Europa im Visier von Terroristen

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Urs von der Crone Präsident ds-SVP Tessin

Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

In den vergangenen Tagen haben Anschläge am Flughafen und in der Metro von Brüssel Schrecken und Angst ausgelöst und dies nicht nur in Belgien. Damit haben die Terroristen genau das erwünschte Ziel erreicht. An öffentlichen Orten, wo eine grosse Zahl von Menschen sich aufhält, schlagen sie zu. Primär soll eine allgemeine Unsicherheit hervorgerufen werden. Die Berichterstattung in den Medien trägt automatisch dazu bei, ein Klima der Angst zu verbreiten. Die Opfer sind vollkommen unbeteiligte Menschen, die per Zufall zur Stelle waren. Attentate lassen sich nur schwer voraussagen. Der Angreifer taucht vollkommen überraschend auf und niemand hat die Möglichkeit, ihm in die Augen zu schauen. Was für uns dabei aber vollkommen unerklärlich ist, der Attentäter ist selber ein Opfer des Anschlags und kommt bei seiner Aktion ebenfalls ums Leben.

 

Erinnerungen werden wach an Zeiten, in denen es in Europa und Amerika verstärkt zu terroristischen Anschlägen gekommen ist: Lange Zeit haben palästinensische Attentäter mit Flugzeugentführungen auf sich aufmerksam gemacht. An den Olympischen Spielen im Jahre 1972 kam es zu einer Geiselnahme in München, Opfer waren elf israelische Sportler. Ebenfalls in den siebziger Jahren gingen terroristische Aktionen in Deutschland von der Roten Armee Fraktion (RAF) aus und in Italien machten die Roten Brigaden von sich reden. Zu einem Anschlag von nie dagewesenem Ausmass kam es dann 2001 mit dem Angriff auf die Zwillingstürme des WTC und auf das Pentagon in den USA. Und in diesen Tagen ist erstmals die Rede davon, dass Attentate auch gegen Kernkraftwerke geplant seien.

 

Vermutlich stehen wir zukünftigen Anschlägen relativ machtlos gegenüber. Prävention durch die Aufklärungsarbeit der Polizei, durch verschärfte Grenzkontrollen und durch verstärkte Überwachung der ausländischen Bevölkerung im Land kann sicher den einen oder anderen Plan vereiteln. Ein Vorwurf muss sich aber die westliche Politik gefallen lassen: Terroristen kommen meist aus Ländern, die durch Eingriffe westlicher Mächte instabil geworden sind. Im Irak haben die Amerikaner eingegriffen und durch die Beseitigung von Saddam Hussein ein zwar diktatorisches aber funktionierendes System zu Fall gebracht. Die Folgen erleben wir heute in Europa und Amerika und wir müssen uns die Frage stellen: War es richtig, dass Amerika damals den Irak in seinem Sinne umformen wollte? Wir dürfen die Politik fremder Staaten nicht nach unseren Massstäben messen. Was bei uns die richtige Staatsform ist, muss es nicht unbedingt auch in einem arabischen Staat sein. Etwas weniger missionarischer Eifer wäre da sicher am Platz. Es liessen sich mit Libyen, Palästina u.a. leicht weitere Regionen aufzählen, bei denen sich westliche Politik eingemischt hat und die nun Terroristen in grosser Zahl liefern.

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