Es lebe der kleine Unterschied

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Urs von der Crone Präsident ds-SVP Tessin

Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Die Stadt Lugano hat in diesen Wochen eine ganz neue Rolle übernommen: Mit der Eröffnung des LAC ist sie zu einem kulturellen Magnet des ganzen Kantons sowie weiterer Gebiete im angrenzenden Italien geworden. Ein kühner Bau, der grosse Beachtung findet, sowohl architektonisch als auch mit seinem Programm und verschiedenartigen hochstehenden Anlässen. Und nicht zuletzt hat er eine Menge Geld gekostet und wird auch weiterhin jährlich beachtliche Summen verschlingen.

Auch Locarno hat sich einiges vorgenommen: Der neue Stadtpräsident, Alain Scherrer, hat verkündet, er träume von einer grossen Zukunft seiner Stadt. Sie wolle das moralische, touristische und kulturelle Zentrum des Kantons sein. Die dazugehörenden grossen Anlässe im Sommer (Moon & Stars, Filmfestival usw.) sind weitherum bekannt und viele Gäste zieht es schon wegen der zauberhaften Abende mit Konzerten und Filmvorführungen auf der Piazza Grande hierhin. Das ehemalige Primarschulhaus wird umgebaut zu einem repräsentativen Zentrum des Films.

Lugano hat seine Freunde, die behaupten, nur hier in der grossen Agglomeration das eigentliche Tessin erleben zu können. Dasselbe gilt für Locarno: Wer sich hier einmal niedergelassen hat möchte seinen Wohnort nie mit dem Sottoceneri tauschen. Wer die neuen Eisenbahnverbindungen im Tessin, die in den nächsten Jahren Realität werden, genau betrachtet, hat das Gefühl, dass die Tessiner Städte zusammenwachsen. Von Locarno wird man in Zukunft in einer halben Stunde in Lugano sein und umgekehrt. Gerade deshalb ist es wichtig, dass beide Zentren weiterhin in einem gesunden Wettbewerb zueinander stehen. In beiden Städten sollen jeweils andere Angebote und Events im Vordergrund stehen. Im einen Zentrum leben und gleichzeitig die Möglichkeit haben, auch an Veranstaltungen im anderen Zentrum teilzunehmen. Der kleine Unterschied zwischen Lugano und Locarno soll dennoch weiter gepflegt werden – Konkurrenz belebt das Geschäft.

Eine Sache haben aber alle Tessiner Städte gemeinsam: Die zügellose und teilweise stillose Überbauung der Zentren und Vororte wirkt abstossend. Was nützen kulturelle Anlässe mit weltbekannten Künstlern, wenn gleichzeitig das prägende architektonische Erbe aus der Belle Époque und anderen Zeiten zugrunde geht?

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