Europa hat sich verändert

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„Der Untergang des Abendlandes“ hiess Spenglers Buch vor 100 Jahren. Sind wir heute soweit?

Urs von der Crone Präsident ds-SVP Tessin

Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Als Thema dieses Sommers waren sie allgegenwärtig: Das Tragen von Burka, Niqab und – ganz besonders aktuell in der Badezeit – Burkini. Wo dürfen sie getragen werden? Wo sind sie verboten? Wer fühlt sich angegriffen durch diese provokativen Kleidungsstücke? Leider wird dabei vollständig vergessen, dass es sich bei diesen Fragen nur um Randerscheinungen handelt. Es geschehen in diesen Jahren Veränderungen von ganz anderen Dimensionen in Europa. Wussten Sie z. B. dass

  • Europa immer weniger eigene Kinder hat, wobei ganz besonders Osteuropa den grössten Bevölkerungsverlust der neueren Zeit aufweist?
  • Im letzten Jahr in der EU erstmals weniger Babys zur Welt kamen als Menschen starben? Italien kann das verdeutlichen: Im Land, in dem die Familie über alles geht, kamen seit der Gründung des modernen Italien im Jahre 1861 nie so wenige Kinder zur Welt, wie letztes Jahr.
  • Europas Bevölkerung dennoch wächst und gegenwärtig durch Einwanderung in grossem Stil ersetzt wird? Die aussterbenden Europäer werden durch eine grosse Anzahl von Migranten aus dem Nahen Osten, Afrika und aus Asien ersetzt. Das Phänomen wurde bereits unter das Motto gestellt: „Raus mit dem Alten, rein mit dem Neuen“.
  • Die Völker in Europa den Willen verloren haben, die eigene Bevölkerung zu erhalten? Letztmals gab es diese Zustände in unseren Landen, als die Pest wütete. Gleichzeitig ist auch der Wille nicht mehr erkennbar, die über Jahrhunderte erworbenen Freiheiten zu verteidigen.

Eines ist sicher: Die einwandernde Bevölkerung bringt ganz andere Werte und Vorstellungen mit. Sie hat eine grundlegend andere Beziehung zur Demokratie, zu politischer Macht, zu Kultur, Wirtschaft, Religion und Wissenschaft. Sie denkt vollkommen anders über die Beziehung der beiden Geschlechter. Errungenschaften, die bei uns seit dem 20. Jh. als modern galten, werden grundsätzlich abgelehnt. Ist es heute fünf vor zwölf oder vielleicht bereits fünf nach zwölf? Man kann die Vorgänge ignorieren und einfach als historische Abläufe hinnehmen. Man kann die Situation auch mit einem Familienbetrieb vergleichen: Irgendwann kommt eine Generation ans Ruder, die weder in der Lage ist, den Betrieb weiter zu führen noch das geringste Interesse am Weiterbestehen der bisher gültigen Werte hat. Eines ist sicher: Europa wird in spätestens einer Generation nicht wiederzuerkennen sein. Es sei denn, wir realisieren die Situation und reissen das Steuer noch herum…

 

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