Energiepolitik geht auch anders

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Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Am 21. Mai 2017 stimmen wir über das Energiegesetz ab – höchste Zeit, dass wir uns im Detail mit der Vorlage befassen und uns ein wenig genauer ansehen, was für Einschränkungen auf uns zukommen. Bis im Jahr 2035 soll der gesamte Energieverbrauch in unserem Land halbiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es eine Menge von Vorschriften und Verboten. Bewährte und zuverlässige Energie aus Kernkraft wird uns nicht mehr zur Verfügung stehen. Alternative Energie soll gefördert werden: Daran könnten wir eigentlich unsere Freude haben. Aber wer weiss denn, ob diese Energie ebenso zuverlässig zu jeder Jahres- und Tageszeit geliefert wird? Es gibt uns ja bereits heute zu denken, dass die sogenannt saubere Energie, die wir zu gewissen Zeiten aus dem Ausland einführen, vom Steuerzahler in Deutschland und anderswo subventioniert wird und dadurch die einheimische in der Schweiz produzierte Wasserkraft nicht mehr rentabel ist. Eines ist sicher: Das neue Gesetz bringt einmal mehr Vorschriften, Bürokratie und persönliche Einschränkungen.

Gäbe es denn nicht einen anderen Weg? Statt, dass sich der Staat mit Lenkungsmassnahmen in den Energiebereich einmischt, könnte er sich ganz einfach auf eine einzige Aufgabe konzentrieren: Er müsste die Forschung und die Entwicklung neuer Technologien stärker fördern. Der flächendeckende Bau von Windrädern ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Es müsste doch möglich sein, andere Energien sinnvoll einzusetzen und gleichzeitig Autos, Flugzeuge, Heizungen und Haushaltgeräte zu entwickeln, die immer weniger Energie benötigen. Dies ist ja bereits in den letzten Jahren geschehen, aber die Möglichkeiten sind längst noch nicht ausgeschöpft. Die Zukunftsperspektiven und Chancen sind in diesem Bereich fast unerschöpflich. Bessere Technologien werden sich durchsetzen und vor allem auch wirtschaftlich attraktiver sein. Diese Weiterentwicklung muss aber ohne Lenkungsmassnahmen und Zielvorgaben vor sich gehen. Neue und bessere Erfindungen werden sich auf dem freien Markt durchsetzen. Solange wir Subventionen auszahlen, lohnt es sich gar nicht, weiter zu forschen. Umfragen sagen, dass die Romandie und das Tessin das Energiegesetz eher annehmen: Sorgen wir doch mit einer deutlichen Ablehnung dafür, dass dies nicht geschieht und der Weg für einen vernünftigen Umgang mit alten und neuen Energieformen offensteht.

 

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