Drei Eidgenossen auf Bundesratssuche

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Humoreske

 

Im Bundeshaus zu Bern befindet sich die Statue „Die drei Eidgenossen“, sie bildet den Mittelpunkt der Kuppelhalle des Bundeshauses. Von einem Bogen eingerahmt stehen auf einem Sockel Werner Stauffacher, Walter Fürst und Arnold von Melchtal, die auf dem Rütli mit dem Rütlischwur die Eidgenossenschaft begründet haben. Unlängst haben sie wieder einmal miteinander gesprochen. Wir haben mitgehört.

Stauffacher (S): „Habt Ihr gehört, der Burkhalter hat den Bettel hingeworfen, jetzt brauchen wir schon wieder einen Neuen.“

Fürst (F): „Oder eine Neue.

Melchtal (M): „Uno nuovo oder una nuova, un nouveau ou une nouvelle ? Eine deutschschweizer Kandidatur scheint mir chancenlos.“

S : „Es wird so oder so schwierig. Der Schweizer Stellenmarkt für derartige Jobs ist völlig ausgetrocknet. Ich sehe niemanden, der etwas Schwung in das verschlafene Siebnerkollektiv bringen könnte. Vielleicht sollte die Schweiz mehr Öffnung markieren und grenzüberschreitend jemanden suchen.“

F: „Ja, warum nicht ? Wie wäre es mit dem Erdogan, der würde dem führungslosen Gremium dann endlich mal sagen, wo es lang geht…wohin auch immer…jedenfalls nicht in die EU. Der wäre ein echter Gewinn im EDA.“

S: „Oder den sympathischen Österreicher, dieser Sebastian Kurz. Mit ihm kriegten wir im Nu das Migrationschaos in den Griff, die Tessiner würden jubeln. Den anstelle unserer postfaktischen Mutter Theresa im EJPD.“

F: „Besser noch wäre der Trump. Den will in den USA ohnehin bald keiner mehr. Der würde die bundesrätliche Kommunikation nach aussen auf Trab bringen. Tweets statt der üblichen Indiskretionen in der Sonntagspresse. Zudem würden unsere etwas eingeschlafenen Beziehungen zu Russland zu neuem Leben erweckt.“

M: „Da könnt Ihr ja auch gleich den Bepe Grillo nehmen, diesen Italiener mit seinen Sternen. Das wäre immerhin ein Lateiner. Nein, ich glaube, ein Schweizer müsste es wohl oder übel schon sein. Aber wen ?“

F: „Sterne ? Da hätte ich eine blendende Idee: Wir nehmen den Erich von Däniken.“

S: „Was, dessen UFO-Phantasten mit seinen Bestsellern ?“

F: „Ja, genau den. Der ist weltbekannt. Der hat Visionen. Den Thesen in seinem in 32 Sprachen übersetzten Standardwerk „Erinnerungen an die Zukunft“ dürften sowohl die Traditionalisten wie auch die Zukunftsromantiker in den Räten einvernehmlich zustimmen. Und der künftige Bundesrat würde endlich interplanetarisch denken.“

Die drei Eidgenossen einigen sich auf von Däniken. Deren gefestigte Meinung ist gewichtig, denn das Gewicht der drei Figuren beträgt zusammen 24 Tonnen.

 

Ronco

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