Die rüpelhafte Instrumentalisierung des Begriffs Souveränismus durch die linken Medien

Lug 27 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 389 Views • Commenti disabilitati su Die rüpelhafte Instrumentalisierung des Begriffs Souveränismus durch die linken Medien

Eros N. Mellini

Editorial

Seit einiger Zeit macht jüngst ein neuer verleumderischer Begriff die Runde – zusammen mit den bereits abgenutzten Begriffen (neo)faschistisch, (neo)nazistisch, populistisch, rassistisch, fremdenfeindlich, nationalistisch (im schlimmsten Sinne des Wortes) und vielen mehr – mit welchem die linken Medien (die überwiegende Mehrheit) die Rechte diffamieren. Eine Rechte, die nach linker Ansicht natürlich – ungeachtet dessen, dass sie in völliger Beachtung der demokratischen Regeln agiert – nichts anderes als EXTREM sei und dies auch künftig sein werde.

Wikipedia entnehme ich: „Der vom französischen souverainisme hergeleitete Begriff Souveränismus ist gemäss der Enzyklopädie Larousse eine politische Denkrichtung, welche den Besitz und die Beibehaltung der politischen Autonomie einer Nation oder einer Region befürwortet und sich gegen supra-staatliche Perspektiven der Behörden, Politiken und internationalen Organisationen richtet“.

Nun, sage ich, wenn dem so ist, hoch lebe der Souveränismus! Es ist ein Konzept, das der Gründung der Eidgenossenschaft 1291 zugrunde lag und sodann in den folgenden Jahrhunderten bekräftigt wurde in den Schlachten gegen die Habsburger, die Burgunder, die Mailänder oder anderen. Ja, denn der Souveränismus steht alles in allem für Selbstbestimmung – einem Prinzip, welches für einmal sämtliche Bürger eines Staates ungeachtet ihrer parteipolitischen Ausrichtung vereinen sollte. So führt Wikipedia im Hinblick auf das Konzept des Souveränismus weiter aus: „In Frankreich wurde der Souveränismus verstanden als ein eigenes Konzept sowohl rechter Kreise (Gaullismus und Front National) als auch der Linken (MRC), in der sich die Idee breit macht, wonach „nur die politische Souveränität sich der Macht des Kapitals entgegen stellen kann“. In Griechenland wird der Souveränismus von der Koalition der radikalen Linken und von den Unabhängigen Griechen (einer rechtsorientierten Bewegung) befürwortet.

Diese „schwarze Flut“, die Europa überschwemmt hat

Nachdem ich diesen Titel in der vorgängigen elektronischen Fassung der Ausgabe von „Il Caffè della Domenica“ vom 15. Juli entdeckte, las ich dann den Artikel (verfasst von einem gewissen Stefano Vastano), weil es mich wunder nahm, ob er sich darin auf die Invasion afrikanischer Migranten oder auf den Schiffbruch des einen oder anderen Öltankers im Mittelmeer mit nachfolgender Ölverschmutzung der europäischen Küsten bezog. Aber nein, die „schwarze Flut“, auf die sich der Autor des Artikels – wohl aus Jähzorn auf den zweifellos europaweit grossen Erfolg der die Souveränität propagierenden politischen Bewegungen – bezog, war gemeint als Schimpfwort, mit welchem er ein angeblich der extremen, eben „schwarzen“, Rechten angelastetes Aufkommen von Straftaten und Veranstaltungen in Deutschland geisselte. Es gibt ja vor allem auch eine „rote Flut“, aber anscheinend werden die Gewalttaten und Vandalenakte der Linken im Zusammenhang mit den pseudo-proletarischen Veranstaltungen von diesem Herrn (oder besser gesagt: Genossen) Vastano als dermassen unbedeutend betrachtet, dass er darüber kein Sterbenswörtchen verliert. Aber das ist nicht alles, falls es denn noch eines weiteren Beweises bedürfte, um diese von „Il Caffé della domenica“ vertretene ideologische Ausrichtung aufzuzeigen: In derselben Zeitungsausgabe wurden zwei weitere, ebenso faselnde Artikel desselben Autors abgedruckt.

