gross, im Inselstaat Philippinen hingegen erreicht die Rate der Volkszustimmung zu seiner harten Politik mittlerweile gegen 90%. Dies völlig zu Recht: Denn Korruption, Kriminalität und Drogenhandel haben die Philippinen an den Rand des Ruins gebracht. Duterte trat an, um diese Missstände zu beheben, dies auch mit unzimperlichen Mitteln, und er zieht seine Linie durch, trotz internationaler Widerstände. Wer immer sich von aussen anmasst, ihm in seiner Politik dreinzureden, den betitelt er in seiner rüden Ausdrucksweise mit „Fuck you !“ oder „Son of a bitch !“.

 

Nun ja, Dutertes Ausdrucksweise ist meilenweit von jeglicher „political correctness“ entfernt. Aber sie signalisiert folgende Message: „Was gut ist für die Philippinen, das entscheiden wir zuhause selber, also mischt euch gefälligst nicht in Sachen ein, von denen Ihr, fernab des Geschehens, nichts versteht. Und verzichtet auf eure üble Heuchelei. Was ihr in unserem Land kritisiert, tut Ihr tagtäglich bei euch zuhause selber.“

 

Ein Beispiel gefällig ? Duterte hat US-Präsident Obama verbal rüde brüsk zurecht gewiesen („son of a bitch !“), nachdem dieser sich anmasste, den Philippinen Lektionen in Menschenrechten erteilen zu wollen (ausgerechnet Obama, in dessen Heimatstaat die Todesstrafe noch gang und gäbe ist, und wo seine Polizisten tagtäglich Schwarze auf offener Strasse grundlos erschiessen). Ein weiteres Beispiel: Duterte hat dem Europäischen Parlament mit einem klaren „fuck you !“ geantwortet, nachdem dieses sich in ähnlicher Weise arrogant in die internen Angelegenheiten der Philippinen einmischte (hat denn das Europarlament nicht genügend eigene riesige Probleme, die es zu lösen gälte ?).

 

Präsident Duterte ist aufgrund seines klaren Programms (gegen Korruption und Kriminalität) ohne wenn und aber vom philippinischen Volk gewählt worden. Er zieht seine Linie mutig durch, auch gegen grosse äussere Widerstände. Er pocht auf der staatlichen Souveränität seines Landes. Ich frage mich, ob die Schweiz nicht ein klein wenig etwas von ihm lernen könnte. Dies in zweifacher Hinsicht.

 

  1. Sollte die Schweiz denn nicht auch ihre Souveränität und ihre demokratisch zustande gekommenen Volksbeschlüsse gegenüber äusserem Druck gelegentlich etwas „politically weniger correct“ verteidigen ? Wäre da anstelle von banalen untertänigsten Höflichkeiten und Demutsgesten gegenüber Brüssel (Burkhalter, Schneider-Ammann) und den Europäischen Gerichtshöfen (Sommaruga) nicht auch mal  ein klipp und klares „fuck you !“ angebracht ? Nur um damit anzudeuten, dass man mit uns nicht einfach machen kann, was man will ?

 

  1. Sollte die offizielle Schweiz in ihren Verlautbarungen zu Verhältnissen in anderen Staaten (im Rahmen der von Calmy-Rey initiierten, und seither leider weiter geführten „aktiven Neutralitätspolitik“) nicht sehr viel zurückhaltender sein ? Was bringt es uns als neutraler Luxus-Kleinstaat, wortreich weltweit irgendwelche Menschenrechtsdefizite in Drittweltländern anzuklagen ? Etwa in unseren Wirtschaftsrelationen mit China ? Und uns darüber zu wundern, dass man dort wenig Verständnis dafür hat ? Nehmen wir doch ein Beispiel: Das Frauenstimmrecht wurde bei uns in der Schweiz erst im Jahre 1971 eingeführt. In den Philippinen gilt es seit 1937. Wie hätten WIR in der Schweiz denn reagiert, wenn der philippinische Präsident so um 1950  in einer öffentlichen internationalen Rede dieses Manko anklagend angeprangert hätte ?  Wahrscheinlich auch mit einem dezidierten „Fuck you !“, oder ?

 

 

Vom philippinischen Präsidenten zu lernen haben wir (bzw. haben unsere Politiker in Bundesbern) sicher nicht seine rüde Wortwahl. Aber von seinem politischen Mut, trotz grosser internationaler Widerstände in problematischen Verhältnissen im Inland das Nötige vorzukehren, um den im eigenen Land ausgesprochenen Volkswillen (in den Philippinen für mehr Sicherheit) umzusetzen. Diesen Mut vermisse ich bei vielen unserer Schweizer Politiker schmerzlich, vorweg in unserem Verhältnis zur EU.

 

Etwas mehr „Fuck you !“ täte der Schweizer Politik gut. 

 

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