Die Toten des Gotthard-Crashs sind absolut kein Zufall!

Ago 3 • Prima Pagina • 246 Visite • Commenti disabilitati su Die Toten des Gotthard-Crashs sind absolut kein Zufall!

Rolando Burkhard

Rolando Burkhard

Unlängst wurde auf der A 2 in der Leventina, Höhe Ambrì-Piotta Richtung Norden, ein in einer Kolonne stehendes Fahrzeug bei einer Auffahrkollision zwischen zwei Lastern völlig zermalmt. Vorläufig 4 Personen kamen dabei ums Leben. Unfälle dieses Typs geschehen nicht das erste Mal. Der Fall ist heute (28. Juli 2016) noch ungeklärt. Die Medien in der Deutschschweiz werfen die Frage auf, ob die kantonale Ampel-Politik auf der A 2 bzw. die mangelnde Strassensignalisation für den Unfall verantwortlich sei. Ich befahre diese Strecke sehr oft und bin ganz anderer Ansicht.

 

Besagte Strecke ist vollständig übersichtlich.  Wenn’s dort (leider allzu oft) zu Staus kommt, hält man mit seinem Fahrzeug halt wohl oder übel rund 50 Meter vor dem vorangehenden Fahrzeug im Stau an und schaltet die Warnblinker ein, bis die von hinten ankommenden Fahrzeuge die Warnung wahrgenommen haben und abbremsen. Ob dies im vorliegenden Fall getan wurde, entzieht sich völlig meiner Kenntnis.

 

Weitaus wichtiger ist folgendes: Die Kollision wurde durch einen auffahrenden LKW verursacht. Konkret durch einen LKW-Lenker, der sein Fahrzeug nicht rechtzeitig zum Stillstand brachte und ungebremst in die wartende Kolonne fuhr. Ich habe keine Ahnung, um wen es sich dabei handelte, der arme Teufel schwebt ja derzeit selber in Lebensgefahr.

 

Aber haben Sie sich auf unseren Autobahnen denn auch schon mal die LKW-Lenker, unterwegs aus weiss nicht wo für weiss nicht wohin und für weiss nicht wen und weiss nicht für was denn einmal genauer angeschaut, etwa beim Überholen ihrer Fahrzeuge ? Da sieht man total übermüdete, gelangweilte Fahrer, die ständig am Telefonieren sind oder auf ihrem Schoss Porno-Heftchen anschauen, um sich bei ihrer tagelangen Reise irgendwie über die Runden zu bringen. Wen wundert’s, wenn sie, total eingenickt, eine stehende Autokolonne vor dem Gotthard oder anderswo nicht rechtzeitig erkennen, ihr Fahrzeug nicht zum Stillstand bringen und mit einer Totalkollision eine ganze vierköpfige (deutsche) Familie auslöschen ?

 

Die Situation ist beängstigend. Mit zusätzlich warnender Strassen-Signalisation wird das Problem nicht zu lösen sein. Mit zusätzlichen hochtechnischen Autostop-Warn-Einrichtungen in den LKWs ebenso wenig. Solange völlig unterbezahlte und kaum qualifizierte LKW-Chauffeure – von irgendwo her stammend (Ukraine, Polen, Libanon etc. etc.) – mit solchen Euro-Turbo-LKWs (20, 40, 60 oder 80 Tonnen ?) im Auftrag irgend einer imaginären EU-Firma (aus Holland, Deutschland, Italien etc. etc.) unnötigerweise alpenquerend auf der Strasse irgendwelche aus China importierte Produkte einer weiteren EU-Firma durch die Schweiz von Nord nach Süd oder umgekehrt durch die Gotthard-Route verlagern, bleibt das Problem ungelöst.  

 

Ich bin mit absoluter Sicherheit kein Linker. Aber ich bin der überzeugten Ansicht, dass der transnationale Strassen-Güterverkehr durch die Schweiz, soweit überhaupt sinnvoll, nicht auf die Strasse,  sondern vollumfänglich auf die Schiene gehört. Und dies nicht nur zwischen Erstfeld und Biasca, sondern zwischen Basel und Chiasso.

 

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