„Und plötzlich kehrt Italien zum Faschismus zurück“ …

In diesem weiteren Artikel nimmt Vastano Bezug auf ein Buch mit dem sehr symptomatischen Titel „Nazitalia“ von Paolo Berizzi – ein Reporter von „La Reppublica“, was bereits alles aussagt über dessen politische Ausrichtung – der, offenbar ins Offside gestellt vom Ausgang der italienischen Wahlen „das Wiederaufkommen eines autoritären Abdriftens und von ultrarechten Parteien anprangert, was im Erfolg der Lega von Matteo Salvini gipfle.“ Und er wettert gegen den „Untergrund von Nazirock-Bands und -konzerten und deren Fans, die immer rassistischer würden, und ebenso gegen die im „Black Web“ digital ins Netz gestellten Kommentare, die in der Peripherie als inoffizielles Sprachrohr der „immer souveränistischer werdenden Lega von Salvini“ dienten (und damit sind wir wieder beim Souveränismus als Negativattribut).

… und zum „Rechtsextremismus zwischen Fabriken und Peripherie“

Gemäss diesem letzten seiner Artikel sind die Heckenschützen vor allem die Bewegungen „Casa Pound“ und „Forza nuova“, die natürlich bei den Wahlen vom 4. März einen gewissen Aufschwung erlebten, der – wenn auch nur klein – die Arbeiterschaft in den Fabriken mit einbezog. Er zetert Horror und Staatsverleumdung, Italien sei nicht mehr antifaschistisch! Als sei es ein Zeichen weitsichtiger Politik, gegen etwas zu sein. „Die drängende Nachricht – sagt er wiederum mit den Worten von Paolo Berizzi – sei es, darzulegen, dass es im 21. Jahrhundert auch gute Faschisten gebe“, um damit ebenso arrogant zu behaupten, dass es gute Faschisten gar nicht gebe. Aber ist er sich denn bewusst, wie viele Italiener in den 20 Jahren dieses Regimes Gutes geleistet haben ohne ihre faschistische Gesinnung abzulegen? Und wie viele Leute es gibt, die sich erst nach Ende des Krieges zu Antifaschisten erklärt haben, aber während des Faschismus dem Regime treu waren?

Aber kehren wir zurück zum Souveränismus

Abgesehen von den Fantastereien besagter Sonntagszeitung ist die Frage des Souveränismus auch in der Schweiz von höchster Aktualität im Hinblick auf die Selbstbestimmungs-Initiative der SVP (Schweizer Recht vor ausländischen Richtern), die in Bundesbern auf Ablehnung stösst, über die aber nächsten November abgestimmt wird, und auf die wir rechtzeitig zurück kommen werden. Um sie zu bekämpfen, wird man nicht davor zurückschrecken – d.h. man hat bereits damit begonnen – die Initianten (d.h. die SVP) zu diffamieren, also die übliche populistische, nationalistische und neuerdings auch souveränistische Partei. Ich weiss nicht, was Sie darüber denken, aber das tönt für mich wie ein Kompliment.

Stellen wir uns doch folgende Frage: Warum lobpreist man denn – wenn der Souveränismus etwas derart Böses sein soll – die US-amerikanische Verfassung als höchstes Symbol für Demokratie? Sodann: Wurden denn nicht auch die Unabhängigkeitskriege, welche zum Ende der Kolonialherrschaften führten, und auch die Einigung Italiens – soweit diese denn nützlich war – nicht gar auch vom Souveränismus ausgelöst – und, wie erwähnt, auch die Gründung der Eidgenossenschaft 1291? Wir könnten diese Diskussion ausweiten auf die verschiedenen Revolutionen, die weltweit zum Abwerfen des fremden oder internen Jochs geführt haben oder auf jene die, wie in Ungarn, blutig unterdrückt wurde:

Warum lehnen denn all jene Leute, die diese Entwicklungen lobpriesen, jeden Vorschlag ab, sich – übrigens auf friedlichem Wege – vom dreckigen Spiel uns gegenüber zu befreien, das die EU uns aufzwingt und das von Bundesbern verzagt in Kauf genommen wird?

 

Es ist an der Zeit, dass man sich in Bundesbern bewusst wird, dass die Bevölkerung ein Zurück zu mehr Respekt für unser Land fordert, aber man wird keinen Schritt in diese Richtung tun solange man jeglichen Forderungen der EU nachgibt. Einer EU, die noch nie so sehr wie heute wankt: die fast so sehr wankt wie deren Kommissionspräsident.

Comments are closed.

« »